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3D-Druck vs. Corona Die Stadt Dormagen fertigt eigene Mund-Nasen-Masken mithilfe von 3D-Druckern

| Redakteur: Anna-Lena Dosch

Immer mehr Menschen, die in der 3D-Branche tätig sind, entwickeln Tools, welche gegen die Ausbreitung des Coronavirus von Nutzen sind. Die Stadt Dormagen fertigt nun für Bewohner und Einrichtungen der Stadt Mundschutzmasken mithilfe von gesponserten 3D-Druckern selbst.

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Die Stadt Dormagen fertigt, ermöglicht durch Spenden und professionelle Hilfe, eigene Mund-Nase-Masken mithilfe von 3D-Druckern. Diese sollen für die Bewohner der Stadt zur Verfügung stehen und auch die 3D-Drucker bleiben der Stadt nach der Maskenproduktion erhalten.
Die Stadt Dormagen fertigt, ermöglicht durch Spenden und professionelle Hilfe, eigene Mund-Nase-Masken mithilfe von 3D-Druckern. Diese sollen für die Bewohner der Stadt zur Verfügung stehen und auch die 3D-Drucker bleiben der Stadt nach der Maskenproduktion erhalten.
(Bild: gemeinfrei // pixabay )

Lars Bognar aus Dormagen ist Forschungsingenieur, der bei Ford in Aachen arbeitet. Da ihn im März die Kurzarbeit traf, überlegte er sich, was er mit seiner freien Zeit anfangen konnte. Kurz darauf wurde die mögliche Einführung der Mundschutzpflicht ein Thema und Lars Bognar, der beruflich mit dem Thema 3D-Druck zu tun hat, hatte eine Idee: Behelfsmasken mit dem 3D-Drucker produzieren.

Er schlug die Idee dem Bürgermeister der Stadt vor, der davon sofort begeistert war. Auch Michael Bison, Leiter der Stadtmarketing- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft Dormagen, sagte, „die Stadt Dormagen will möglichst keine Masken auf dem Markt kaufen, die besser im medizinischen Bereich eingesetzt werden können.“

Daraufhin war die Produktion von den 3D-gedruckten Masken vor Ort beschlossene Sache. Nur die fehlende Druckerkapazität, um etwa 1.000 Masken für den Eigenbedarf der Stadt zu produzieren, war ein Problem.

Covestro spendet 7.000 Euro

Covestro, ein Werkstoffhersteller aus dem Umkreis konnte und wollte dieses Problem lösen. Als Covestro von der Idee hörte, wollte das Unternehmen helfen und spendete Dormagen rund 7.000 Euro für die Anschaffung von mehreren 3D-Druckern. Dr. Ute Müller-Eisen, die Leiterin NRW-Politik bei Covestro findet die Idee von Herrn Bognar gut und spricht von einer „innovativen Idee zur richtigen Zeit“, welche das Unternehmen gerne unterstützt.

ChemLab unterstützt Dormagen auch bei der Maskenproduktion

Auch ChemLab unterstützt Lars Bognar bei seiner Arbeit und sorgt dafür, dass die 3D-Drucker einsatzbereit sind und ohne Probleme funktionieren. Dadurch konnten schon 500 der Masken gedruckt werden und weitere sind in Arbeit.

Masken für die Stadt in drei Größen

Die 3D-gedruckten Masken werden in drei verschiedenen Größen produziert. Als Material wurde harter Kunststoff gewählt. Die Masken sind auf Mundhöhe mit einem Loch ausgestattet, in das ein Filter eingefügt wird. Die Mund-Nase-Masken können lange getragen, desinfiziert und mehrfach verwendet werden. Mit den Behelfsmasken aus dem 3D-Drucker sollen Teile des Eigenbedarfs der Stadt Dormagen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadt in Schulen, Kindergärten, Bibliotheken oder Verwaltungsstellen gedeckt werden.

3D-Drucker bleiben langfristig in Schulen

Nach dem Einsatz zur Produktion von Mundschutzmasken sollen die 3D-Drucker in der Stadt Dormagen bleiben. Sie sollen in weiterführenden Schulen der Stadt eingesetzt werden, damit Schüler an die Zukunftstechnologie 3D-Druck herangeführt werden können und versuchen, die Schüler für den Trend in diese Richtung zu begeistern.

Lars Bognar hat sich dazu bereit erklärt, den Lehrern an den weiterführenden Schulen eine kurze Einweisung zur Funktionsweise der 3D-Drucker zu geben. Jedoch wird dies noch eine Weile dauern, da die Maskenpflicht in NRW die Drucker mit der Produktion von Masken noch längere Zeit in Beschlag nehmen wird.

Ein Übersicht additiver Hilfsangebote zur Bewältigung der Corona-Pandemie finden sie hier.

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