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Marktnews // September 2019 // 2 3D-News auf einen Blick

| Redakteur: Stefan Guggenberger

Neuigkeiten rund um Produkte, Marktentwicklungen und Projekte.

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Die wichtigsten News der Additiven Fertigung auf einen Blick.
Die wichtigsten News der Additiven Fertigung auf einen Blick.
(Bild: unsplash)

In unserem Format Marktnews stellen wir Ihnen alle 2 Wochen immer donnerstags Neuigkeiten rund um neue Produkte, relevante Entwicklungen am Markt und spannende Projekte vor. Heute mit folgenden Themen:

  • 1. GE eröffnet 40.000 qm Fertigungswerk in Lichtenfels
  • 2. Siemens und BeAm kooperieren im Bereich Directed Energy Deposition
  • 3. Interview mit Murtfeld - Individuelle Kunststoffe für individuelle Bauteile
  • 4. Software von AMendate verkürzt Designprozesse um bis zu 80 %
  • 5. VDI: Gestaltungsempfehlungen für die Materialextrusion
  • 6. Neuer Werkstoff: Hybridkarbid
  • 7. Aldi-Konzern bietet erstmals 3D-Drucker in Europa an
  • 8. 3D-gedruckte Mode: Bald in der Boutique Ihrer Wahl?

1. // GE Additive eröffnet 40.000 qm großes Fertigungswerk in Lichtenfels

Im oberfränkischen Lichtenfels hat GE Additive eine neue Produktionsstätte eröffnet. Der 40.000 qm große Lichtenfels Campus bietet Platz für bis zu 700 Arbeitsstellen. Nach Unternehmensangaben wird die Belegschaft von GE Additive Concept Laser bis Ende 2019 in den Campus einziehen. Im Fokus der neuen Produktionsstätte soll die Umstellung auf eine additive Serienproduktion liegen. Jason Oliver, President & CEO, GE Additive hofft mit der neuen Produktionsstätte eine globale Anlaufstellen für die Additivindustrie geschaffen zu haben.

Das neue Fertigungszentrum in Lichtenfels bietet Platz für 700 Arbeitsstellen.
Das neue Fertigungszentrum in Lichtenfels bietet Platz für 700 Arbeitsstellen.
(Bild: GE Additive)

Obwohl General Electric mit Schwierigkeiten – bis hin zum Vorwurf des Bilanzbetruges – zu kämpfen hat, plant der Konzern weitere Investitionen in die Additive Fertigung. Neben dem Werk in Lichtenfels wurde erst kürzlich ein neues Werk, als Kompetenzzentrum für Arcam EBM-Produkte, im schwedischen Göteborg eröffnet. Laut GE sind weitere Investitionen in Nordamerika und Europa geplant.

2. // Siemens und BeAm kooperieren im Bereich Directed Energy Deposition

Im Rahmen der EMO Hannover haben der 3D-Drucker-Hersteller BeAm, der sich auf DED-Technologie (Directed Energy Deposition) spezialisiert hat, und Siemens erklärt, ihre bestehende Zusammenarbeit noch weiter zu intensivieren.

Uwe Ruttkamp, Leiter Machine Tool Systems bei Siemens Digital Industries und Vincent Gillet, CEO
Uwe Ruttkamp, Leiter Machine Tool Systems bei Siemens Digital Industries und Vincent Gillet, CEO
(Bild: BeAM)

Grund für die Vertiefung der Beziehung ist die erfolgreiche Umsetzung der Sinumerik One, der neuen CNC-Generation von Siemens. Die Steuerung der Sinumerik wartet mit Software zur Erstellung der Maschinensteuerung und dem dazugehörigen digitalen Zwilling aus einem Engineeringsystem auf und soll so zu einer nahtlosen Integration von Hardware und Software beitragen. Dank des Zusammenspiels von virtuellem und realem Portfolio sowie einer leistungsstarken Hardware verspricht sich Siemens eine deutliche Produktivitätssteigerung.

3. // Individuelle Kunststoffe für individuelle Bauteile

Murtfeldt bietet neben dem Zerspanen der bei Murdotec hergestellten individuellen Kunststoffhalbzeuge seit letztem Jahr auch den industriellen 3D-Druck und Faserverbundbauteile an. Unser Partnerportal Konstruktionspraxis sprach über diese Entwicklung mit dem Geschäftsführer Detlev Höhner.

Im Interview geht es unter anderem darum, wo die Entwicklung bei Technischen Kunststoffen und Hochleistungskunststoffen hingeht. Laut Höhner müssen diese eine immer höhere Festigkeit besitzen, um im Maschinenbau größere Kräfte aufnehmen zu können. Außerdem sollen die Maschinen schneller laufen, bei gleichzeitig verringertem Gewicht. Das heißt, es geht um Geschwindigkeit, um hohe Festigkeit, um Gewichts- und Energieeinsparung.

Das vollständige Interview lesen Sie hier:

4. // Additive Designprozesse mit Software um 80 % verkürzen

Die Software „MSC Apex Generative Design“ von AMendate generiert vollautomatisch komplexe Leichtbaudesigns für die additive Fertigung. Damit verbunden ist eine Zeitersparnis von bis zu 80 %, verglichen mit marktüblichen Softwarelösungen, so der Hersteller.

Die Software MSC Apex Generative Design von Amendate soll 80 % Konstruktionszeit einsparen.
Die Software MSC Apex Generative Design von Amendate soll 80 % Konstruktionszeit einsparen.
(Bild: Amendate)

Anwender müssen nur noch die Randbedingungen eingeben und erhalten in einem Bruchteil der sonst üblichen Zeit – nach wenigen Stunden – ein fertiges Bauteil. Derzeit arbeitet das Team an einer intuitiven Benutzeroberfläche, die eine Bauteiloptimierung ohne umfangreiches Vorwissen ermöglicht und geht somit auf kleinere Unternehmen zu.

5. // Gestaltungsempfehlungen für die Materialextrusion (FDM/FLM)

Der neue Richtlinienentwurf VDI 3405 Blatt 3.4 geht praxisorientiert auf das Verfahren der Materialextrusion, auch FDM (Fused Deposition Modelling) oder FLM (Fused Layer Modelling) genannt, ein.

Der neue Richtlinienentwurf VDI 3405 Blatt 3.4 geht praxisorientiert auf das FDM-Verfahren ein.
Der neue Richtlinienentwurf VDI 3405 Blatt 3.4 geht praxisorientiert auf das FDM-Verfahren ein.
(Bild: shutterstock_732336343)

Die Richtlinienreihe VDI 3405 „Additive Fertigungsverfahren“ bietet mit 15 veröffentlichten Blättern umfangreiche Hilfestellungen beim praktischen Einsatz der additiven Fertigungsverfahren. Der neue Richtlinienentwurf VDI 3405 Blatt 3.4 geht praxisorientiert auf das Verfahren der Materialextrusion, auch FDM (Fused Deposition Modelling) oder FLM (Fused Layer Modelling) genannt, ein. Die VDI 3405 Blatt 3.4 „Additive Fertigungsverfahren; Gestaltungsempfehlungen für die Bauteilfertigung mit Materialextrusionsverfahren“ zeigt Konstrukteuren und Fertigungsplanern, wie additive Fertigungsverfahren, die auf Materialextrusion basieren, angewendet werden. Die Richtlinie empfiehlt, die Potenziale der hohen Gestaltungsfreiheit der additiven Fertigungsverfahren auszuschöpfen.

6. // Neuer Werkstoff: Hybridkarbid

Mit Vibenite 480 hat VBN Components ein neues Hartmetall für Additive Fertigung entwickelt. Das neue Metall eigenet sich für Pulverbettverfahren.

Vibenite 480 ist das erste Hartmetall mit einem Karbidanteil von 65 % für die Additive Fertigung. Der Werkstoff basiert auf Metallpulver, welches durch großflächige industrielle Gaszerstäubung hergestellt wird, wodurch sowohl Kosten als auch Umweltbelastung minimiert werden. Laut VBN Components kombiniert der Werkstoff die Zähigkeit pulvermetallurgischer Schnellarbeitsstähle (PM-HSS) mit der Hitzebeständigkeit von Hartmetallen, daher wird er auch Hybridkarbid genannt. Die Langzeit-Härte für den korrosionsbeständigen Werkstoff gibt der Hersteller mit einer Härte von ~66 HRC bis 750 °C an.

Den vollständigen Artikel lesen Sie hier:

7. // Aldi-Konzern bietet erstmals 3D-Drucker auf europäischem Festland an

In seinen österreichischen Filialen (Hofer) bietet der Aldi-Konzern erstmals 3D-Drucker auf dem europäischen Festland an. Dabei handelt es sich, um einen 3D-Drucker für Privatanwender. Das rund sieben Kilogramm schwere Gerät der Firma Balco Lifestyle (Produktnummer: HE170703) ist ein eher günstiges Einsteigermodell. Laut Hofer sollen die Nutzer damit Gegenstände wie Spielfiguren, Handyhüllen oder Deko-Artikel drucken. Dazu stehen für Käufer online fertige Entwürfe zur Verfügung. Wer bereits 3D-Druck-Erfahrung hat oder sich ausprobieren möchte kann natürlich auch eigene Objekte gestalten.

Was kann der Aldi (Hofer)-Drucker?

Der 3D-Drucker beim Discounter wird für 199 Euro zu haben sein.
Der 3D-Drucker beim Discounter wird für 199 Euro zu haben sein.
(Bild: Hofer)

Das Modell der Firma Balco Lifestyle ist ein Filamentdrucker für den Heimgebrauch mit Touchscreen. Über Hersteller und Produkt erfährt man, zumindest online, nicht viel. Allerdings hat der Aldi-Drucker eine geringere Bauraumgröße (12 x 13,5 x 10 cm) als der Drucker auf der Webiste des Herstellers, was nahe legt, dass es sich bei dem Angebot um eine Sonderanfertigung für den Discounter handelt. Laut Hofer hat das Gerät eine intuitive Steuerung und eignet sich daher auch für 3D-Druck-Neulinge. Ab 26.09.2019 kann der Drucker für 199 Euro in Hoferfilialen gekauft oder online bestellt werden.

8. // 3D-gedruckte Mode: Bald in der Boutique Ihrer Wahl?

Bei der diesjährigen New York Fashion Week gab es wieder 3D-gedruckte Mode zu sehen. Die Modelabel threeASFOUR und Travis Fitch haben zusammen mit Stratasys eine Kollektion entwickelt. Für die „Chro-Morpho“-Kollektion wurden Elemente erstmals direkt auf Stoff gedruckt.

Schon seit Jahren setzten Designer der Haute Couture immer wieder 3D-gedruckte Elemente in ihren Entwürfen ein. Meistens werden die gedruckten Bestandteile separat hergestellt und anschließend an das jeweilige Kleidungsstück angebracht. Bei der „Chro-Morpho“-Kollektion wurde allerdings direkt auf den empfindlichen Stoffen gedruckt.

So sehen die 3D-gedruckten Kleidungsstücke aus.
So sehen die 3D-gedruckten Kleidungsstücke aus.
(Bild: Business Wire)

Die Designer wollten keine Kompromisse bei der Gestaltung ihrer Kleidungsstücke machen, nur weil Teile davon 3D-gedruckt werden. Also musst ein Drucker gefunden werden, der eine Vielzahl an Farben, Texturen und Verläufen erzeugen kann. Fündig wurden die Modeschöpfer bei dem Stratasys J750 PolyJet-Drucker.

Stratasys sieht in der Technik des direkten Druckens auf Textilien den Schlüssel zur Schaffung moderner wie funktionaler Bekleidung. Der amerikanische Hersteller erhofft sich, mit diesem Verfahren einen großen Schritt zur kommerziellen Rentabilität des 3D-Drucks in der Modebranche zu gehen. Naomi Kämpfer, verantwortlich für Kunst, Design und Mode bei Stratasys, erklärte, dass in den nächsten zwei Jahren eine Reihe von 3D-gedruckten Kleidungsstücken von High-Fashion-Marken auf den Markt kommen soll.

Webinar

So gelingt reproduzierbare additive Serienfertigung

Die additive Serienfertigung hat mit immerwährenden Problemen zu tun, wie Reproduzierbarkeit, Qualität und Durchsatz. Im Webinar erklärt Jens Hübner, HP 3D Application Specialist DACH, wie mit der HP-Drucklösung die additive Serienfertigung gelingt.

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