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3D-Betondruck 3D-gedruckte Häuser für Obdachlose werden in den USA gebaut

| Redakteur: Stefan Guggenberger

Aktuelle befassen sich gleich zwei US-Unternehmen damit, 3D-gedruckte Häuser für Menschen ohne sicheren Wohnsitz zu bauen. Die erste mit Beton gedruckte Siedlung für Obdachlose wurde bereits in Austin fertiggestellt.

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Icon stellt in Austin eine 3D-gedruckte Siedlung für Obdachlose fertig. Die Gebäude sind etwa 37 m² groß.
Icon stellt in Austin eine 3D-gedruckte Siedlung für Obdachlose fertig. Die Gebäude sind etwa 37 m² groß.
(Bild: Icon)

Die additive Fertigung wird zunehmend auch in der Bauindustrie zu einer echten Alternative und eröffnet neue Möglichkeiten. Vor allem die Möglichkeit, größere Betonstrukturen mit 3D-Druckern herzustellen gibt Architekten und Designern neue Freiheiten. Darüber hinaus können additive Bauprojekte meist auch umweltfreundlicher umgesetzt werden als konventionelle Vorhaben. Das US-Unternehmen Icon ist auf 3D-gedruckte Bauprojekte spezialisiert und hat nun eine erste 3D-gedruckte Siedlung in den USA fertiggestellt.

Erste 3D-geduckte Siedlung in den USA

Auf einer 51 Hektar großen Fläche in Austin (Texas) hat Icon jetzt eine 3D-geduckte Siedlung für Obdachlose fertiggestellt. Icon hat es sich zum Ziel gemacht, bezahlbare Häuser für Menschen auf der ganzen Welt herzustellen. Vor Austin hat das Unternehmen bereits eine ähnliche 3D-gedruckte Siedlung in Mexico gebaut. Die etwa 37 m² großen Häuser wurden mit den 3D-Betondruckern von Icon hergestellt und verfügen über ein Schlafzimmer, ein Bad, eine Küche und einen kleinen Wohnbereich.

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Der Vulcan genannte Drucker von Icon kann mittlerweile Betonstrukturen mit bis zu 185 m² in einem Baujob fertigen. Dabei kann der Haus-Drucker bei guten Wetterbedingungen Tag und Nacht arbeiten. Für den Betrieb des Drucksystems braucht es zwischen drei und vier Fachkräfte. In diesem Video sehen Sie den Vulcan-Drucker im Einsatz. "Das Herzstück von Icon ist Innovation für eine bessere Zukunft", sagte Jason Ballard, Mitbegründer und CEO von Icon. Weiter meint Ballard, „wir brauchen ein radikales Umdenken in der Art und Weise, wie wir an die Lösung von Problemen in unserer Gesellschaft wie Obdachlosigkeit herangehen. Letzten Endes geht es hier um Menschen und die Würde des Menschen".

So sehen die 3D-gedruckten Häuser in Austin aus:

Projekt entwickelt neuen Beton für den 3D-Druck

Auch die Contour Crafting Corporation (CC Corp) aus Los Angeles arbeitet an einer 3D-gedruckten Siedlung für Obdachlose. Zusammen mit den Betonspezialisten Quikrete hat die CC Corp zunächst die Entwicklung eines neuartigen Betons für den 3D-Druck angekündigt. Im Rahmen der Partnerschaft soll im Anschluss ebenfalls eine 3D-gedruckte Siedlung für Obdachlose entstehen. Laut Unternehmensangaben ist additive Fertigung der Häuser günstiger als mit herkömmlichen Methoden. Im Rahmen eines öffentlich geförderten Projektes sollen zunächst vier Wohneinheiten entstehen.

Kommt jetzt der 3D-Bauboom?

Die beiden US-Unternehmen zeigen, dass 3D-Druck in der Bauindustrie an Bedeutung gewinnt. Die durchgeführten Projekte zeigen aber auch die Limitationen des 3D-Betondrucks. Bei beiden Siedlungen handelt es sich um relative kleine und schlichte Unterkünfte. Zusätzlich profitieren die 3D-gedruckten Bauprojekte in Austin und Los Angeles von einer ganzjährig trockenen und warmen Witterung. Größere Baustrukturen, die in Regionen mit mehr Niederschlägen und regelmäßigen Minustemperaturen mit 3D-Betondruckern entstehen, müssten ganz anderen Anforderungen entsprechen. Aber auch daran arbeitet die neue 3D-Bauindustrie. Die CC Corp entwickelt Drucksysteme, die automatisiert mehrstöckige Gebäudekomplexe errichten sollen. Ein weiteres Konzept des Unternehmens befasst sich mit 3D-gedruckten Windradtürmen. Beide Konzepte finden Sie in der obigen Bildergalerie.

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