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Marktnews // September 2019 // 1

3D-News auf einen Blick

| Redakteur: Stefan Guggenberger

Neuigkeiten rund um Produkte, Marktentwicklungen und Projekte.

Firmen zum Thema

Die wichtigsten News der Additiven Fertigung auf einem Blick.
Die wichtigsten News der Additiven Fertigung auf einem Blick.
(Bild: unsplash)

In unserem neuen Format Marktnews stellen wir Ihnen ab heute alle 2 Wochen immer donnerstags Neuigkeiten rund um neue Produkte, relevante Entwicklungen am Markt und spannende Projekte vor. Heute mit folgenden Themen:

  • Rezession in der Metall- und Elektroindustrie
  • Altair Enlighten Award 2019
  • Marktstart des R1 mit Reinraumintegration von Kumovis
  • Print Farms von Markforged
  • Automatisierungslösungen mittels 3D-Druck von Siemens
  • Vorstellung des Start-Ups Upprinting Food
  • Roboterhund mit künstlicher Intelligenz

Metall- und Elektroindustrie: Die Rezession ist da

Die deutsche Metall- und Elektroindustrie sowie die Elektronikbranche leiden unter dem zunehmend unsicheren Welthandelsklima. Zum zweiten Mal in Folge melden die Industrieverbände rückläufige Auftragszahlen, der Markt schrumpft. Volkswirte sprechen bereits von einer Rezession.

Noch Ende 2018 hatten sich Verbände wie ZVEI oder der Arbeitgeberverband Gesamtmetall noch über volle Auftragsbücher in Deutschlands Schlüsselindustrien Elektronik und Metall gefreut. Doch ein halbes Jahr später sehen die Bilanzen deutlich nüchterner aus.

Nach dem schlechten 1. Quartal 2019 ist die Produktion in den Branchen auch im zweiten Jahresviertel deutlich gesunken. So meldet die Metall- und Elektro-Industrie (M+E) etwa, nach den bereits in den ersten drei Monaten gemeldeten Rückgang von 1,6 %, einen zusätzlichen Einbruch von 2,4 %. Im ersten Halbjahr lag die Produktion damit um 4,9 % unter dem Niveau des entsprechenden Vorjahreszeitraums.

Ultraleichtbausitz gewinnt Altair Enlighten Award 2019

Zum siebten Mal hat Altair den „Enlighten Award“ verliehen. Automobilhersteller, Zulieferer und Entwicklungsdienstleister wurden im Rahmen des Center for Automotive Research Management Briefings in den USA ausgezeichnet.

Der „Future of Lightweighting Award“ ging an eine Machbarkeitsstudie für einen „Ultraleichtbausitz “, ein Gemeinschaftsprojekt von Alba tooling & engineering, Automotive Management Consulting und der CSI Entwicklungstechnik.
Der „Future of Lightweighting Award“ ging an eine Machbarkeitsstudie für einen „Ultraleichtbausitz “, ein Gemeinschaftsprojekt von Alba tooling & engineering, Automotive Management Consulting und der CSI Entwicklungstechnik.
(Bild: CSI Entwicklungstechnik)

Der „Future of Lightweighting Award“ ging an eine Machbarkeitsstudie für einen „Ultraleichtbausitz“, ein Gemeinschaftsprojekt von Alba tooling & engineering, Automotive Management Consulting und der CSI Entwicklungstechnik. Hinter dem Ultraleichtbausitz steht die Idee, die Konstruktion von Fahrzeugsitzen von Grund auf neu zu denken – durch den Einsatz modernster generativer Technologie entsprechend der „Form Follows Force“-Philosophie.

Für den wesentlichen Teil der Gewichtseinsparung sorgt das ungewöhnliche xFK in 3D-Wickelverfahren, das mit Harz imprägnierte Endlosfasern für eine abfallfreie, kraft- und spannungsoptimierte Bauweise nutzt. Dieser xFK in 3D-Prozess wurde für die digitale Konzeption und Auslegung der Sitzstruktur optimal genutzt.

Erster 3D-Produktionsdrucker mit Reinraumintegration

Mit dem integrierten Temperierungs- und Filtersystem des 3D-Druckers R1 können Nutzer den Bauraum zum Reinraum machen.
Mit dem integrierten Temperierungs- und Filtersystem des 3D-Druckers R1 können Nutzer den Bauraum zum Reinraum machen.
(Bild: kumovis)

Damit Medizintechniker Implantate und andere Produkte branchengerecht und effizient additiv fertigen können, hat Kumovis den 3D-Drucker R1 entwickelt. Mit dem integrierten Temperierungs- und Filtersystem können Nutzer den Bauraum zum Reinraum machen und die strengen Kriterien für die Zulassung patientenangepasster Medizinprodukte erfüllen.

Das patentierte Temperaturmanagement-System in dem 3D-Drucker ermöglicht es, den Bauraum homogen auf bis zu 250 Grad Celsius zu heizen, was unter anderem den Schichtzusammenhalt des jeweiligen Medizinprodukts verbessert. Kumovis bietet den Kunden zudem die Möglichkeit, mithilfe eines optionalen Filters den Bauraum zum Reinraum zu machen. So lassen sich Fehlstellen durch Fremdkörper im Bauteil vermeiden. Alle Systeme für ein umfassendes Monitoring sind integriert, Dokumentation und Sicherheit sind damit während des gesamten Druckprozesses gewährleistet.

Markforged stellt Metall- und Kohlefaser Print Farms vor

Print Farms von Markforged.
Print Farms von Markforged.
(Bild: Markforged)

Markforged, ein führender Anbieter von Metall- und Kohlefaser-3D-Druckern, stellte neue Print Farms vor – eine wirtschaftliche Möglichkeit für Kunden, mit Markforged Druckkapazitäten für Metall- und Kohlefaser-Drucker aufzubauen. Mit den neuen Farms können Kunden die Metal X-Systeme und X7-Drucker zu einem günstigen Preis erwerben, um schnell Metall-, Verbund- und Hybridteile herzustellen, die beide Materialien für den 3D-Druck mit hohem Durchsatz nutzen. Die Markforged Print Farms werden von einer zentralen, cloudbasierten Softwareplattform aus verwaltet. Die Cloud ermöglicht den Zugriff auf eine vollständige Palette von Industriematerialien auf sowie das parallele Drucken mehrerer Materialien.

Siemens AG in Karlsruhe entwickelt mittels 3D-Druck innovative Automatisierungslösungen für das Produktionsumfeld

Siemens Karlsruhe gilt als Standort der Prozessautomatisierung und ist größtenteils dem Geschäftsbereich Digital Industries zuzuordnen. Siemens Digital Industries ist führender Anbieter von durchgehenden Software-, Automatisierungs und Digitalisierungslösungen für die Industrialisierung von Additive Manufacturing (AM).

Im Elektronikwerk Manufacturing Karlsruhe (MF-K) der Siemens AG am Standort Karlsruhe gelten zum Schutz der Bauteile gegen elektrostatische Entladung strenge Vorschriften für alle eingesetzten Komponenten, um eine hohe Produktqualität gewährleisten zu können. Weiterhin sollen Innovation und Flexibilität im Werk gefördert werden. Deshalb hat das Innovationslabor des MF-K in die additiven Fertigungstechnologien von Stratasys investiert. Mithilfe einer Fortus 450mc™ und dem Material ABS-ESD7™ von Stratasys werden innovative Automatisierungslösungen entwickelt. Das MF-K hat damit eine Möglichkeit, additiv gefertigte Komponenten schnell herzustellen und somit flexibler und wertschöpfender zu werden. Es können Funktionen realisiert werden, die mit konventionellen Fertigungsmethoden nicht möglich wären. Im Hinblick auf diese Ziele werden im Innovationslabor des MF-K Stratasys FDM®- und PolyJet™-Systeme eingesetzt.

Das holländische Start-Up Upprinting Food druckt Lebensmittel aus „Abfall“

Weltweit wird ein Drittel der produzierten Lebensmittel verschwendet. Das am meisten weggeworfene Lebensmittel in den Niederlanden ist Brot. Außerdem werden oft Gemüse und Obst weggeworfen, weil sie zum Beispiel zu hässlich oder zu reif sind, um verkauft zu werden. Upprinting Food ist eine Möglichkeit, die Restnahrungsmittelströme besser zu nutzen und köstlich schmeckende und aussehende Lebensmittel herzustellen. Das Startup wurde 2019 mit dem 3D Pioneers Award ausgezeichnet.

Durch die Mischung und Kombination der verschiedenen Zutaten aus der Restnahrung entstehen Pürees, die dann von einem Lebensmitteldrucker in 3D gedruckt werden. Diese Drucke sind gebacken und dehydriert und sorgen für Crunch und Langlebigkeit. Derzeit hat das Unternehmen Rezepte im Angebot, die auf Brot oder Reis basieren. Wer darauf hofft, demnächst gedruckte Lebensmittel im Supermarkt zu entdecken, muss sich wohl noch etwas gedulden. Upprinting Food konzentriert sich derzeit vor allem auf die Kooperation mit High-End-Restaurants.

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3D-gedruckter Roboterhund Astro nutzt Künstliche Intelligenz

Wissenschaftler der Florida Atlantic University haben innovative Technologien wie den 3D-Druck, Künstliche Intelligenz und Robotik genutzt, um den Roboterhund Astro zu erschaffen. Astro kann seine Umwelt wahrnehmen, Geräusche erkennen und sich durch datenbasiertes Training weiterentwickeln.

Hauptaufgaben für Astro könnte das Aufspüren von Waffen und Sprengstoffen zur Unterstützung von Polizei, Militär und Sicherheitspersonal sein. Außerdem kann Astro auch als Diensthund für Sehbehinderte oder zur medizinischen Diagnoseüberwachung programmiert werden. Die Wissenschaftler trainieren den Roboterhund auch als Ersthelfer für Such- und Rettungseinsätze wie Hurrikanaufklärung oder militärische Manöver.

Roboterhund Astro könnte Sprengstoff aufspühren oder Sehbehinderte begleiten.
Roboterhund Astro könnte Sprengstoff aufspühren oder Sehbehinderte begleiten.
(Bild: Alex Dolce/Flordia Atlantic University)

Der Kopf des Roboterhundes wurde per 3D-Druck erzeugt. Er verfügt über ein "intelligentes" Gehirn, das nicht nach einer starren Programmierung arbeitet. Stattdessen verwendet es ein sogenanntes „Deep Neural Network“, was einem neuronalen Netz mit mehreren sogenannten „hidden layers“, also mehreren Schichten gleichkommt. Das "Deep Neural Network" funktioniert, indem neue Sprachinputs und visuelle Signale in das neuronale Netz geleitet und dann mit vorher eingegeben Trainingsdaten abgeglichen werden. Je nach Übereinstimmung werden die Inputs dann gewichtet und es entsteht so über mehrere Entscheidungskriterien und Schichten hinweg ein Output.

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