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Purmundus Challenge Designpreis für 3D- und 4D-Druck vergeben

| Redakteur: Stefan Guggenberger

Additive Fertigung bietet Konstrukteuren und Designern einzigartige Möglichkeiten ihre Entwürfe zu gestalten. Wir stellen Ihnen die sieben Gewinner und weitere Finalisten der prestigeträchtigen Purmundus Challenge vor.

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Die Hydrophytes sind eine Serie von fünf futuristischen Wasserpflanzen, die im Rahmen einer Masterarbeit im Bereich Industriedesign entstanden sind. Sie zeigen einen innovativen Ansatz zur Gestaltung organischer Bewegung im Multimaterial 4D-Druck.
Die Hydrophytes sind eine Serie von fünf futuristischen Wasserpflanzen, die im Rahmen einer Masterarbeit im Bereich Industriedesign entstanden sind. Sie zeigen einen innovativen Ansatz zur Gestaltung organischer Bewegung im Multimaterial 4D-Druck.
(Bild: Purmundus Challenge // Nicole Hone)

Bereits zum siebten Mal wurde der Designpreis im 3D- und 4D-Druck der Purmundus Challenge im Rahmen der Formnext 2019 vergeben. Am Ende wurden sieben Einreichungen mit einer der begehrten Goldtrophäen ausgezeichnet. Dieses Jahr stand der Wettbewerb unter dem Motto Über den 3D-Druck hinaus. Die Teilnehmer waren dazu eingeladen, Designkonzepte einzubringen, die auf eine innovative Art und Weise das Potenzial additiver Technologien zeigen.

Die insgesamt 38 Finalisten kamen in diesem Jahr aus 18 Ländern. Dabei deckten die eingereichten Konzept verschiedenste Bereiche von AM ab und stammen aus etlichen Branchen: Mobilität, Verpackung, Security, Medizintechnik, Mode, Schmuck, Lifestyle, 4D-Druck und mehr. Wir berichteten beispielsweise schon über einen Finalisten, die unkaputtbare Gitarre des schwedischen Spezialstahlunternehmens Sandvik.

Alle Gewinner finden Sie in unserer Bildergalerie:

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Die Additive Fertigung wird wesentlich innovativer und anwendungsbezogener eingesetzt, als noch vor einigen Jahren“, so Corinna Ray, Leiterin der Purmundus Challenge. „Gerade der 3D- und 4D-Druck ermöglicht einzigartige Formen, die mit anderen Mitteln nicht zu erreichen sind“, ergänzt Christoph Behling, Christoph Behling Design Ltd., Jurymitglied der Purmundus Challenge. Unternehmen, Institute, Universitäten, Designstudios und Start-ups identifizieren heute mehr denn je den 3D- und 4D-Druck als Schlüsselthema der Industrie im Wirtschaftsgefüge.

Revolutionäres Schloss erhält ersten Preis

Was ist, wenn bisherige Hochsicherheitsschlösser nicht mehr sicher sind? In Zeiten von Cyber-Kriminalität & Co. stehen Unternehmen neuen, bisher unbekannten, Bedrohungen gegenüber. Auch der 3D-Druck kann eine erhebliche Bedrohung darstellen: Jeder mechanische Sicherheitsschlüssel mit gut einsehbaren und somit auch scanbaren Löchern und Dellen kann mit einem 3D-Drucker einfach vervielfältigt werden. Mittels neuster Technologien können auch Hochsicherheitsschlüssel mit interaktiven Bolzen unbefugt gescannt und kopiert werden. Einen herkömmlichen Schlüssel zu kopieren wird bald für jedermann möglich sein.

Stealth Schloss und Schlüssel // Gewinner: 1. Preis // Ein nicht kopierbarer Schlüssel, der seine Sicherheitsmerkmale im Inneren versteckt. Die Legierung des Gehäuses ist die gleiche, wie die der SpaceX-Falcon-9-Rakete von Elon Musk. // Eingereicht von: UrbanAlps AG
Stealth Schloss und Schlüssel // Gewinner: 1. Preis // Ein nicht kopierbarer Schlüssel, der seine Sicherheitsmerkmale im Inneren versteckt. Die Legierung des Gehäuses ist die gleiche, wie die der SpaceX-Falcon-9-Rakete von Elon Musk. // Eingereicht von: UrbanAlps AG
(Bild: UrbanAlps AG)

Um dieses Problem zu umgehen, hat das Schweizer Unternehmen UrbanAlps ein 3D-gedrucktes Schloss entwickelt, bei dem die Codes vollständig verdeckt sind und somit auch nicht gescannt werden können. Die Codes sind unter robusten, schmalen Leisten versteckt, welche unbefugte Kopien verhindern und gewährleisten, dass das Schloss unabhängig von digitalen System funktionieren kann. Durch die Verwendung moderner Metalldrucktechnologie gibt es keine Rohlinge, keine elektrischen Komponenten und keine manipulierbaren Magnete.

Die rein mechanischen Stealth-Keys werden mittels Laserschmelzen aus Superlegierung produziert, der gleichen Technologie, die auch bei der Herstellung hochfester Bauteile für Stahltriebwerke und Gasturbinen verwendet wird. Nach Unternehmensangaben kann die Stealth-Technologie auch bei bestehenden Schließanlagen nachgerüstet werden.

4D-gedruckte Wasserpflanze holt sich den zweiten Preis

Was wäre wenn wir intelligente Pflanzen designen könnten? Also Pflanzen, die Eigenschaften haben, welche nicht natürlich sind - quasi programmierbares Grün. Mittels modernster 4D-Drucktechnologie bekommen wir einen Eindruck dieser Zukunftsvision: Die Hydrophytes sind eine Serie von fünf futuristischen Wasserpflanzen, die im Rahmen einer Masterarbeit im Bereich Industriedesign entstanden sind. Sie zeigen einen innovativen Ansatz zur Gestaltung organischer Bewegung im Multimaterial 4D-Druck. Die zusätzliche Dimension Zeit ermöglicht es dem Designer im 4D-Druck die Rolle des Choreographen einzunehmen, um die Performance der Objekte zu steuern. Die Hydrophytes blühen, dehnen und schnappen wie intelligente Kreaturen und verkörpern surreale Hybride aus Landflora und Meeresfauna. Hergestellt wurden sie mit der Polyjet-Technologie von Stratasys. Die Hydrophytes zeigen eine Reihe komplexer organischer Bewegungen und Persönlichkeiten, die bisher mit der PolyJet-Technologie unerforscht waren und eine Herausforderung für traditionelle Herstellungsmethoden darstellt.

Dieses Projekt zeigt, wie die Welt des 3D-/4D-Drucks in ein spannendes Gebiet vordringt, indem Objekte mit kompositorischen und dynamischen Eigenschaften, die der Naturbiologie ähneln, erstellt werden können.

Hier sehen Sie die erstaunlichen Hydrophytes originalgetreu und ohne weitere Effekt:

Alle weiteren Gewinner finden Sie in der Bildergalerie oben.

(ID:46280427)