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3D-Druck vs. Corona Autohersteller passen ihre Produktion der Corona-Pandemie an

| Redakteur: Anna-Lena Dosch

Immer mehr Menschen, die in der 3D-Branche tätig sind, entwickeln Tools, welche gegen die Ausbreitung des Coronavirus von Nutzen sind. Die Automobilindustrie stellt die Kapazitäten ihrer Werke zur Verfügung, um mithilfe ihrer 3D-Drucker medizinische Hilfsmittel zu produzieren.

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Die Produktion der Automobilbranche steht derzeit bei fast Null. Um die freien Kapazitäten in den Werken sinnvoll zu nutzen, bieten immer mehr Autohersteller ihre Hilfe bei der Produktion von medizinischen Hilfsmitteln an – auch mittels additiver Fertigung.
Die Produktion der Automobilbranche steht derzeit bei fast Null. Um die freien Kapazitäten in den Werken sinnvoll zu nutzen, bieten immer mehr Autohersteller ihre Hilfe bei der Produktion von medizinischen Hilfsmitteln an – auch mittels additiver Fertigung.
(Bild: gemeinfrei // unsplash )

Deutsche Autobauer, unter anderem Daimler und Volkswagen, spendeten hunderttausende Atemschutzmasken aus ihren Werkbeständen. Da die Produktionen weltweit teilweise stillstehen, will man nun aber auch Kapazitäten der Werke nutzen und Beatmungsgeräte oder medizinische Hilfsmittel für Krankenhäuser herstellen. Aber nicht nur in Deutschland ist die Automobilbranche ein Kernbereich der industriellen Fertigung und verfügt über entsprechende Kapazitäten, die möglicherweise zur Herstellung medizinischer Geräte umfunktioniert werden können. In den von der Corona-Pandemie stark betroffenen Ländern USA, Frankreich und Italien stellen Autobauer zunehmend Know-how und Kapazitäten zur Verfügung. Der US-Konzern General Motors wird im Mutterland der automobilen Fließbandfertigung sogar von US-Präsidenten Donald Trump gezwungen, Beatmungsgeräte zu bauen.

Was die Autobauer unternehmen:

Volkswagen

VW kündigte an, per 3D-Druck Kunststoffe und Prototypen für die Medizinbranche fertigen zu wollen. Wenn behördliche Anforderungen und Normen bekannt sind könne man in der neuen Sparte Medizintechnik mit der Produktion von beispielsweise Beatmungsgeräten starten.

Daimler

Mercedes-Benz bietet Unterstützung bei der Produktion von 3D-gedruckten medizinischen Hilfsmitteln, da das Unternehmen auf eine langjährige Erfahrung in der 3D-Drucktechnologie zurückblicken kann. Das Unternehmen steht mit der Landesregierung Baden-Württemberg in Kontakt und wartet auf Anweisungen.

General Motors

Donald Trump geht sogar so weit und reaktiviert ein Gesetz aus Zeiten des Korea-Krieges, das den Autohersteller General Motors (GM) zur Produktion von Beatmungsgeräten zwingen soll. Somit steht GM nicht frei ob Kapazitäten zur Verfügung gestellt werden könnten, sondern sie müssen für die Medizinbranche eingesetzt werden. GM produziert im Kampf gegen Corona nun Beatmungsgeräte.

Ford

Ford kündigte an, zusammen mit dem US-Industrieriesen General Electric 50.000 einfache Beatmungsgeräte zu fertigen. Im Anschluss wollen die Konzerne monatlich 30.000 der Beatmungsgeräte herstellen. Im Gegensatz zu General Motors, wurde Ford noch nicht befohlen, Kapazitäten für die Fertigung von medizinischen Geräten bereitzustellen.

PSA

Die französische Opel-Mutter PSA will mit französischen Industrieunternehmen in naher Zukunft Beatmungsgeräte herstellen. Bis dahin werden die werkseigenen 3D-Drucker für die Teilfertigung von Geschichtsschilden genutzt.

Lamborghini

Italien gilt als europäisches Epizentrum der Corona-Pandemie. Daraufhin stellte Lamborghini seine firmeneigenen 3D-Druckanlagen auf die Herstellung medizinischer Geräte zur Bekämpfung des COVID-19-Ausbruchs um.

Das Unternehmen setzte die Forschungs- und Entwicklungsabteilung ein, um für die Konstruktion und Herstellung von Lungensimulatoren eine Lösung zu finden und, um die Siare Engineering International Group, den führenden Hersteller medizinischer Beatmungsgeräte in Italien, zu unterstützen.

Nur zwei Wochen dauerte die Herstellung des Designs und die Validierung der Lungensimulatoren. Um Komponenten des Lungensimulators nach den Prinzipien des „Design for AM“ zu optimieren, wurde das eigene 3D-Drucklabor des italienischen Automobilunternehmens genutzt. Pro Woche sind 18 Simulatoren aus dem Hause Lamborghini geplant.

Ein Übersicht additiver Hilfsangebote zur Bewältigung der Corona-Pandemie finden sie hier.

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