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Marktnews // Dezember 2019 // 1 3D-News auf einen Blick

| Redakteur: Stefan Guggenberger

Neuigkeiten rund um Produkte, Marktentwicklungen und Projekte.

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Die wichtigsten News der Additiven Fertigung auf einen Blick.
Die wichtigsten News der Additiven Fertigung auf einen Blick.
(Bild: unsplash)

In unserem Format Marktnews stellen wir Ihnen jede Woche immer donnerstags Neuigkeiten rund um neue Produkte, relevante Entwicklungen am Markt und spannende Projekte vor. Heute mit folgenden Themen:

  • 1. Ein digitales Lager für on-demand Produktion
  • 2. EOS entwickelt Lösung mit CO-Laser für industriellen 3D-Druck
  • 3. Formlabs übernimmt Spectra und gründet Geschäftsbereich für Zahntechnik
  • 4. Kooperation für automatisiertes Pulverhandling
  • 5. Fraunhofer und Additive Industries kooperieren in den Niederlanden

1. Ein digitales Lager für on-demand Produktion

Die Gerhard Schubert GmbH, ein Marktführer für Verpackungsmaschinen, setzt auf eine digitales Lagersystem und 3D-Drucker, die direkt bei ihren Kunden stehen. Die automatisierten Verpackungsmaschinen von Schubert sind modular aufgebaut, daher werden sie auch für viele unterschiedliche Anwendungen genutzt. Wenn der Kunde das Produkt verändert, zum Beispiel vom Schokohasen zum Schokoweihnachtsmann, bleibt die Maschine gleich, nur die verwendeten Werkzeuge und Aufsätze werden getauscht.

Die Maschinen von Schubert kommen hauptsächliche in der Lebensmittel- und Kosmetikindustrie zum Einsatz. Der Einsatz von 3D-Druck-Technologien soll die Flexibilität der Verpackungsanlagen weiter steigern und die Beschaffungszeiten von Werkzeugen für die Kunden verkürzen. Außerdem sollen die Entwicklungszeiten, verglichen mit herkömmlichen Werkzeugen, deutlich verkürzt werden. Dafür nutzt Schubert Drucker von Ultimaker, die in einem Bauraum mehr als 200 der für Schubert typischen Werkzeuge in einem Bauraum herstellen können.

Ziel des digitalen Lagers ist es, dass die Kunden nur noch den Druck per Klick anstoßen müssen. Daher hat Schubert eine online Bibliothek entwickelt, die als Hub für druckbare Teile dient. Weil die Kunden selbst drucken, muss Schubert vorher die Druckparameter festlegen und die Qualität der Teile garantieren. Zum Service gehört auch ein verschlüsselter Datentransfer, der sicherstellt, dass die richtigen Dateien verschickt werden und Datenleaks verhindern soll.

2. EOS entwickelt Lösung mit CO-Laser für industriellen 3D-Druck

Die kunststoffbasierte FDR-Technologie ermöglicht hochfeine Oberflächen und filigrane Bauteile.
Die kunststoffbasierte FDR-Technologie ermöglicht hochfeine Oberflächen und filigrane Bauteile.
(Bild: EOS)

Auf der Formnext 2019 hat Eos erstmalig die FDR-Technologie (Fine Detail Resolution) für die Verarbeitung von Polymeren vorgestellt. Damit wären die Krailinger die ersten, die CO-Laser für den pulverbasierten industriellen 3D-Druck einsetzen. Der Laser soll hochfeine Oberflächen und filigrane Bauteile mit einer minimalen Wandstärke von 0,22 mm herstellen können. Im Vergleich zur bestehenden SLS-Technologie hat der CO-Laserstrahl einen nur halb so großen Fokusdurchmesser. Dies soll neue Belichtungsparameter ermöglich und vor allem hochfeine Oberflächen umsetzbar machen. Zunächst wird der zertifizierte PA 1101 Werkstoff eingesetzt, der in Schichten von 40 und 60 µm verarbeitet wird.

Der CO-Laser soll neue Anwendungsbereiche für Eos-Anlagen im Bereich des Kunststoffdrucks erschließen. Beispielsweise kann er für die Herstellung von Filtereinheiten und Fluidführungen, Steckern und anderen Elektronikbauteilen oder Konsumgütern wie etwa Brillen verwendet werden.

Dr. Tim Rüttermann, Senior Vice President Division Polymer, dazu: „Die neue Technologie wird das Beste aus zwei Welten verbinden – die Detailauflösung der Stereolithographie (SLA) mit der Haltbarkeit und Qualität des pulverbasierten industriellen 3D-Druck (SLS).“

3. Formlabs übernimmt Spectra und gründet Geschäftsbereich für Zahntechnik

Der Form 3B kommt im Desktopformat daher und ist für biokompatible Materialien der Dentalindustrie optimiert.
Der Form 3B kommt im Desktopformat daher und ist für biokompatible Materialien der Dentalindustrie optimiert.
(Bild: Formlabs)

Formlabs hat die Übernahme der Spectra Group Photopolymers LLC bekannt gegeben. Seit der Markteinführung von Formlabs im Jahr 2012 ist Spectra der Hauptlieferant für die firmeneigenen Kunstharzmaterialien. Das Unternehmen kündigt an, dass es weitere Investitionen in die Modernisierung der Anlage für biokompatible Fertigung tätigen wird. „Biokompatibilität ist ein spannendes neues Feld für Formlabs und Spectra.“, sagt Alex Mejiritski, Präsident von Spectra Photopolymers.

„Die Unterstützung eines erfolgreichen Druckprozesses bedeutete rigorose Maschinenentwicklung, innovative Materialentwicklung und die Ermöglichung einer nahtlosen Prozesseingliederung für unsere Anwender”, sagt Max Lobovsky, CEO und Mitbegründer von Formlabs.

Zudem hat Formlabs die Gründung des neuen zahntechnischen Geschäftsbereichs Formlabs Dental sowie des neuen 3D-Drucker Form 3B Dental und Materialien angekündigt. Diese sind laut Angaben des Herstellers auf die Bedürfnisse von Zahnärzten, Labore und Kieferorthopäden zugeschnitten.

4. Kooperation bietet automatisiertes Pulverhandling an

Über das Firmennetzwerk AM Powder Plus (AMP+) bringen die Assonic Dorstener Siebtechnik Gmbh, die Solukon Maschinenbau Gmbh und die Ult AG eine Lösung für automatisiertes Teile- und Pulverhandling für das SLM-Verfahren auf den Markt. Der Prozess umfasst die Entpulverung 3D-gedruckter Bauteile sowie die Aufbereitung überschüssiger Pulver. Dabei soll der End-to-End-Prozess den neuesten Arbeitssicherheitsanforderungen entsprechen und eine trockene Prozessatmosphäre sicherstellen.

Die Geschäftsführer der AMP+
Die Geschäftsführer der AMP+
(Bild: amp plus)

Die drei Unternehmen bringen ihr jeweiliges Know-how in die Kooperation ein, um einen möglichst automatisierten Prozessablauf zu gestalten. Die Siebmaschienen, deren Siebbeläge per Ultraschall in Frequenzbereichen zwischen 30 und 38 Kilohertz angeregt werden, stammen von Assonic. Durch Zuführen von neuem Pulver und eine zusammen mit der Ult AG entwickelten Trocknungstechnologie soll eine konstant hohe Qualität des Pulvers erzielt werden. Zu der Aufbereitung kommt noch die Entnahme- und Entpulverungstechnologie der Solukon Maschinenbau GmbH. Als dritter Partner bringt die Ult AG ihr Know-how im Bereich lufttechnischer Anlagen ein. Die Absaug- und Filtertechnik soll die Reinigung jener Gase, die in inerten SLM-Prozessen zum Einsatz kommen, sicherstellen. Für den stabilen Betrieb von SLM-Anlagen ist außerdem eine effiziente Prozesslufttrocknung notwendig, die ebenfalls von der Ult Ag bereitgestellt wird. Diese soll verhindern, dass die Pulver Luftfeuchte aufnehmen, was zum Verklumpen oder Oxidieren führen kann.

5. Fraunhofer und Additive Industries kooperieren in den Niederlanden

Durch die Zusammenarbeit des Fraunhofer Project Centers an der Universität Twente (FPC@UT) und des Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnologie IPT aus Aachen mit dem niederländischen Unternehmen Additive Industries B.V. mit Sitz in Eindhoven baut Fraunhofer seine Aktivitäten in den Benelux-Ländern weiter aus: Über das Fraunhofer Project Center erhält die niederländische Industrie ab sofort einen neuen Zugang zur Forschung und Entwicklung im Bereich der additiven Fertigung.

v.L.n.R: Jan-Cees Santema (Additive Industries), Kristian Arntz (Fraunhofer IPT), Daan Kersten (Additive Industries), Biba Visnjicki (FPC@UT), Kai Winands (Fraunhofer IPT), Ian Gibson (FPC@UT), Maurice Herben (Fraunhofer IPT), Harry Dirrigl (Additive Industries), Harry Kleijnen (Additive Industries)
v.L.n.R: Jan-Cees Santema (Additive Industries), Kristian Arntz (Fraunhofer IPT), Daan Kersten (Additive Industries), Biba Visnjicki (FPC@UT), Kai Winands (Fraunhofer IPT), Ian Gibson (FPC@UT), Maurice Herben (Fraunhofer IPT), Harry Dirrigl (Additive Industries), Harry Kleijnen (Additive Industries)
(Bild: Copyright H.Kleijnen 2018)

Während der Formnext 2019, der internationalen Fachmesse für Additive Manufacturing vom 19. bis 22. November in Frankfurt am Main, gaben die Partner ihre Zusammenarbeit bekannt, um zukünftig gemeinsam an industrierelevanten Entwicklungen auf dem Gebiet des pulverbettbasierten Laserschmelzens (L-PBF) zu arbeiten. Ziel ist es, den Einsatz der L-PBF-Technologie in der industriellen Serienproduktion zu erleichtern und ihre Implementierung in bestehende Prozessketten zu beschleunigen.

Da die Partnerschaft zwischen Additive Industries, Fraunhofer IPT und dem FPC@UT speziell darauf abzielt, die additiven Prozesse in bestehende industrielle Prozessketten zu integrieren, legen die Partner besonderen Wert auf eine ganzheitliche Betrachtung. So werden additive Verfahren nicht nur als einzelne weitere Schritte in der Produktionskette betrachtet, sondern es werden alle vorangehenden und nachfolgenden Schritte in die Entscheidungsprozesse über den Einsatz der Technologien durch die Experten einbezogen.

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