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Marktcheck

Additive Fertigung in Deutschland – Jobs, Unternehmen & Zukunft

| Redakteur: Stefan Guggenberger

Wir geben Ihnen eine Übersicht der additiven Branche: Welche Jobs und Unternehmen gibt es? Wie sind die Zukunftsaussichten? Und vieles mehr, zur additiven Branche in Deutschland.

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Die additive Branche differenziert sich schnell. Wir geben Ihnen einen Überblick der Märkte, Unternehmen und Jobs.
Die additive Branche differenziert sich schnell. Wir geben Ihnen einen Überblick der Märkte, Unternehmen und Jobs.
(Bild: unsplash.com)

Der Markt für Additive Fertigung wächst rasant und wird immer vielfältiger. Wir geben Ihnen einen Überblick der wichtigsten Unternehmen und deren Tätigkeitsbereiche. Außerdem beleuchten wir Marktvolumen und Zukunftsprognosen. Speziell für den deutschen Raum haben wir zusammengestellt, welche Arbeitnehmerprofile gefragt sind.

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Welche Unternehmen sind auf dem deutschen Markt tätig?

Wir haben für Sie einige wichtige deutsche Hersteller, Anwender und Dienstleister der Additiven Fertigung unter die Lupe genommen.

5 Big-Player der additiven Branche

Eos GmbH: Eos ist der Platzhirsch auf dem deutschen Markt. Bereits seit 1989 sind die Krailinger aktiv. Damals wurde das Unternehmen mit dem Auftrag gegründet, eine Stereolithografieanlage für BMW zu entwickeln. Mittlerweile ist Eos weltweit der zweitgrößte Hersteller für industrielle 3D-Drucker, nur das US-Unternehmen Stratasys ist noch größer. Für das Geschäftsjahr 2017 wies Eos einen Umsatz von 345 Millionen Euro aus. Kerngeschäft des Unternehmens sind Drucker mit Lasersintertechnologien.

Trumpf: Der schwäbische Werkzeugmaschinenbauer beschäftigt weltweit mehr als 13.400 Mitarbeiter und vermeldete für 2018 einen Umsatz von 3,5 Milliarden Euro (nur ein Teil entfällt auf AM). Seit rund 20 Jahren ist das Familienunternehmen auch in der Additiven Fertigung tätig. Trumpf fertigt industrielle Anlagen im Bereich der Laser Metal Fusion (pulverbettbasiertes Laserschmelzen) und der Laser Metal Deposition (generatives Laserauftragschweißen).

GE Additive (Concept Laser): Das amerikanische Industrieurgestein ist weltweit in etlichen Technologiesparten vertreten. Mit dem Zukauf der deutschen Concept Laser GmbH im Jahr 2016 machte GE im Bereich der additiven Fertigung Ernst. Auf dem Markt für Metall-3D-Drucker ist GE Additive mittlerweile weltweit führend. Im Herbst 2019 wurde ein 40.000 qm großes Fertigungswerk im oberfränkischen Lichtenfels eröffnet.

Siemens: Bis jetzt stellen die Münchner zwar keine Drucker her, aber sie sind trotzdem Pioniere des 3D-Drucks – in den Bereichen Anwendung, Software und industrieller Fertigung. Siemens hat es sich zur Aufgabe gemacht digitale End-to-End-Lösungen für eine effiziente Additive Fertigung anzubieten. Dazu zählen verschiedene integrierte und vernetzte Softwareanwendungen, die alle Bereiche eines additiven Fertigungsprozesses abdecken sollen sowie weitere Dienstleistungen. Siemens druckt für sich und andere Unternehmen aus verschiedensten Branchen (Automobil, Energie, Luftfahrt,…) Endbauteile. Insgesamt sind wohl wenige andere Unternehmen so gut in der additiven Branche vernetzt wie Siemens.

Toolcraft: Das mittelfränkische Unternehmen ist einer der führenden 3D-Druckdienstleister für industrielle Anwendungen. Toolcraft hat sich auf die Umsetzung von kundenspezifischen Lösungen im Bereich des 3D-Metall-Drucks spezialisiert. Unter anderen liefert Toolcraft Triebwerksbestandteile für Airbus-Flugzeuge. Weitere Kernabnehmer sind die Automobilindustrie und die Medizintechnik. Aktuell beschäftigt das 1989 gegründete Unternehmen etwa 400 Mitarbeiter.

Der Markt – B2B dominiert // Anwender wollen In-house // Polymer vs. Metall

Wir haben für Sie zusammengefasst, welche Themen aktuell wichtig sind und wie sich der Markt wahrscheinlich entwickeln wird:

Seit einiger Zeit dominieren Hersteller von industriellen Anlagen den Gesamtmarkt für 3D-Drucker. Laut einem Report des englischen Marktforschungsunternehmens Context sind Industrie-Drucker im Jahr 2019 für 79 % der Gesamtumsätze mit 3D-Druckern verantwortlich. Betrachtet man die sinkenden Absatzzahlen von Hobbygeräten, werden die Profis ihre Marktdominanz in den nächsten Jahren vermutlich weiter ausbauen. Bei den professionellen Anlagen, mit einem Anschaffungswert von über 20.000 Dollar, schaffen es die fünf größten Anbieter, 59 % des Umsatzes auf sich zu vereinen.

In welchen Branchen wird AM angewandt?

Sowohl in der Spitzentechnologiebranche Luftfahrt als auch im Konsumgüterbreich ist AM besonders stark vertreten.
Sowohl in der Spitzentechnologiebranche Luftfahrt als auch im Konsumgüterbreich ist AM besonders stark vertreten.
(Bild: VCG)

Interessant ist, dass Additive Fertigung sowohl in Hochtechnologiebranchen (Luftfahrt, Chemie, Elektrotechnik) als auch bei Konsumgütern verstärkt eingesetzt wird. In der Luftfahrt setzen beispielsweise 78 % aller Unternehmen auf 3D-Druck. Im Bereich der Konsumgüter sind es etwa 76 %. Jedoch unterscheiden sich die Branchen in der Art der Anwendung: Die Luftfahrt profitiert im größeren Sinne von der möglichen Bauteiloptimierung der Fertigbauteile. Bei Massenproduktionen (Konsumgüter, Automobilindustrie) werden additive Technologien hingegen hauptsächlich für Formen-, Werkzeug- und Prototypenbau eingesetzt. Insgesamt erwarten 49 % aller deutschen Unternehmen bis 2022 Endprodukte mit 3D-Druck zu produzieren (Quelle: EY´s Global 3D Printing Report 2019).

Anwender setzen auf In-house-Produktion

Die befragten Unternehmen setzen schon 2019 verstärkt auf In-house-3D, in Zukunft wird sich dieser Trend wohl noch verstärken.
Die befragten Unternehmen setzen schon 2019 verstärkt auf In-house-3D, in Zukunft wird sich dieser Trend wohl noch verstärken.
(Bild: VCG)

Beinahe alle Anwender stehen vor der Frage, ob In-house oder Outsourcing bei der Additiven Fertigung sinnvoll ist. Laut dem Global 3D Printing Report von EY, setzen die Unternehmen derzeit in erster Linie auf interne Lösungen: 40 % der Befragten haben eigenen Maschinen im Haus und nur 26 % wenden sich an externe Anbieter. Dies bedeutet auch, dass sich die meisten Anwender dazu entschlossen haben, additives Know-how im Unternehmen aufzubauen und Stellen zu schaffen. In Zukunft wird sich dieses Bild vorrausichtlich noch verstärken, da bis 2022 sogar 56 % der Anwender 3D-Druck In-house umsetzen möchten.

Wo liegt die Zukunft? Metall vs. Kunststoff

Die Verwendung von Polymer in der additiven Fertigung ist auch 2019 noch verbreiteter als Metall-3D-Druck.
Die Verwendung von Polymer in der additiven Fertigung ist auch 2019 noch verbreiteter als Metall-3D-Druck.
(Bild: VCG)

Auf welches Pferd sollten Sie setzen, wenn Sie als Konstrukteur oder Ingenieur in die additive Industrie einsteigen möchten? Metalldruck? Oder doch Polymerdruck? So leicht ist die Frage leider nicht zu Beantworten. Fest steht allerdings, dass im Jahr 2019 72 % der Anwender Polymerdruck einsetzen, dagegen nutzen „nur“ 49 % metallbasierte Verfahren. Aber Vorsicht: Schon jetzt wünschen sich 65 % aller befragten Unternehmen Metall als wichtigstes Arbeitsmaterial für den 3D-Druck.

Welche Profile sind auf dem additiven Jobmarkt gefragt?

In Deutschland werden aktuell so viele Ingenieure ausgebildet wie nie zuvor. Passend dazu sucht die additive Branche gerade in den Bereichen Ingenieurswesen sowie Forschung und Entwicklung nach Fachpersonal. Aber auch im Bereichen Sales und Marketing (24 %) suchen die Unternehmen nach Mitarbeitern. Klassische Fertigungsberufe, wie Schlosser oder Werkzeugbauer, sind in der additiven Industrie allerdings nicht mehr gefragt. Dafür finden sich neue Aufgabenfelder in der Softwareentwicklung (9 %). Eine ausführliche Grafik finden Sie in der Bildergalerie oben.

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