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Zukünftige Geschäftsmodelle

Der Hype ist vorbei, das Geschäft beginnt

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Ein perfekter Anwendungsfall

Kupferinduktoren sind Werkzeuge für die metallverarbeitende Industrie, die sich das Prinzip der Induktionserwärmung zunutze machen. Dabei handelt es sich um ein sicheres und energieeffizientes Heizverfahren, mit dem alle elektrisch leitfähigen Materialien schnell und wirkungsvoll erwärmt werden können.

Die Herstellung leistungsfähiger Induktoren ist jedoch sehr aufwendig: Ihre Geometrie soll sich der Form des zu erwärmenden Werkstücks so genau wie möglich anpassen, um ein definiertes Magnetfeld erzeugen zu können. Daher müssen Induktionsspulen für verschiedene Anwendungsbereiche eigens konstruiert und produziert werden. Vom Auftrag bis zur Fertigstellung eines Induktors können bei konventioneller Fertigung durch manuelles Biegen oder Löten jedoch Wochen oder sogar Monate vergehen.

Die additive Fertigung bietet hier eine aussichtsreiche Alternative. Ohne erforderliche Werkzeuge, Formen und Umrüstzeiten lassen sich spezifische Geometrien für jeden Anwendungsfall schnell herstellen, ohne dass sich die Produktionskosten dadurch erhöhen.

Weitere Anwendungsgebiete

Individualisierung und Mass-Customization als genereller Trend sind in ihren frühen Ausprägungsformen bereits heute allgegenwärtig. Spricht man hier über Customization, ist mehr als die individuelle Farbauswahl oder die reine Größenauswahl gemeint: Stattdessen sind Unternehmen in der Lage, Produkte aller Art an ästhetische, ergonomische und mechanische Anforderungen der einzelnen Kunden anzupassen. Die 3D-Druck-Technologie bietet nun die Möglichkeit, diese steigende Nachfrage rentabel zu bedienen.

Man denke an Konsumgüter wie Brillen, Schmuck oder Spielzeuge, medizinische Produkte wie Prothesen, aber auch industrielle Produkte aus den Bereichen Montage oder Robotik.

Verschiedene Player greifen den Trend auf: von Start-ups wie SOLS, die eine individuelle Anpassung von Schuheinlagen mittels App-Messdaten anbieten, bis hin zu Riesen wie Adidas, Nike, New Balance, die 3D-gedruckte Sneaker, die bisher nur Elitesportlern zur Verfügung standen, zu den Massen bringen wollen. 2017 eröffnete Adidas seine 3D-Schuhfabrik "Speed-Factory" im mittelfränkischen Ansbach und erhielt dafür ein Jahr später den deutschen Innovationspreis. Im Herbst 2019 gab das Unternehmen allerdings bekannt, dass die deutsche "Speed-Factory" wieder geschlossen werden soll. Laut Adidas soll es organisatorisch sinnvoller sein, die 3D-gedruckten Schuhe in Asien herzustellen, wo auch die Lieferanten sitzen. Selbst der Innenraum von Fahrzeugen lässt sich mittlerweile mithilfe des 3D-Drucks individualisieren, wie es für das neueste Mini-Modell angeboten wird.wie es für das neueste Mini-Modell angeboten wird.

Und alle Unternehmen stehen vor den gleichen Herausforderungen: Neben der additiven Fertigung als innovative Fertigungstechnologie müssen sie auch ihre Designprozesse und die direkte Interaktion mit ihren Kunden auf ein neues Level bringen. Hardware- und Softwareinnovationen müssen dazu Hand in Hand gehen. Nur dann lassen sich die Potenziale der additiven Fertigung in Gänze ausspielen und wir werden tatsächlich eine industrielle Revolution erleben.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich bei unserer Partnermarke Next Industry veröffentlicht.

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