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Marktnews // Oktober 2019 // 3

3D-News auf einen Blick

| Redakteur: Stefan Guggenberger

Neuigkeiten rund um Produkte, Marktentwicklungen und Projekte.

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Die wichtigsten News der Additiven Fertigung auf einen Blick.
Die wichtigsten News der Additiven Fertigung auf einen Blick.
(Bild: unsplash)

In unserem Format Marktnews stellen wir Ihnen jede Woche immer donnerstags Neuigkeiten rund um neue Produkte, relevante Entwicklungen am Markt und spannende Projekte vor. Heute mit folgenden Themen:

  • 1. Fabrik der Zukunft in Bremen
  • 2. 3D-Marktplatzkonzept soll Nutzer und Anbieter zusammenbringen
  • 3. Neue Lösung zur Serienfertigung auf der Formnext
  • 4. 3D-gedrucktes Gebäude stellt Weltrekord auf

1. Materialise investiert 25 Millionen in 3D-Druck-Zentrum in Bremen

Der Markt für Metall-3D-Druck wächst immer weiter – für Materialise ein Grund, etwa 25 Millionen Euro in ein neues Metall-Kompetenzzentrum am Standort Bremen zu investierten. Der Neubau soll auf rund 3500 m² Platz für über 120 Mitarbeiter und mehr als 30 industrielle Metalldrucker sowie weitere Anlagen und Geräte zur Abdeckung der gesamten additiven Prozesskette bieten. Das Gebäude soll bis Anfang 2021 fertiggestellt werden.

In der Luft- und Raumfahrt ist der Metall-3D-Druck vor allem aufgrund seiner Qualitäten in puncto Leichtbau gefragt.
In der Luft- und Raumfahrt ist der Metall-3D-Druck vor allem aufgrund seiner Qualitäten in puncto Leichtbau gefragt.
(Bild: Materialise)

Im neuen Kompetenzzentrum sollen integrierte Produktion und Entwicklung miteinander vereint werden. Die Bereiche Forschung, Softwareentwicklung und Fertigung sollen in dieser „Fabrik der Zukunft“ unter einem Dach zusammenarbeiten und wechselseitig voneinander profitieren. Zukünftige Flächenerweiterungen sollen durch das flexible Baukonzept zudem einfach durchzuführen sein.

Alles zum neuen Kompetenzzentrum lesen Sie hier:

„Wir drucken vor Ort nicht nur für unsere nationalen und internationalen Kunden, sondern nutzen unsere Erfahrung aus den Fertigungsprozessen auch für die Weiterentwicklung unserer Softwarelösungen. Umgekehrt hilft uns unser Software-Know-how additive Fertigungsprozesse kosteneffizient umzusetzen und hochwertige Lösungen in verschiedenen Metallen zu realisieren.“ Erklärt Marcus Joppe, Geschäftsführer von Materialise.

2. Jellypipe startet neues 3D-Marktplatz-Konzept „Find your Expert“

Auf der Formnext präsentiert Jellypipe das neue Reseller-Store-Konzept „Find your Expert“. Für die Umsetzung von Druckaufträgen soll das neue Jellypipe Ökosystem die richtigen Experten finden. Dabei unterscheidet das System in folgende Kategorien: Architektur, Modellierung, Prototyping, Design und Produktion.

Auf der Formnext stellt Jellypipe ihren neuen 3D-Marktplatz „Find your Expert“ vor.
Auf der Formnext stellt Jellypipe ihren neuen 3D-Marktplatz „Find your Expert“ vor.
(Bild: unsplash.com)

„Der hart umkämpfte Markt von heute verlangt Know-how und Personalisierung als entscheidende Komponenten, um das Kundenerlebnis bei 3D-Produkten zu optimieren“, sagt John Zahm, Mitinhaber von Jellypipe. Die neue Plattform soll es Endproduktnutzern also erleichtern, einfach und schnell qualitativ hochwertige Bauteile und Dienstleistungen zu erhalten. „Unsere 3D-Expert-Stores sind Fachhändler und 3D-Experten, die effektive, kundenrelevante sowie konsistente Unterstützung für manchmal komplexe Anforderungen leisten“, führt Zahm weiter aus.

Wie funktioniert das 3D-Jellypipe-Ökosystem

Vollautomatisierte Prozesstools sollen die Bedienung für Nutzer vereinfachen. Nach Angaben von Jellypipe wurde das Ökosystem mit der Erfahrung von Ingenieuren, Entwicklern sowie professionellen Anwendern entwickelt. Das Ergebnis soll ein umfassender Marktplatz sein, an dem alle Akteure des 3D-Geschäfts beteiligt sind. Mit dem Marktplatz soll die größte 3D-Druckfabrik in der DACH-Region verbunden sein. Das absolute Alleinstellungsmerkmal der Plattform soll aber die Vermittlungsfunktion zwischen Nutzern und Anbietern sein. Weitere Informationen finden Sie auf der Formnext am Stand von Jellypipe.

3. Auf der Formnext zeigt Trumpf eine Lösung zur automatisierten Serienfertigung

Auf der Weltleitmesse für Additive Fertigung, der Formnext in Frankfurt, zeigt Trumpf für den 3D-Drucker TruPrint 1000 eine neue Lösung, um Substratplatten automatisch zu wechseln, was die additive Serienfertigung vorantreiben soll. Bei dieser Funktion, die Trumpf „Multiplate“ nennt, schiebt das Beschichter-Werkzeug der Anlage die Substratplatte nach Prozessende in den Überlaufbehälter. Anschließend bearbeitet der 3D-Drucker selbstständig eine neue Substratplatte. Die Anlage soll nahtlos den nächsten Druckauftrag starten, ohne dass ein Maschinenbediener sie öffnen und eine neue Platte einlegen muss. Das soll Zeit, Kosten und Ressourcen sparen. Außerdem könnten Hersteller Engpässe bei Auftragsspitzen vermeiden, da die Maschine über Nacht durchläuft. Laut Trumpf ist die Lösung besonders für Branchen geeignet, in denen die Auftragslage stark schwankt, etwa die Dentalindustrie. Hier starten Mitarbeiter die 3D-Drucker oft mitten in der Nacht neu, um die Lieferzeiten einzuhalten. Kleinere Zahnlabore haben dafür meistens keine Kapazität und müssen Aufträge ablehnen. Ihnen hilft die Multiplate-Funktion, Engpässe zu vermeiden und wettbewerbsfähig zu bleiben. „Mit unserer Lösung tragen wir zur Industrialisierung der additiven Technologien in der Dentalindustrie maßgeblich bei“, sagt Florian Krist, Produktmanager bei Trumpf Additive Manufacturing.

Bei der Lösung „Multiplate“ schiebt das Beschichter-Werkzeug des 3D-Druckers TruPrint 1000 die Substratplatte nach dem Druck in den Überlaufbehälter.
Bei der Lösung „Multiplate“ schiebt das Beschichter-Werkzeug des 3D-Druckers TruPrint 1000 die Substratplatte nach dem Druck in den Überlaufbehälter.
(Bild: Trumpf)

Die Multiplate-Funktion soll Unternehmen dabei helfen, Zeit und Personalkosten zu sparen. Beispielsweise kleinere Unternehmen könnten davon profitieren, dass sie ihre Anlagen bei Auftragsspitzen ohne zusätzliche Mitarbeiter voll auslasten können. Kunden, die bereits eine TruPrint 1000 besitzen, können ihre Anlagen um die Multiplate-Funktion erweitern lassen. Nach Unternehmensangaben ist die TruPrint 1000 die meistverkaufte industrielle Maschine im Kleinformat weltweit. Ob Trumpf durch die neue Funktion seinen Marktanteil noch weiter steigern kann gilt abzuwarten.

4. Weltrekord für größtes 3D-gedrucktes Gebäude in Dubai

Additive Fertigung und die Bauindustrie, dass scheint zu passen, wie der Laser zum Schmelzen. Auch diese Woche gibt es einen neuen Meilenstein zu vermelden: In Dubai wurde das mit 640 m² größte vollständig 3D-gedruckte Gebäude fertiggestellt. Das Bauwerk wurde bereits in das Guiness Book of World Records aufgenommen.

Wie bei Bauprojekten in Dubai üblich, wird auch im 3D-Druck groß gedacht. Das gerade fertiggestellte 640 m² große Bürogebäude ist etwa 9,5 Meter hoch und aktuell das größte 3D-gedruckte zweistöckige Gebäude der Welt. Im Jahr 2030 sollen in dem Wüstenstaat bereits 25 % aller Gebäude 3D-gedruckt werden. Ob der aktuelle Größenrekord schon bald wieder gebrochen wird ist nicht bekannt. Auffällig an dem Bürogebäude ist allerdings, dass es äußerlich überhaupt nicht auffällig ist. Es sieht aus wie jedes andere Gebäude. Für die Architekten stellt diese Unauffälligkeit auch einen Meilenstein da. Mittlerweile wurde die Technik so weit entwickelt, dass „normale“ Bauwerke mittels 3D-Druck erzeugt werden können.

Für die Umsetzung des Projektes wurden verschiedene Materialien getestet, auch der Punkt Nachhaltigkeit wurde nicht vernachlässigt. Das Haus besitzt daher isolierte Wände, was eine effektivere Heizung und Kühlung möglich macht.

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