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Marktnews // November 2019 // 2 3D-News auf einen Blick

| Redakteur: Stefan Guggenberger

Neuigkeiten rund um Produkte, Marktentwicklungen und Projekte.

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Die wichtigsten News der Additiven Fertigung auf einen Blick.
Die wichtigsten News der Additiven Fertigung auf einen Blick.
(Bild: unsplash)

In unserem Format Marktnews stellen wir Ihnen jede Woche immer donnerstags Neuigkeiten rund um neue Produkte, relevante Entwicklungen am Markt und spannende Projekte vor. Heute mit folgenden Themen:

  • 1. Adidas scheitert mit 3D-Druck in Deutschland
  • 2. Neue Druckergeneration bei Formlabs
  • 3. Laserauftragsschweißen von Großbauteilen
  • 4. Toolcraft setzt auf Siemens Software

1. Adidas scheitert mit Hightech-3D-Fabrik in Deutschland

Die Speedfactory wurde 2018 noch mit dem Deutschen Innovationspreis ausgezeichnet.
Die Speedfactory wurde 2018 noch mit dem Deutschen Innovationspreis ausgezeichnet.
(Bild: Adidas)

Adidas wird die erst 2017 gestartete Speed-Factory (hochautomatisierte Produktion mittels 3D-Druck) aus Deutschland und den USA nach Asien verlegen. Noch im Jahr 2018 erhielt Adidas für die Speed-Facotory den Deutschen Innovationspreis. Vor zwei Jahren waren 3D-Druck und Automatisierung der Schlüssel für die Schuhproduktion in der mittelfränkischen Heimat des Weltkonzerns gewesen, jetzt soll die hochmoderne Fabrik spätestens im April 2020 wieder geschlossen werden. In der Speed-Factory werden die Spitzenmodelle des Konzerns gefertigt. Das Werk in Ansbach sei auf 500.000 Paar Schuhe ausgelegt gewesen und habe nicht an seiner Kapazitätsgrenze gearbeitet, sagte Konzernsprecher Runau. Insgesamt lässt Adidas pro Jahr 400 Millionen Paar Schuhe herstellen. Am 3D-Druck wolle der Konzern jedoch festhalten und ihn künftig bei Zulieferern in Asien einsetzen.

Den Angaben zufolge sind rund 100 Mitarbeiter von der Schließung betroffen. "Wir können betriebsbedingte Kündigungen noch nicht ausschließen", sagte eine Sprecherin des Adidas-Partners Oechsler AG, der die Speed-Factorys in Ansbach und Atlanta aufgebaut hatte und bisher betreibt.

Woran scheitert die additive Schuhfabrik in Deutschland?

Nach Angeben des Unternehmens, soll es sinnvoller sein, auch die Produktion der Speed-Factorys dort zu konzentrieren, wo das Knowhow und die Lieferanten säßen, sagte Runau. Für die Schließungen in Europa und Amerika sollen also weniger finanzielle als vielmehr organisatorische Gründe verantwortlich sein.

Hinzukommt, dass Asien technologisch schneller aufgeholt hat, als dass 2015 absehbar gewesen sei. Im Bereich der additiven Fertigung gibt es beispielsweise in China erhebliche Förderprogramme, die es in Deutschland so nicht gibt. Darüber hinaus drängen immer mehr 3D-Druckeranbieter und -Dienstleister aus Fernost auf den Weltmarkt und machen westlichen Firmen Konkurrenz. Mit der Speedfactory war die Hoffnung verknüpft, zumindest einen Teil der Produktion wieder nach Deutschland zu verlegen. Für das Massengeschäft war die 3D-Fabrik aber nie gedacht, dieses sollte weiterhin auf in Handarbeit geklebten Schuhen aus Fernost beruhen.

2. Formlabs bringt neuen 3D-Drucker für die Dentalbranche auf den Markt und gründet neuen Geschäftsbereich für Zahntechnik

Formlabs, stärkt sein Engagement im aufstrebenden Dentalmarkt. Formlabs Dental, die neu geschaffene Geschäftseinheit des Unternehmens, besteht aus einem Team von Zahnärzten, die sich der Bereitstellung von 3D-Drucklösungen für ihre Branche widmen. Der neue Drucker Form 3B und die dazugehörige Plattform werden über die nächste Generation von Dentalmaterialien, ein spezielles Serviceteam und Software verfügen, was die Arbeitsabläufe optimieren soll. Nach Unternehmensangaben wurden auf dem Vorgängermodell (Form 2) bereits mehr als 13 Millionen Dentalteile gedruckt. Mit dem neuen Form 3B möchte Formlabs diese Zahl natürlich nochmals übertrumpfen: „Unser neuer Form 3B-Drucker ist einzigartig darauf zugeschnitten, den Arbeitsprozess nahtlos zu digitalisieren, zu rationalisieren und zu beschleunigen“, sagt Max Lobovsky, CEO und Mitbegründer von Formlabs.

Mit dem neuen Form 3B-Drucker möchte Formlabs seine Position in der Dentalbranche weiter ausbauen.
Mit dem neuen Form 3B-Drucker möchte Formlabs seine Position in der Dentalbranche weiter ausbauen.
(Bild: Formlabs)

Der neue Drucker soll mehr als zehn verschiedene Dentalanwendungen beherrschen, zwischen denen der Anwender problemlos Wechseln können soll. Das Portfolio umfasst unter anderem Kronen- und Brückenmodelle, Operationsschablonen sowie Zahnprothesen.

Darüber hinaus kündigt Formlabs Dental die Formlabs Materials Partner Platform für den Form 3B an. Die Formlabs Materials Partner Platform ermöglicht es Drittanbietern, mit Formlabs zusammenzuarbeiten. Interessierte Hersteller, die ihre Materialien auf dem Form 3B zur Verfügung stellen möchten, können sich an Formlabs wenden.

3. Laserauftragschweißen von großen Bauteilen

Die Lasertec 125 3D hybrid ist das Highlight auf dem Formnext-Messestand von DMG Mori.
Die Lasertec 125 3D hybrid ist das Highlight auf dem Formnext-Messestand von DMG Mori.
(Bild: DMG Mori)

DMG Moris Highlight auf der Formnext 2019 ist die Lasertec 125 3D hybrid. Per Laserauftragschweißen kann sie Werkstücke bis 2000 kg aufbauen. Mit der Lasertec 125 3D hybrid erweitert DMG Mori sein Portfolio im Laserauftragschweißen mit Pulverdüse um ein Modell für die Instandsetzung, Reparatur und Fertigung größerer Bauteile. Die Hybrid-3D-Drucker basieren auf den Universal-Bearbeitungszentren der monoBlock-Baureihe und sind für Bauteilabmessungen bis ø 1250 mm × 745 mm ausgelegt. Das maximale Werkstückgewicht liegt bei 2000 kg. Die steife Maschinenkonstruktion und die hohe Dynamik der Lasertec 125 3D hybrid erlauben eine präzise, prozesssichere und gleichzeitig wirtschaftliche Komplettbearbeitung anspruchsvoller 3D-Bauteile aus metallischen Werkstoffen, sagt DMG Mori.

Kunden könnten hohe Aufbauraten erwarten und eine Wiederholgenauigkeit, die sie von CNC-Maschinen gewohnt sind. Zum Soft- und Hardwareangebot für die Maschine gehört der neue AM Assistant. Dieser umfasst als Hardware eine integrierte Wärmebildkamera zur durchgehenden Wärmebetrachtung des gesamten Arbeitsraumes. Als Teil des AM Assistant bietet die AM Evaluator Software eine nachgeschaltete intelligente Auswertungssoftware für 3D-Prozessdaten.

4. Toolcraft (AMbitious) wird Smart Expert Partner im Bereich Siemens‘ NX AM

Die MBFZ toolcraft GmbH gibt bekannt, dass es von Siemens Digital Industries Software für den Smart Expert Partner Status anerkannt wurde. Die Initiative von Siemens zeichnet Solution Provider Partner aus, die einen umfassenden Prüfungs- und Validierungsprozess erfolgreich erfüllt haben, der sie als Marktführer mit nachweisbaren Geschäfts-, Produkt- und Branchenkompetenzen in spezifischen Siemens Digital Industries Software Technologien auszeichnet. Unter der Marke AMbitious wird Toolcraft ab dem Frühjahr 2020 die NX™ Software mit ihren Bausteinen entlang der AM-Prozesskette vertreiben und schulen.

Toolcraft setzt für den Betrieb seiner Anlagen auf die Siemens NX Software.
Toolcraft setzt für den Betrieb seiner Anlagen auf die Siemens NX Software.
(Bild: Toolcraft)

2017 entschied sich Toolcraft für das Siemens‘ NX Software Paket. Bis dahin waren verschiedene Softwaresysteme bei den einzelnen Prozessschritten in der additiven Fertigung im Einsatz. Dies führte teilweise zu einem separaten und ineffizienten Daten- und Fertigungsprozess. Die Optimierung des Prozesses von der Konstruktion bis zur Fertigung und Nachbearbeitung gelingt seither mithilfe der Siemens‘ NX Software, eine führende integrierte Lösung für Computer Aided Design, Manufacturing und Engineering (CAD/CAM/CAE).

Über AMbitious kann die Siemens‘ NX Software mit dem AM-Bausteinen nicht nur erworben, sondern vor allem erlernt werden. Auch der First-Level-Support wird in Zukunft über die neue Marke abgedeckt. Die Experten von Toolcraft bieten ein ganzheitliches Schulungskonzept vom AM-gerechten Design (inklusive Support) über Bauteilauslegung, Fertigungsstrategie und Prozesssimulation bis zur Fertigung und zerspanenden Nacharbeit.

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