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Marktnews BMW investiert 15 Mio. Euro in neuen Additive Manufacturing Campus

| Redakteur: Stefan Guggenberger

Die BMW Group hat ihren neuen Additive Manufacturing Campus offiziell eröffnet. Jetzt soll die additive Fertigung noch weiter in die Serienproduktion integriert und zur industriellen Reife gebracht werden.

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„Unser Ziel ist es, die 3D-Druckverfahren zunehmend für die Automobilproduktion zu industrialisieren und neue Automatisierungskonzepte in der Prozesskette umzusetzen.", sagt Daniel Schäfer, Bereichsleiter für Produktionsintegration und Pilotwerk bei der BMW Group
„Unser Ziel ist es, die 3D-Druckverfahren zunehmend für die Automobilproduktion zu industrialisieren und neue Automatisierungskonzepte in der Prozesskette umzusetzen.", sagt Daniel Schäfer, Bereichsleiter für Produktionsintegration und Pilotwerk bei der BMW Group
(Bild: Tom Kirkpatrick ; BMW AG)

AM neuen Additive Manufacturing Campus möchten die Münchener die Produktion von Prototypen- und Serienbauteilen, die Forschung an neuen 3D-Drucktechnologien und die Qualifizierung von Mitarbeitern weltweit für den Einsatz der werkzeuglosen Verfahren unter einem Dach vereinen. Im Februar 2020 erklärte Dr. Maximilian Meixlsperger, Leiter Additive Manufacturing Metall der BMW Group, im Interview mit Mission Additive, dass man mit dem neuen Campus "die technologische Vorreiterrolle Deutschlands und den Produktionsstandort Deutschland nachhaltig stärken möchte". Mit einer Investitionssumme von 15 Millionen Euro möchte BMW diesen Anspruch nun unterstreichen.

Additive Fertigung bei BMW
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„Unser Ziel ist es, die 3D-Druckverfahren zunehmend für die Automobilproduktion zu industrialisieren und neue Automatisierungskonzepte in der Prozesskette umzusetzen. Damit wird die Herstellung von Komponenten für die Serienproduktion von Automobilen wirtschaftlicher und wir tragen dazu bei, Entwicklungsprozesse zu beschleunigen", sagt Daniel Schäfer, Bereichsleiter für Produktionsintegration und Pilotwerk bei der BMW Group, zum neuen Standort. Ein systematische Integration der 3D-Technologie soll durch die Zusammenarbeit mit verschiedenen Bereichen innerhalb des Unternehmens wie der Fahrzeugentwicklung und der Komponentenfertigung sowie dem Einkauf- und Lieferantennetzwerk stattfinden.

BMW setzt beim 3D-Druck auf Inhouse-Kompetenz

Im vergangenen Jahr hat die BMW Group etwa 300.000 Teile additiv gefertigt. Aktuell arbeiten bis zu 80 Mitarbeiter in dem Kompetenzzentrum und etwa 50 industrielle Metall- und Kunststoffanlagen sind bereits in Betrieb. Zusätzlich sind mehr als 50 Anlagen an weiteren Produktionsstandorten weltweit im Einsatz. An nahezu allen Produktionsstandorten des Unternehmens werden bereits 3D-Druckbauteile hergestellt. Die Einsatzgebiete erstrecken sich auch dort von Prototypenteilen über Produktionshilfsmittel bis hin zu länderspezifischen Teilen für Kunden.

Bereits 1991 produzierte die BMW Group erste Prototypenteile und setzte diese beim Bau von Konzeptfahrzeugen ein. 2010 hat das Unternehmen damit begonnen, kunststoff- und metallbasierte Verfahren zunächst in kleineren Serien einzusetzen. Dazu gehört das in den DTM-Fahrzeugen eingesetzte additiv gefertigte Wasserpumpenrad. Weitere Serieneinsätze folgten ab 2012 mit verschiedenen Bauteilen für den Rolls-Royce Phantom sowie den BMW i8 Roadster (2017) und den MINI John Cooper Works GP (2020). In letzterem sind bereits vier 3D-gedruckte Komponenten serienmäßig integriert. Jens Ertel, Leiter des Additive Manufacturing Campus: „Wir arbeiten intensiv daran, die Additive Fertigung auszureifen und einen maximalen Nutzen über den gesamten Produktlebenszyklus – von der Konzeptidee eines Fahrzeugs und der Produktion bis hin zum Aftersales-Bereich und dem Einsatz in klassischen Fahrzeugen zu generieren.“

Neben der Inhouse-Kompetenz kooperiert BMW mit 3D-Druckerherstellern, Softwareanbietern, Dienstleistern und Hochschulen. Zu den langjährigen Partner gehört das das im Silicon Valley ansässige Unternehmen Carbon, die auf das flächig arbeitende DLS-Verfahren (Digital Light Synthesis) spezialisiert sind. Weitere Kooperationspartner sind Desktop Metal und Elise.

Am Additive Manufacturing Campus wird aktiv geforscht

Der Vorentwicklungsbereich beschäftigt sich insbesondere mit der Automatisierung von Prozessketten, die bisher sehr viel manuelle Arbeit gebunden haben, um die 3D-Druckverfahren wirtschaftlicher zu gestalten und langfristig eine Großserienproduktion zu ermöglichen. Bei der Industrialisierung von 3D-Druckverfahren bringt sich BMW in verschiedene Forschungsprojekte ein.

Im IDAM-Projekt arbeitet die BMW Group beispielsweise mit zwölf Projektpartner an der Integration er additiven Fertigung in die Serienproduktionsumgebung der Automobilindustrie. Im Additive Manufacturing Campus wird eine Fertigungslinie aufgebaut, die die gesamte Prozesskette abbildet: von der digitalen Produktionsvorbereitung über die Herstellung von Komponenten bis hin zur Nachbearbeitung. Die angestrebten Stückzahlen sprechen für den Signalcharakter des Verbundprojektes: Mit der Fertigungslinie sollen künftig mindestens 50.000 Serienkomponenten pro Jahr und über 10.000 Einzel- und Ersatzteile in sehr hoher Qualität hergestellt werden können. IDAM wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

Im Video sehen Sie, wie die Arbeit am Additive Manufacturing Campus der BMW Group abläuft:

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