3D-Druck mit Beton Additives Bauverfahren schafft beeindruckende Projekte

Redakteur: Dipl.-Ing. Dorothee Quitter

Die Zusammenarbeit von Spezialmörtelhersteller Korodur und 3D-Druck-Roboter-Anbieter Cy-Be Construction trägt Früchte: Ihr 3D-Concrete-Printing findet immer mehr Einsatzmöglichkeiten – vom Hausbau bis zum künstlichen Riff.

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Schicht für Schicht entstehen die Wände und Säulen. Bei dieser Bauweise werden keine Schalungen benötigt. Die Rezeptur des Baustoffs Cy Be Mortar von Korodur wurde auf die Anforderungen des 3D-Druckens präzise abgestimmt.
Schicht für Schicht entstehen die Wände und Säulen. Bei dieser Bauweise werden keine Schalungen benötigt. Die Rezeptur des Baustoffs Cy Be Mortar von Korodur wurde auf die Anforderungen des 3D-Druckens präzise abgestimmt.
(Bild: Cy-Be Construction)

Seit 2012 sind der bayerische Mittelständler und die niederländischen Bautechnik-Experten partnerschaftlich verbunden und haben diverse Aufsehen erregende Wohnungsbauten fertiggestellt.

Unser erstes gemeinsames Projekt, ein Hausbau in Dubai, haben wir in der Wüste unter schwierigsten Bedingungen umgesetzt. Seither kamen weitere spannende Objekte beispielsweise in Indien, Japan, Indonesien und Saudi-Arabien hinzu.

Frank Sander, Technischer Leiter bei der Korodur International GmbH

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Im Labor wurde jahrelang an der Perfektionierung des 3D-Druckes gearbeitet und das Zusammenspiel von Robotertechnik mit intelligentem Mörtel verfeinert. Dabei wurden nicht nur neue Erkenntnisse über höchst effiziente Bauweisen gewonnen, sondern auch völlig neue Anwendungsmöglichkeiten ausgelotet, heißt es. Herausgekommen ist der Spezialmörtel Cy-Be Mortar. Der mit einem Additiv versetzte Spezialmörtel ermögliche eine sehr schnelle Aushärtung, so dass Elemente in einem kompletten Stück gefertigt werden können. Das reduziere die Druckzeit deutlich. Bei der Herstellung des rein mineralischen Mörtels „made in Germany“ falle mindestens 20 % weniger Kohlendioxid an als bei herkömmlichem Portlandzement.

Spezialmörtel und 3D-Druck-Verfahren entwickelt

Der für den 3D-Druck konzipierte Spezialmörtel Cy-Be Mortar wird laut Korodur mittels Roboter Schicht für Schicht aufgetragen und bildet innerhalb kürzester Zeit eine Wand oder Säule mit hoher Tragkraft. Die 3D-Druck-Roboter von Cy-Be sollen dabei eine Geschwindigkeit von bis zu 500 mm/s erreichen.

Neben der verkürzten Bauzeit soll das Verfahren auch kostensparend sein. Es böte Architekten und Planern auch völlig neue Gestaltungsmöglichkeiten, die über die konventionelle Bauweise hinausgehen. So sollen sich die erstellten Gebäude mit identischen Grundrissen beliebig oft replizieren oder bei Bedarf an variierende Gegebenheiten und Anforderungen einfach anpassen lassen. Dabei können die 3D-Druck-Roboter je nach Bedarf vor Ort auf der Baustelle oder zur Vorfertigung von Bauteilen in einer beliebig platzierten Werkhalle eingesetzt werden, heißt es. Darüber hinaus gebe es Mischformen, bei denen ein Roboter nahe der eigentlichen Baustelle verschiedene Elemente passgenau herstellt.

Vielfältige Einsatzmöglichkeiten

Die Einsatzmöglichkeiten seien laut Korodur praktisch grenzenlos: Versorgungsschächte können mit dieser Technik in kürzester Zeit passgenau vor Ort produziert und installiert werden – beispielsweise um beschädigte Rohrzugänge und -verbindungen schnell auszutauschen. Außerdem wurden bereits Sitzgelegenheiten sowie Kombinationen aus Tischen und Bänken für den Outdoor-Einsatz erstellt. Spektakulär war der Bau von künstlichen Riffen, mit denen Tiere und Pflanzen neue Lebensräume erhalten sollen.

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