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Mobilität Autonomes Fahrzeug aus dem 3D-Drucker zeigt die Zukunft der Mobilität

| Redakteur: Stefan Guggenberger

Das selbstfahrende Mobilitätskonzept von Bigrep war eines der Highlights auf der Formnext 2019. Die Berliner wollen mit ihrer Studie zeigen, wie 3D-Druck die Mobilität allgemein und speziell die „letzte Meile“ revolutionieren kann.

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Loci zeigt, wie AM die Mobilität der Zukunft beeinflussen kann.
Loci zeigt, wie AM die Mobilität der Zukunft beeinflussen kann.
(Bild: Bigrep)

Bigrep präsentierte auf der Formnext das vollständig 3D-gedruckte, selbstfahrende Elektro-Podfahrzeug „Loci“. Der Designprototyp kommt im zukunftsweisenden Gewand daher und soll die derzeitige Bandbreite industrieller Anwendungen für die Additive Fertigung demonstrieren - vom Rapid Prototyping und Design zu funktionsfähigen Verkehrslösungen, gedruckt auf großformatigen Anlagen von Bigrep.

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Loci soll Individualmobilität nachhaltig machen

Der Prototyp überzeugt nicht mit erstaunlicher Reichweite, wie der neue Cypbertruck von Tesla, sondern mit Flexibilität und intelligenten Lösungen. Loci ist als „last mile transportation“-Lösung für urbanen Verkehr – von und zu Flughäfen, Bahnhöfen, im täglichen Pendlerverkehr wie auch innerhalb von großflächigen Geländen sowie für Lieferdienste gedacht.

Der Prototyp wurde im Nowlab, also der Innovationsabteilung von Bigrep, entwickelt und umgesetzt. Für Nowlab-Gründer Daniel Büning markiert Loci eine Evolution in der Individualmobilität, weil er die Vielfalt additiver Fertigung demonstriert und gleichzeitig die Kostenvorteile des 3D-Drucks für eine nachhaltige Produktion wie zum Beispiel individualisierte Produktherstellung vor Ort und on-demand veranschaulicht.

Das Design lässt sich je nach Region anpassen

Eine Besonderheit von Loci ist es, dass sich das Design des Podautos je nach Region oder Anwendung anpassen lässt. Laut Bigrep können Bedienung, Materialien und Strukturen an die spezifischen Anforderungen angepasst werden. So könnten spezielle Reifen für jedes Terrain gedruckt werden oder Solarmodule integriert werden. Individuelle Fahrzeugteile gibt es bei BMW bereits in Serie, die Münchner haben dazu ein Pilotprojekt bei der Marke Mini gestartet.

Die auf der Formnext gezeigte Präsentation umfasst drei verschiedene Varianten: Das Berliner Modell ist ein Einpersonen-Pendlerfahrzeug, welches mit allerlei Technologie (Soundanlage, WiFi, LED-Beleuchtung …) ausgestattet ist. Die Version für San Francisco ist dagegen ein Renderingkonzept eines schmalen Zweipersonen-Fahrzeugs für den städtischen, dichten Pendlerverkehr, mit einer Schwingtür auf der Beifahrerseite, die beim Öffnen nach oben vor Regen schützt. Für die Wüstenmetropole Dubai haben die Berliner eine hochwertige Variante gestaltet, die dem Flughafentransfer dient. Diese verfügt über eine spezielle Gepäckablage, Solarpanels und robuste Reifen für Wüstenterrain.

On-demand-Fertigung und integrierte Elektronik

Mit AM können individuelle Prototypen oder Kleinserien des Podfahrzeugs lokal und „on demand“ hergestellt werden. Im Vergleich zur herkömmlichen Autoherstellung sollen dadurch lange Vorlaufzeiten verkürzt werden und die Abhängigkeit von Zulieferern verringert werden. Ein Konzept, dass sicherlich viele Vorteile mit sich bringt, im Autoland Deutschland aber nicht nur auf offene Ohren stoßen wird. Immerhin hängen viele Arbeitsplätze an der Automobilindustrie und speziell bei zuliefernden Unternehmen.

Basierend auf einer hauseigenen Technologie wurden NFC Chips in die gedruckten Bauteile integriert. Diese Chips lassen sich mit einem mobilen Endgerät scannen, um jedes Bauteil identifizieren zu können. Nach Unternehmensangaben lässt sich diese Technik noch um Wartungssensoren erweitern, um bei Bedarf frühzeitig ein neues Bauteil drucken zu können.

Wann rollt das erste Podfahrzeug auf den Straßen?

Noch ist Loci nur eine Designstudie, also nicht fahrtauglich. Das Projekt zeigt aber, dass Bigrep in der Lage ist, die benötigten Komponenten herzustellen. Insgesamt besteht Loci nur aus 14 gedruckten Einzelteilen. Wann die ersten Podfahrzeuge auf öffentlichen Straßen getestet werden oder ob dies überhaupt geplant ist, ist noch nicht bekannt.

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