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3D-Druck vs. Corona 3D-gedruckte Spritzgussformen für die schnelle Produktion von Schutzschilden

| Redakteur: Stefan Guggenberger

Immer mehr Menschen, die in der 3D-Branche tätig sind, entwickeln Tools, welche gegen die Ausbreitung des Coronavirus von Nutzen sind. Im Rahmen der Initiative „Additive Alliance Against Corona“ fertigt SLM Solutions jetzt 3D-gedruckte Spritzgussformen für Schutzschilde.

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Schutzschilde für medizinisches Personal sind in Teilen der USA immer noch Mangelware. Die von SLM Solutions ins Leben gerufene Initiative "Additive Alliance Against Corona", möchte diesen Mangel an Schutzausrüstung beenden.
Schutzschilde für medizinisches Personal sind in Teilen der USA immer noch Mangelware. Die von SLM Solutions ins Leben gerufene Initiative "Additive Alliance Against Corona", möchte diesen Mangel an Schutzausrüstung beenden.
(Bild: gemeinfrei // unsplash)

In den USA werden Gesichtsschutzschilde immer noch dringend benötigt. Um diesen Bedarf zu decken, stellt der deutsche 3D-Druckerhersteller SLM Solutions jetzt 3D-gedruckte Spritzgussformen aus Metall her. Die Formen werden von SLM-Soltions in Michigan hergestellt und kommen anschließend bei dem US-Unternehmen Magnet in Ohio zum Einsatz. Die Zusammenarbeit der beiden Unternehmen findet im Rahmen der Initiative "Additive Alliance Against Corona" statt.

Innerhalb dieser Allianz kümmert sich Magnet um die Beschaffung von Spritzgusswerkzeugen, um so die Herstellung von Gesichtsschutzschilden und insbesondere der dafür benötigten Bänder zu unterstützen. Dave Pierson, Senior Design Engineer bei Magnet, zog die additive Fertigung in Betracht, um die typischen Komplikationen in der Lieferkette zu umgehen. Pierson wandte sich deswegen an SLM Solutions. "Ich habe SLM Solutions wegen des Multi-Lasersystems mit vier Lasern gewählt. Wir brauchten die Bauteile so schnell wie möglich. Die Geschwindigkeit und der Durchsatz, den die Maschinen bieten, waren die entscheidenden Aspekte, die für eine Zusammenarbeit sprachen", so Pierson.

US-Kapazitäten in den Dienst der Gesellschaft gestellt

Jill Christner, President von SLM Solutions Americas, beschloss, die normalen alltäglichen Aktivitäten in ihrer Einrichtung in Wixom, Michigan, einzustellen und dem Projekt von Magnet höchste Priorität einzuräumen: „Die schnelle Reaktion auf das Magnet-Projekt war wichtig für SLM Solutions. Es ist eine Ehre ein kleiner Teil der Lösung zu sein. Wir tragen damit zur Gesundheit und Sicherheit bei und können gleichzeitig den Wert unserer Technologie nutzen: Es lassen sich schnell neue Produkte oder Designs umsetzen sowie die Lieferzeiten, im Vergleich zu herkömmlichen Gussmethoden, verkürzen."

Die Hälfte einer der von SLM Solutions hergestellten Spritzgussformen für Gesichtsschutzschilde.
Die Hälfte einer der von SLM Solutions hergestellten Spritzgussformen für Gesichtsschutzschilde.
(Bild: SLM Solution)

Die additiv gefertigten Formen aus der FE-Basislegierung 316L bestehen aus zwei Hälften, die jeweils vier Tage für den Druck und einen Tag für die Wärmebehandlung benötigen. „SLM Solutions übertraf meine Erwartungen hinsichtlich Qualität und Lieferung. Nach dem Druckvorgang erfolgte die Nachbearbeitung – danach die Montage – und schon waren wir einsatzbereit,“ sagt Pierson. „Die additiv hergestellten Formen produzieren nun Gesichtsschutzschilde, die von medizinischen Fachkräften im ganzen Bundesstaat Ohio verwendet werden."

Ein Übersicht additiver Hilfsangebote zur Bewältigung der Corona-Pandemie finden sie hier.

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