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Marktstudie Die wichtigsten 3D-Druckmärkte wachsen 2019 zweistellig

| Redakteur: Joscha Riemann

Laut einer aktuellen Marktstudie wachsen die B2B-Segmente für 3D-Drucker auch im Jahr 2019 um bis zu 15 %. Obwohl einige Abnehmerbranchen schwächeln, konnten die Hersteller sowohl Absatz als auch Umsatz deutlich steigern.

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Laut einer aktuellen Context-Studie setzen mehr Hersteller auf industrielle 3D-Drucker.
Laut einer aktuellen Context-Studie setzen mehr Hersteller auf industrielle 3D-Drucker.
(Bild: unsplash.com)

Das englische Marktforschungsunternehmen Context liefert wieder aktuelle Zahlen zum globalen Markt für 3D-Drucker. Die Briten sammeln weltweite Absatz- und Umsatzzahlen, vom Hobbydrucker (< 2.500 Dollar) bis zu industriellen 3D-Druckern (> 100.000 Dollar).

Während Polymerdrucker im Dentalbereich einen stabilen Absatzmarkt gefunden haben, war die europäische Automobilindustrie bei den Investitionen in Metalldrucker deutlich zurückhaltender als erwartet. Insgesamt entwickeln sich 2019 aber alle B2B-Märkte positiv. Im Gegensatz dazu verzeichnen Hobbygeräte in allen Quartalen des aktuellen Jahres sinkende Absatzmengen.

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Desktop-3D-Drucker (< 2.500 Dollar) werden zum Ladenhüter

Die Absatzzahlen günstiger 3D-Drucker für den Heimgebrauch gehen nun im mittlerweile sechsten aufeinanderfolgenden Quartal zurück. Im zweiten Quartal 2019 wurden sogar 10 % weniger Geräte verkauft, als im gleichen Zeitraum 2018. Es gibt auch keine Anzeichen dafür, dass Desktop-Drucker außerhalb ihrer traditionellen Märkte (Makerszene und Bildungssektor) neue Marktpotenziale erschließen können.

Professionelle Drucker (zwischen 2.500 und 20.000 Dollar) sind besonders beliebt

Mit einer jährlichen Absatzsteigerung von mehr als 15 % in 2019 und einer Umsatzsteigerung von mehr als 37 %, sind professionelle Drucker aktuell der heißeste Sektor für additive Geräte. Vor allem Unternehmen wie 3D Systems oder Stratasys haben mit neuen Anlagen den Fokus auf dieses Preissegment bestätigt und machen den Größen dieses Segments (Ultimaker und Formlabs) Konkurrenz. Tatsächlich war die Nachfrage in diesem Jahr teilweise größer als die Fertigungskapazitäten einzelner Hersteller, was in der ersten Jahreshälfte zu Lieferengpässen führte.

Design-Segment (20.000 bis 100.000 Dollar) wird von HP gepusht

Die Verkäufe in diesem Preisbereich wurden lange von drei „Branchendinos“ dominiert: Stratasys, 3D Systems und EnvisionTEC. In den letzten Quartalen konnte jedoch der US-Technologie-Riese HP seinen Marktanteil stetig steigern. Zur Marktführerschaft reicht es für HP zwar noch nicht, aber sie reihen sich hinter Stratasys und EnvisionTec immerhin schon auf Platz drei ein. Insgesamt stiegen die Absatzzahlen des Design-Segments im zweiten Quartal um 13 % und der Umsatz sogar um mehr als 26 %. Diese Zuwächse sind zum Teil mit dem Erfolg der neusten 3D-Farbdrucker aus dem Hause Hewlett-Packard zu erklären.

Industriedrucker (> 100.000 Dollar) profitieren vom chinesischen Markt

Für das erste Halbjahr waren die Wachstumsraten (zwischen 4 und 5 %) bei industriellen Druckern eher verhalten, aber traditionell wird über 30 % des Umsatzes erst im vierten Quartal erzielt. Im Jahr 2019 schwächelten jedoch wichtige Absatzmärkte, wie die europäische Automobilindustrie. Das zurückhaltende Investitionsverhalten konnten die Druckerhersteller jedoch mit starken Verkäufen auf dem chinesischen Markt kompensieren. Ein weiterer Erfolgsfaktor war, die neue Subklasse kostengünstiger Drucker, die zwar für den industriellen Einsatz bestimmt sind, jedoch deutlich preiswerter sind, als frühere Modelle. Diese preiswerten Industrieanlagen stammen unter anderem von Desktop Metal und Markforged.

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Top B2B-Anbieter dominieren den Markt

Insgesamt werden in den drei B2B-Preissegmenten (Professionell, Design und Industrie) zweistellige Wachstumsraten für 2019 erwartet. Wobei der Markt für professionelle Drucker (2.500 bis 20.000 Dollar) mit etwa 15 % am stärksten wächst. Die drei B2B-Preissegmente sind aktuell für 79 % der Gesamtumsätze mit 3D-Druckern verantwortlich. Betrachtet man die sinkenden Absatzzahlen von Hobbygeräten, werden die Profis ihre Marktdominanz in den nächsten Jahren vermutlich weiter ausbauen.

Bei den Anlagen mit einem Anschaffungswert von über 20.000 Dollar schaffen es die fünf größten Anbieter 59 % des Umsatzes auf sich zu vereinen. Diese Konzentration auf einige „Big-Player“ wird die Einstiegshürden für junge Unternehmen langfristig höher legen. Passend dazu ist der größte Aufsteiger im B2B-Geschäft der US-Gigant Hewlett-Packard. HP konnte sich binnen kurzer Zeit auf dem Markt für Polymerdrucker etablieren, nun möchten sie das Gleiche im Metalldruck wiederholen.

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