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Marktnews // Oktober 2019 // 2

3D-News auf einen Blick

| Redakteur: Stefan Guggenberger

Neuigkeiten rund um Produkte, Marktentwicklungen und Projekte.

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Die wichtigsten News der Additiven Fertigung auf einen Blick.
Die wichtigsten News der Additiven Fertigung auf einen Blick.
(Bild: unsplash)

In unserem Format Marktnews stellen wir Ihnen alle 2 Wochen immer donnerstags Neuigkeiten rund um neue Produkte, relevante Entwicklungen am Markt und spannende Projekte vor. Heute mit folgenden Themen:

  • 1. Öl- und Gasindustrie nimmt Additive Fertigung in den Fokus
  • 2. 3D-Druck boomt auf den B2B-Märkten
  • 3. Produktneuheiten von XJet auf der Formnext 2019
  • 4. Spezialmesse (EAM) punktet mit Mulit-Location-Konzept
  • 5. Druckerhersteller setzt sich gegen gedruckte Waffen ein
  • 6. Kosmonauten drucken Fleisch im Weltall
  • 7. Fraunhofer ebnet Weg für individuelle Massenproduktion
  • 8. Lithoz stellt neue Keramik-Drucker vor

Öl- und Gasindustrie rückt AM in den Fokus

In Branchen wie der Dental- oder der Automobilindustrie ist die Additive Fertigung bereits eine feste Größe. Dank der enormen Fortschritte im Metall-3D-Druck geht das Analytikunternehmen Globaldata davon aus, dass auch die Öl- und Gasindustrie zunehmend additive Verfahren einsetzen wird.

Aufgrund der komplexen Anlagenkonzepte (z.B. in Raffinerien) wird 3D-Druck für die Öl- und Gasindustrie immer interessanter.
Aufgrund der komplexen Anlagenkonzepte (z.B. in Raffinerien) wird 3D-Druck für die Öl- und Gasindustrie immer interessanter.
(Bild: pixabay)

Aufgrund strengerer Umweltnormen, volatiler Ölpreise und eines immer härter werdenden Wettbewerbs tendieren Unternehmen zu komplexen Anlagenkonzepten, um die betriebliche Effizienz zu steigern. Die Fähigkeit, komplexe Bauteile herzustellen, die mit herkömmlichen Verfahren sonst nicht herstellbar sind, macht den 3D-Druck für die Öl- und Gasindustrie zu einer Must-Have-Technologie, fasst Globaldata zusammen.

Langwierige Prozesse bei der Ersatzteilbeschaffung zwingen Öl- und Gasunternehmen oft zu außergewöhnlich hohen Lagerbeständen, was zu Lagerhaltungskosten führt. Die 3D-Drucktechnologie kann dieses Problem lösen, indem sie es Unternehmen ermöglicht, Teile nach Bedarf herzustellen. Dadurch werden Öl- und Gasunternehmen zukünftig in der Lage sein, die Gesamtkosten für das Supply-Chain-Management zu senken, indem sie die Additive Fertigung als Standardtechnologie einsetzen. Mit dem zunehmenden Einsatz additiver Technologien können die Unternehmen also die Betriebseffizienz steigern und das Unternehmenswachstum fördern.

Die wichtigsten 3D-Druckmärkte wachsen 2019 zweistellig

Das englische Marktforschungsunternehmen Context liefert wieder aktuelle Zahlen zum globalen Markt für 3D-Drucker. Die Briten sammeln weltweite Absatz- und Umsatzzahlen, vom Hobbydrucker (< 2.500 Dollar) bis zu industriellen 3D-Druckern (> 100.000 Dollar).

Während Polymerdrucker im Dentalbereich einen stabilen Absatzmarkt gefunden haben, war die europäische Automobilindustrie bei den Investitionen in Metalldrucker deutlich zurückhaltender als erwartet. Insgesamt entwickeln sich 2019 wohl alle B2B-Preissegmente positiv, was auch daran liegt, dass die Hersteller neue Absatzmärkte erschließen konnten. Im Gegensatz dazu verzeichnen Hobbygeräte in allen Quartalen des aktuellen Jahres sinkende Absatzmengen.

Alle Zahlen und Fakten finden Sie hier:

Zur Formnext präsentiert XJet neue Drucker für Metall- und Keramikteile

Das überarbeitete Produktportfolio von XJet enthält die Carmel 1400M und die Carmel 1400C für die Herstellung von Metall- bzw. Keramikteilen.
Das überarbeitete Produktportfolio von XJet enthält die Carmel 1400M und die Carmel 1400C für die Herstellung von Metall- bzw. Keramikteilen.
(Bild: XJet)

Auf der Formnext 2019 wird XJet auf praktische Demonstrationen setzen, um die Vorteile ihrer NJP Technologie für die additive Fertigung mit Metall und Keramik zu veranschaulichen. Anhand neuer Musterteile soll demonstriert werden, welche industriellen Anwendungen mit der neuen Druckergeneration möglich sind. Auf der Messe werden ein Metall- und ein Keramikdrucker vorgestellt.

Eine Anwendung, die bei der Formnext gezeigt wird, stammt von Marvel Medtech. Das US-amerikanische Unternehmen entwickelte ein Steuerungssystem für Robotereingriffe, das die gefährlichsten winzigen Brustkrebstumore vereist und vernichtet und so deren Ausbreitung verhindert. Medtech nutzt gegenwärtig die additive Fertigung von XJet, um eine Kältetherapiesonde aus Keramik zu entwickeln, eine Schlüsselkomponente des Steuerungssystems. Die Sonde soll sich für den Einsatz in einem MRT-Gerät eignen, damit die Behandlung sofort stattfinden kann. Auch hier sind höchst präzise und komplexe interne Kanäle erforderlich.

Spezialmesse zum 3D-Druck punktet mit Multi-Location-Konzept

Die Sonderschau AM Value Chain bildete die fünf Hauptbereiche der Wertschöpfungskette der additiven Fertigung ab: Einstiegphase, Pre-Process, In-Process, Post-Process sowie den prozessübergreifenden Bereich.
Die Sonderschau AM Value Chain bildete die fünf Hauptbereiche der Wertschöpfungskette der additiven Fertigung ab: Einstiegphase, Pre-Process, In-Process, Post-Process sowie den prozessübergreifenden Bereich.
(Bild: D.Quitter/konstruktionspraxis)

Die regionale Industrie im Fokus, bot die Experience Additiv Manufacturing (EAM) vom 24. bis 26.09.2019 mit knapp 70 Ausstellern, einer Sonderschau, einem Anwenderdialog, einem Seminar und diversen Firmenbesichtigungen einen umfassenden Überblick zur Additiven Fertigung. Rund 1500 Fachbesucher nahmen dieses Angebot wahr. Zu sehen gab es die jüngsten Ergebnisse der Forschung, aktuelle Anwendungen und Zukunftsthemen der industriellen Fertigung. Neben den Einstiegsmöglichkeiten in die industrielle additive Fertigung wurden auch Wege gezeigt, um geeignete Verfahren in bereits bestehende Prozessketten einzugliedern. Ihren praxisbezogenen Charakter unterstrich die EAM mit der Sonderschau AM Value Chain, welche von Toolcraft zusammengestellt wurde.

Weiter Infos zur EAM und eine spannende Bildergalerie finden Sie hier:

Rechtsextremist nutzte 3D-Druck für Terroranschlag in Halle

Dass Desktop-3D-Drucker für die Herstellung von Schusswaffen genutzt werden können ist kein Geheimnis. Bei dem rechtsextremistischen Terroranschlag in Halle am 09.10.2019 setzte der Täter nun eine selbstgedruckte Maschinenpistole ein. Die Pistole beruht auf dem Entwurf eines Waffenaktivisten und wurde komplett aus Metall gefertigt. Glücklicherweise kam es bei der gedruckten Pistole immer wieder zu Ladehemmungen und Aussetzern.

Um die weitere Verbreitung von 3D-gedruckten Schusswaffen einzudämmen, hat sich der französische Druckerhersteller Dagoma etwas einfallen lassen. Dagoma hat 3D-Druckvorlagen für „nutzlose“ Schusswaffen online gestellt, die so manipuliert sind, dass sie niemals einen scharfen Schuss abgeben können. Die Franzosen haben allerdings nicht eigene Entwürfe online gestellt, sondern bereits veröffentlich Modelle „unschädlich“ gemacht, indem sie diese verändert haben. Bedenklich ist allerdings, dass die sabotierten Vorlagen bereits mehr als 13.000 Mal heruntergeladen wurden.

Fleisch kann jetzt gedruckt werden…im Weltall

So ähnlich kann man sich das 3D-gedruckte Weltraumfleisch vorstellen.
So ähnlich kann man sich das 3D-gedruckte Weltraumfleisch vorstellen.
(Bild: © Giuseppe Scionti)

Russischen Kosmonauten haben es geschafft, auf der internationalen Raumstation ISS mit einem 3D-Drucker Fleisch herzustellen. Dies stellt einen Meilenstein für das Ziel, langfristig Speisen außerhalb der Erde in größeren Mengen herzustellen, dar. Verläuft die aktuelle Testreihe erfolgreich, rücken ausgedehnte Missionen in die Tiefen des Weltalls ein Stück näher.

Konkret wurden mithilfe eines Bioprinters künstliches und fleischähnliches Gewebe von Rindern, Hasen und Fischen erzeugt. Es ist der erste 3D-Drucker, mit dem kleinere Mengen von künstlichem Fleisch im All gedruckt werden konnten. Wie wir berichteten, wird 3D-Druck auf der Erde bereits für Lebensmittel eingesetzt.

Für manche mag die Meldung nur eine gelungen PR-Aktion sein, der Kosmonaut Oleg Kononenko sieht das jedoch anders: „Wenn wir uns weiter von der Erde entfernen möchten, um andere Planeten des Solarsystems zu erkunden, brauchen wir eine zuverlässige Nahrungsquelle auf den Missionen. Da der Lagerraum sehr begrenzt ist, müssen wir eine Lösung finden, mit der wir Lebensmittel während der Reise und nach der Landung produzieren können.“

Sechs Fraunhofer-Institute machen individuelle Massenproduktion möglich

Das Fraunhofer-Leitprojekt „Go Beyond 4.0“ zeigt anhand konkreter Beispiele, wie Laser- und Druckverfahren bei der Individualisierung der Massenproduktion helfen.
Das Fraunhofer-Leitprojekt „Go Beyond 4.0“ zeigt anhand konkreter Beispiele, wie Laser- und Druckverfahren bei der Individualisierung der Massenproduktion helfen.
(Bild: Herbst & Herbst .MEDIA, Wiesbaden.)

Schon heute verlassen in Wolfsburg pro Jahr laut den Fraunhofer Instituten nur zwei komplett identische Fahrzeuge das Band, alle anderen unterscheiden sich. Das macht im Schnitt 40.000 individuelle Fahrzeuge am Tag. Diese Individualisierung in der Massenproduktion stellt die produzierende Industrie vor enorme Herausforderungen. Das Fraunhofer-Leitprojekt „Go Beyond 4.0“ hat dafür drei Lösungen entwickelt.

Für das Projekt haben sich die sechs Fraunhofer Instituten ENAS, IFAM, ILT, IOF, ISC und IWU zusammengeschlossen und neue Druck- und Laserverfahren entwickelt, mit denen Leiterbahnen, Sensorik und Beleuchtungsmodule individuell in Bauteile gedruckt werden können. Drei Demonstratoren sollen zeigen, dass die Druck- und Laserverfahren einsatzfähig sind.

Alles zu "Go Beyond 4.0" lesen sie hier:

Lithoz präsentiert Drucksysteme für Hochleistungskeramiken

Der österreichsiche Hersteller erneuert seine CerabFab-Familie mit drei neuen Anlagen für den Druck von Keramikteilen. Das CeraFab-System ist in drei verschiedenen Größen bezüglich Bauplattform und unterschiedlichen Auflösungen, je nach Bedarf der Anwendung, erhältlich. Der modulare Aufbau des Systems ermöglicht die Kombination von bis zu vier Bauteilen, wodurch eine flexible und skalierbare Produktionsumgebung geschaffen wird. Im Vergleich zu Vorgängermodellen konnte die maximale Baugeschwindigkeit vervierfacht werden. Mit den neuesten Druckern sollen laut Lithoz bis zu 150 Schichten pro Stunde möglich sein. Die aktuelle Generation von Projektoren mit WQXGA-Auflösung (2560 x 1600 Pixel) soll eine hohe Präzision für komplexe Bauteile ermöglichen.

Die neuste Generation der CeraFab-Familie soll bis zu viermal schneller drucken, als ihre Vorgänger.
Die neuste Generation der CeraFab-Familie soll bis zu viermal schneller drucken, als ihre Vorgänger.
(Bild: Lithoz)

Zentrales Element des CeraFab-Systems ist eine Datenbank für die Speicherung und Verarbeitung der Prozessdaten, die eine durchgängige Dokumentation von Druckaufträgen ermöglichen soll. Die neuen Drucker eignen sich für die Herstellung von hochreproduzierbaren Komponenten, die dem hohen Qualitätsniveau für High-End-Märkte wie Luft- und Raumfahrt, Industrie und Medizin entsprechen. Vorgestellt werden die neuen Systeme bei der diesjährigen Formnext am 19. November in Frankfurt am Main am Stand 11.1-D32.

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