FDM-Verfahren BASF erhält TÜV-Zertifizierung für den 3D-Druck mit Lebensmittelkontakt

Redakteur: Alina Hailer

In einem gemeinsamen Projekt mit Replique und Miele hat Forward-AM (3D-Druck-Marke von BASF) eine TÜV-Zertifizierung für den FDM-Prozess zur Herstellung von Bauteilen mit Lebensmittelkontakt erhalten. Für die Produktion des Filaments Ultrafuse PET wurden spezielle Prozesse entwickelt.

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Mit dem Filament Ultrafuse-PET gedruckte Bauteile wurden laut Forward-AM erfolgreich entsprechend LFGB und Verordnung (EG) Nr. 1935/2004 getestet. Dies bestätigt die Eignung für den Kontakt mit Lebensmitteln.
Mit dem Filament Ultrafuse-PET gedruckte Bauteile wurden laut Forward-AM erfolgreich entsprechend LFGB und Verordnung (EG) Nr. 1935/2004 getestet. Dies bestätigt die Eignung für den Kontakt mit Lebensmitteln.
(Bild: BASF)

Seit September 2021 ist der erste 3D-Druckprozess für die Herstellung von Bauteilen mit Lebensmittelkontakt von Forward-AM – einer Marke von BASF 3D-Printing-Solutions – offiziell vom TÜV-Rheinland zugelassen und zertifiziert.

Für die Produktion von Bauteilen, die in Kontakt mit Lebensmittel kommen, bestehen in der industriellen Fertigung hohe Anforderungen. Hier ist der gesamte Fertigungsprozess entscheidend – von der Materialherstellung über den 3D-Druckprozess bis hin zum fertigen Bauteil und dessen Verpackung. Mit der TÜV-Zertifizierung wurde nun zum ersten Mal die strenge Produktqualitätskontrolle und die Prozesszuverlässigkeit des 3D-Drucks in der Lebensmittelindustrie bestätigt.

„Mit der Zertifizierung durch den TÜV Rheinland haben wir eine kritische Lücke in der Additiven Fertigung geschlossen und sind in der Lage, Bauteile für den Lebensmittelkontakt zu produzieren“, so Christian Reinhardt, Business Development Manager bei BASF 3D-Printing-Solutions. Die TÜV-Zertifizierung zeige außerdem, dass der 3D-Druck als Fertigungstechnologie so ausgereift ist, dass Teile nach höchsten Standards in einem vollständig kontrollierten und geprüften Prozess hergestellt werden können.

Fertigungsprozesse nach EU-Vorschriften

Die Sicherheit von Materialien für den Kontakt mit Lebensmitteln unterliegt strengen Vorgaben. Dies soll beispielsweise verhindern, dass chemische Substanzen von dem Material in die Lebensmittel übergehen. Die Materialien müssen unter Beachtung aller EU-Vorschriften, einschließlich sogenannten Good-Manufacturing-Practices, hergestellt werden, damit eine potenzielle Übertragung die Lebensmittelsicherheit nicht gefährdet.

Um diese Anforderungen zu erfüllen und jegliche Verunreinigung zu vermeiden, entwickelte Forward-AM laut eigenen Angaben für die Produktion von Filamenten spezielle Prozesse. Mit dem Filament Ultrafuse-PET gedruckte Bauteile wurden laut Forward-AM erfolgreich entsprechend LFGB und Verordnung (EG) Nr. 1935/2004 getestet. Dies bestätigt die Eignung für den Kontakt mit Lebensmitteln.

Die TÜV-Zertifizierung des Fertigungsprozesses wurde von einem Gemeinschaftsprojekt mit Replique und deren Kunden Miele durchgeführt. Im Rahmen des 3D4U-Projekts bietet Miele in seinem Online-Shop 3D-gedrucktes Zubehör an, darunter auch Teile für den Lebensmittelkontakt, zum Beispiel einen Kaffee-Clip. Die integrierte 3D-Druckplattform wird von Replique bereitgestellt und soll eine reibungslose Abwicklung der angebotenen 3D-Druckteile bieten.

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