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Additive Fertigung in der Politik Die Rolle der Unternehmen und Politik in der 3D-Druck Branche

| Redakteur: Anna-Lena Dosch

Schon heute ist der 3D-Druck eines der am schnellsten wachsenden Industriethemen. Das Weltwirtschaftsforum hat dazu ein Whitepaper veröffentlicht, das die additive Fertigung und ihre Implikationen für die Entscheidungsträger in Wirtschaft und Politik zusammenfasst.

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Das WWF identifiziert fünf Herausforderungen durch AM, denen nicht nur Unternehmen allein, sondern auch die Politik begegnen muss.
Das WWF identifiziert fünf Herausforderungen durch AM, denen nicht nur Unternehmen allein, sondern auch die Politik begegnen muss.
(Bild: gemeinfrei / Unsplash)

Der 3D-Druck ist, besonders für die Politik, ein "relativ" neuer Bereich, der mehr Aufmerksamkeit von Wirtschaftsführern und politischen Entscheidungsträgern verdient hat. Im Whitepaper "3D Printing: A Guide for Decision-Makers" hat das Weltwirtschaftsforum wichtige Indikatoren und Implikationen zusammengefasst. Das Verständnis für die Technologie, geplante positive wie negative Zukunftsszenarien und deren Vorbereitung sind dabei die Hauptthemen.

Wie können sich Unternehmen und Regierungen auf die Zukunft vorbereiten?

Die additive Fertigung zeichnet sich insbesondere dadurch aus, dass sie branchenübergreifend in der Lage ist, diverse Bereiche wie Fertigung, Handel und Zoll, Lieferketten, Legalität und Sicherheit sowie die Umwelt, zu beeinflussen.

Regierungen und staatliche Institutionen haben die Aufgabe, die passenden Rahmenbedingungen festzulegen, um gleiche Wettbewerbsbedingungen und Mechanismen gegen potenziellen Missbrauch vorzusehen. Eine umfassende Einführung des 3DP könnte wichtige Auswirkungen in den verschiedenen Bereichen haben. Daher ist eine frühzeitige Vorbereitung unabdingbar, wenn man die Zeit berücksichtigt, die für die Entwicklung zielgerichteter Politik und Vorschriften benötigt wird.

Mögliche Folgen einer Skalierung von AM ist die Verdrängung von Arbeitskräften, die Verkürzung von Lieferketten oder die Veränderung von Handelsvolumina durch eine dezentralisisierte Fertigung. Aufgrund des einfachen Nachbaus und der einfachen Übertragung von 3DP-Mustern ist mit einem Anstieg von rechtlichen Anfechtungen von geistigem Eigentum zu rechnen. Schließlich besteht die Möglichkeit, ökologisch nachhaltige Fertigungssysteme auf der Basis von 3D-Druck zu schaffen. Bestehende Richtlinien müssen analysiert und eventuell überarbeitet werden, um diesen Herausforderungen gerecht zu werden.

Additive Fertigung aus Sich des WWF im Überblick

AM bietet mehrere neue Möglichkeiten, die allgegenwärtigste ist das Prototyping. Es ermöglicht eine Dezentralisierung der Fertigung durch die Herstellung von Teilen in der Nähe des Verbraucherortes. Designs, die vorher schwierig herzustellen waren, können so einfach produziert werden. Dies ermöglicht vielfältigste Möglichkeiten.

Die Technologie wird von leidenschaftlichen, talentierten Akteuren vorangetrieben, die neue Materialien, Verfahren und Geschäftsmodelle erfinden.

Was, Wann und Wo - die drei Hauptvorteile des 3D-Drucks

Was: Durch den Einsatz von 3D-Druck wird nur die erforderliche (individuell, in Losgröße 1) Produktmenge gedruckt

Wann: Die Produkte werden 'just in time' hergestellt (Lagerbestände und Lieferzeiten werden so reduziert)

Wo: Die Produkte werden in der Nähe ihres Verbraucherortes hergestellt. Die Lieferlogistik und CO2-Emissionen werden so reduziert

Wieso das Thema schon heute für die Politik relevant sein sollte

Das Marktwachstum der Branche war in den letzten Jahren exponentiell. Besonders die 3D-Drucker und Zubehör wie Materialien, Laser und Software konnten ihre Einnahmen seit 2010 stark erhöhen. Aber auch Dienstleistungen im Themenumfeld sind stetig gewachsen.

Bisher ist die additive Fertigung in der Nische gewachsen. Doch das Umsatzwachstum ist exponentiell und AM erobert immer neue Anwendungsbereiche und Branchen. Noch ist unklar, ob Auswirkungen für die gesamte Wirtschaft überhaupt eintreten werden und wenn sie eintreten, welches von zwei gegensätzlichen Ergebnissen eintreten könnte: Wird zum Beispiel das Handelsvolumen infolge einer eventuellen AM-Skalierung zu- oder abnehmen?

Um die ungewissen Auswirkungen zu antizipieren, sollten mehrere Indikatoren berücksichtigt werden.

Die Überwachung dieser Indikatoren sollte Teil der Planungsprozesse von Unternehmen, sowie nationaler und internationaler Behörden werden.

Die fünf makroökonomischen Herausforderungen von AM

Das WWF identifiziert fünf Herausforderungen durch AM, denen nicht nur Unternehmen allein, sondern auch die Politik begegnen muss:

  • Digital Manufacturing mit AM
  • Einfluss auf Handel und Steuern
  • Veränderung von globalen Supply-Chains
  • Sicherheiten von Daten
  • Nachhaltigkeit

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