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Marktnews // Januar 2020 // 1 3D-News auf einen Blick

| Redakteur: Stefan Guggenberger

Neuigkeiten rund um Produkte, Marktentwicklungen und Projekte.

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Die wichtigsten News der Additiven Fertigung auf einen Blick.
Die wichtigsten News der Additiven Fertigung auf einen Blick.
(Bild: unsplash)

In unserem Format Marktnews stellen wir Ihnen jede Woche immer donnerstags Neuigkeiten rund um neue Produkte, relevante Entwicklungen am Markt und spannende Projekte vor. Heute mit folgenden Themen:

  • 1. Xerox droht HP mit feindlicher Übernahme
  • 2. 3D-gedruckte Sicherheitsteile im Bahnverkehr
  • 3. Postprocessing für die Additive Fertigung
  • 4. Neue Software zur Bauteiloptimierung

Xerox droht HP mit feindlicher Übernahme

HP ist nach eigenen Angaben bereit mit ihrer Metal-Jet-Technologie in Serie zu gehen. Für VW wurden auf HP-Druckern bereits 10.000 Modelle eines neuen E-Fahrzeugs hergestellt.
HP ist nach eigenen Angaben bereit mit ihrer Metal-Jet-Technologie in Serie zu gehen. Für VW wurden auf HP-Druckern bereits 10.000 Modelle eines neuen E-Fahrzeugs hergestellt.
(Bild: VCG)

Dass Xerox HP übernehmen möchte ist bereits seit November 2019 bekannt, nun hat sich Xerox das Kapital für eine feindliche Übernahme gesichert. 33 Milliarden US-Dollar will der Drucker-und Kopiererhersteller Xerox in die Hand nehmen um HP zu übernehmen, was der Vorstand von HP bisher abgelehnt hat. Ein 24 Milliarden US-Dollar schweres Darlehen mehrerer Privatbanken soll jetzt eine feindliche Übernahme seitens Xerox ermöglichen.

Dabei dürften die Fortschritte von HP im 3D-Druck eine wesentliche Rolle spielen. Im Bereich des Polymerdrucks ist HP binnen kürzester Zeit zu einem der führenden Unternehmen aufgestiegen und auch im Metalldruck stehen die Amerikaner mit ihrer Metal-Jet-Technologie in den Startlöchern. Dass sich auch Xerox auf die Additive Fertigung konzentrieren möchte, gab das Unternehmen bereits 2018 bekannt. Mit der Übernahme von HP könnten sie ihren technologischen Rückstand mit einem Schlag überwinden und wären sowohl im 3D-Metalldruck als auch im 3D-Kunstsoffdruck konkurrenzfähig.

Sollte HP weiterhin alle Angebote ablehnen, könnte es zu einem sogenannten Proxy-Kampf kommen. Dabei wird Xerox versuchen HP-Aktionäre von den Vorteilen einer Übernahme zu überzeugen oder Aktionärsvollmachten zu erwerben, ohne Aktien zu kaufen.

Zulassung für das erste 3D-gedruckte Sicherheitsbauteil im Schienenverkehr

Hier ist die additive gefertigte Hängelasche vor einer Hamburger U-Bahn zu sehen.
Hier ist die additive gefertigte Hängelasche vor einer Hamburger U-Bahn zu sehen.
(Bild: Mobility goes Additive e. V.)

Zum ersten Mal ist es dem Netzwerk Mobility goes Additive e. V. gelungen, ein sicherheitsrelevantes Bauteil im Schienenverkehr zuzulassen. Die sogenannte „Hängelasche“ gehört zur Bremseinheit einer U-Bahn und wird jetzt im Netz der Hamburger Hochbahn AG eingesetzt. Die Zulassung des additiv gefertigten, hochbelasteten und sicherheitsrelevanten Bauteils dauert knapp zwei Jahre und markiert einen Meilenstein für die Mitglieder von Mobility goes Additive. Andere, nicht sicherheitsrelevante, Zugersatzteile werden schon länger per 3D-Druck hergestellt.

Nach einem gemeinsam entwickelten Zulassungskonzept konnte die Einsatzeignung des additiv hergestellten Bauteils erfolgreich nachgewiesen werden. Die erforderlichen Prozeduren zur Qualitätssicherung, korrespondierende Tests sowie umfangreiche Dokumentationen wurden abschließend durch den TÜV Süd begutachtet und für positiv befunden. Aufbauend auf diesen Präzedenzfall soll künftig ein Standard für weitere Zulassungen auf bundesweiter Ebene entwickelt werden, um die Anwendungsmöglichkeiten 3D-gedruckter Teil im Schienenverkehr voranzutreiben.

Postprocessing für die Additive Fertigung

Am 13. Februar 2020 veranstaltet unser Partnerportal MM Maschinenmarkt in Würzburg die Fachkonferenz „3D-Druck! Und dann? – Postprocessing für die Additive Fertigung”. Mit der zunehmenden Industrialisierung des 3D-Drucks steigt auch der Bedarf an industrietauglichen Nachbearbeitungsprozessen. Genau damit haben aber viele Anwender noch Schwierigkeiten und zögern deshalb, Additive Fertigung in ihre Produktion zu integrieren.

Postprocessing stellt für viele Anwender eine Herausforderung dar.
Postprocessing stellt für viele Anwender eine Herausforderung dar.
(Bild: VCC)

Auf der Fachtagung „3D-Druck! Und dann? – Postprocessing für die Additive Fertigung“ lernen Sie die Varianten der Nachbearbeitung kennen, die speziell auf die Bedürfnisse additiv gefertigter Bauteile abgestimmt wurden. Erfahren Sie, welche Arbeitsschritte in welchen additiven Verfahren nicht mehr zwingend per Hand erledigt werden müssen. Außerdem werden Ihnen Redner Möglichkeiten vorstellen, wie bereits in der Konstruktion Vorkehrungen für eine leichtere Nachbearbeitung getroffen werden.

Das Programm, die Referenten, weitere Informationen und natürlich die Anmeldung finden Sie hier.

Neue Software zur Bauteiloptimierung

Altair stellt mit Inspire Print 3D eine neue Software vor, mit der Konstruktionen für die Additive Fertigung effizient erstellt, bewertet und optimiert werden können. Mit dieser Software steht eine eine Reihe schneller und genauer Werkzeuge bereit, die die Konstruktion und die Simulation des SLM-Prozesses (= Selective Laser Melting, selektives Laserschmelzen) erleichtern sollen.

Inspire Print 3D soll eine schnelle und einfache Softwareumgebung vom generativen Design bis zur Fertigungsbewertung für den 3D-Druck zur Verfügung stehen.
Inspire Print 3D soll eine schnelle und einfache Softwareumgebung vom generativen Design bis zur Fertigungsbewertung für den 3D-Druck zur Verfügung stehen.
(Bild: Altair)

Die Lösung soll es Konstrukteuren ermöglichen, fertigungsgerechte Bauteile für die Additive Fertigung zu entwickeln. Die wesentliche Prozessvariablen können in einer einzigen immersiven Umgebung bewertet und einfach verändert werden. Laut Hersteller ermöglicht Inspire Print 3D Designs mit minimalen Stützstrukturen und einer optimalen Orientierung auf beliebigen 3D-Druckern und reduziert Trial-and-Error Versuche durch die Simulation der Bauteilerstellung inklusive Kühlung, Zuschnitt und Rückfedern.

Wie Altair angibt, können Unternehmen mit Inspire Print 3D ihre Entwicklungs- und Fertigungskosten senken, indem sie die Stützstrukturen auf ein Minimum reduzieren sowie Materialverbrauch, Druckdauer und den Aufwand für Nachbearbeitung verringern. Ingenieure sollen in der Lage sein, potenzielle Mängel wie Bauteilverformung, Delamination und Überhitzung vor dem Druck schnell aufzudecken und zu korrigieren.

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