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Drucken oder drucken lassen?

| Autor/ Redakteur: Jürgen Schreier / Joscha Riemann

Von wegen „Garagentechnologie“! Immer mehr Unternehmen setzen auf den 3D-Druck mit Kunststoff, Metall oder anderen Materialien und erweitern damit ihre vorhandene Fertigungspalette.

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Viele Unternehmen fragen sich, welche Weg sie gehen möchten: Selbst drucken oder doch drucken lassen?
Viele Unternehmen fragen sich, welche Weg sie gehen möchten: Selbst drucken oder doch drucken lassen?
(Bild: unsplash // gmeinfrei)

Mehr als jedes vierte deutsche Industrieunternehmen (28 %) hat nach einer Erhebung des Digitalverbands Bitkom 3D-Drucksysteme im Einsatz. Das sind acht %punkte mehr als im Jahr 2016. Als Motor dieser Entwicklung fungieren große Unternehmen ab 500 Mitarbeitern. Mehr als jeder dritte der Big Player (35 %) nutzt 3D-Druck-Technologien. Bei den Unternehmen mit weniger als 500 Mitarbeitern ist es jedes vierte (25 %).

Mittel- bis langfristig könnte der 3D-Druck in bestimmten Bereichen die derzeit gängigen Produktionsverfahren, Geschäftsmodelle und Wertschöpfungsketten maßgeblich verändern. Damit rechnen laut Bitkom-Umfrage sieben von zehn Unternehmen. Dabei erwartet jedes zweite dieser Unternehmen (49 %), dass die disruptiven Veränderungen bereits in den kommenden zehn Jahren eintreten.

Noch gilt der 3D-Druck als Ergänzung zu traditionellen Fertigungsverfahren, allerdings habe Additive Manufacturing (AM) das Potenzial, sich in vielen Bereichen zum bevorzugten Produktionsverfahren zu entwickeln, so der Bitkom. Konkret nutzt jeder industrielle Anwender von 3D-Druck diesen zur Herstellung von Mustern, Gießformen oder Werkzeugen (34 %) sowie zur Herstellung von Ersatzteilen (32 %). Weniger verbreitet ist die Produktion von Montagevorrichtungen oder Sonderanfertigungen (jeweils 8 %).

Doch nicht immer lohnt sich der Aufbau eigener AM-Kapazitäten im Unternehmen. Vor allem beim 3D-Druck mit Metall, dem selektiven Lasersintern, oder mit exotischen Werkstoffen, sind die Investitionen in die Anlagentechnik nicht unbeträchtlich. Das Gleiche gilt für 3D-Drucker, mit denen großformatige Teile generiert werden können.

Infolgedessen hat sich eine „bunte“ Szene an Dienstleistern und Online-Plattformen entwickelt, die additive Fertigung als Dienstleistung anbieten – bisweilen gepaart mit anderen Services wie 3D-Scanning oder Reverse Engineering. Eine kleine Auswahl stellen wir Ihnen hier vor.

Speedpart GmbH

Hasloch/Main



Speedpart hat sich auf 3D-Druck-Service, Rapid Prototyping, Rapid Tooling und Rapid Manufacturing spezialisiert. Angeboten werden alle relevanten 3D-Druckmethoden und Services: ColorJet Druckservice (CJP), 3D-Druck für Ein- und Mehrkomponenten (PolyJet), Kunststoff-Lasersintern (SLS), Stereolithografie (SLA), Fused Deposition Modeling (FDM) und Metall-Lasersintern (DMLS). Zusätzlich angeboten werden 3D-Messen und 3D-Scannen sowie der Vakuumguss mit Polyurethangießharzen und Silikonen.

Anwendung: brachenübergreifend

Online-Shop: vorhanden

DICK & DICK GmbH

Leipzig



Dick & Dick produziert Prototypen, Erstmuster und Kleinserien im 3D-Druck. Folgende 3D-Druck-Technologien kommen je nach Anwendung zum Einsatz: Lasersintern (SLS) für haltbare Funktionsteile, Prototypen und Serien, das Polyjet-Verfahren auf Objet-Anlagen, die Stereolithografie für präzise Prototypen sowie der FDM-Druck mit ABS-Kunststoff.

Anwendung: branchenübergreifend

Online-Shop: Angebotserstellung

3D Systems GmbH

Darmstadt



Der On-Demand-Manufacturing-Service bietet schnelle und erweiterte Prototypenerstellung mit 3D-Druck, schnelle Spritzgussfertigung in Kleinserie sowie die Produktion von Anschauungsmodellen. Verfügbare Technologien: Stereolithografie (SLA), selektives Lasersintern (SLS), Direktmetalldruck (Direct Metal Printing, DMP), ColorJet Printing (CJP), Fused Deposition Modeling (FDM). Zusätzlich: Urethanguss und CNC-Bearbeitung.

Anwendung: branchenübergreifend

Online-Shop: Angebotserstellung

ExOne GmbH

Gersthofen


Der Service „Teile auf Anfrage“ produziert und liefert 3D-gedruckte Sandkerne und Gussformen oder metallgedruckte Teile. Die Produktionsservice-Center von ExOne verwenden die Binder-Jetting-Technologie, um aus industrietauglichen Materialien Teile auf Anfrage zu produzieren. Bei diesem Prozess sind keine Werkzeuge, Supportstrukturen oder Bauplatten erforderlich. Im Vergleich zu traditionellen Prozessen handelt es sich um ein schnelles und kosteneffizientes Verfahren.

Anwendung: branchenübergreifend

Online-Shop: Anfragefunktion

Riesen Consulting

Stephansposching


Gefertigt werden Prototypen, verlorene Gußformen, Ersatzteile und Kleinserien. Folgende Verfahren werden angeboten: FDM-3D-Druck, Polyjet-3D-Druck und selektives Kunststoff-Lasersintern.

Anwendung: branchenübergreifend

Online-Shop: nein

sauer product GmbH

Dieburg


makeyouproduct.com gehört zu den Pionieren der generativen Fertigung von Prototypen und Kleinserien. Gearbeitet wird mit verschiedenen Fertigungsverfahren wie 3D-Druck, Selective Laser Sintering (SLS) und Selective Laser Melting (SLM). Welches Verfahren verwendet wird, hängt unter anderem davon ab, ob das Produkt aus Kunststoff oder Metall gefertigt werden soll.

Anwendung: branchenübergreifend

Online-Shop: vorhanden

Voxeljet

Friedberg


Die On-Demand-Fertigung erstellt Formen und Modelle für den Metallguss. Mit den 3D-Druckern von Voxeljet werden Sandformen und -kerne für den Metallguss kosteneffizient erstellt. Die Formen entstehen durch den schichtweisen Auftrag eines Partikelmaterials (Quarzsand), das mit einem Binder selektiv verklebt wird.

Anwendung: Gießereien

Online-Shop: nein

Igus GmbH

Köln


Der 3D-Druck-Service stellt individuelle Bauteile aus Kunststoff her. Die 3D-Druck-Materialien von Igus sind stabile und verschleißfeste Materialien aus Iglidur-Hochleistungskunststoffen, die sich besonders für bewegte Anwendungen eignen. Sie garantieren so eine lange Lebensdauer sowie eine hohe Abriebfestigkeit von individuellen Verschleißteilen.

Anwendung: brachenübergreifend

Online-Shop: vorhanden

Teilefabrik

Schorndorf


Das Angebot der Teilefabrik (powered by Alphacam) umfasst Anschauungsmuster, Funktionsprototypen oder Serienteile. Folgende 3D-Druck-Verfahren sind im EInsatz: FDM-Technologie, PolyJet-Druck und HP Multi Jet Fusion-Druck. Auch optionale Folgeprozesse wie Beflocken, Kaschieren, Lackieren, Polieren, Beledern oder Laserbeschriften werden ausgeführt.

Anwendung: brachenübergreifend

Online-Shop: nein

additive innovation GmbH

Mömbris


Der 3D-Druck-Service von Additive Innovation fertigt Modelle für Tests, das Prototyping sowie Kleinserien. Zum Einsatz kommen die Software 4D_Additive von Additive Innovation und Jet-Fusion-Drucker von HP, wobei ausschließlich von HP zertifizierte Materialien verwendet werden.

Anwendung: branchenübergreifend

Online-Shop: nein

DB Schenker

Frankfurt am Main


DB Schenker bietet ab sofort als weltweit erster Logistikdienstleister einen 3D-Druck-Service an. Über seine Datenplattform organisiert das Unternehmen den Druck und die Auslieferung. Den Druck selbst übernimmt ein Partnernetzwerk. Als Materialien für den 3D-Druck kommen derzeit Aluminium, Edelstahl und Kunststoff infrage. Weitere Werkstoffe wie Titan und Materialkombinationen sollen folgen.


Anwendung: branchenübergreifend

Online-Shop: vorhanden

Primax 3D GmbH

Aalen


Der Druckdienstleister ist spezialisiert auf Prototypen und Kleinserien in Originalgröße sowie einmalige Designerstücke inklusive Datenaufbereitung. Darüber hinaus werden auch Oberflächenveredelungen erledigt. Für den 3D-Druck bis 3.000 mm x 1.500 mm x 1.500 mm Druckraumgröße verwendet Prima 3D-Kunststoff aus nachwachsenden Rohstoffen, handelsübliche Filamente oder das Kunststoffgranulat des Auftraggebers. Die Farb- und Materialauswahl ist umfassend.


Anwendung: brachenübergreifend

Online-Shop: nein

Dieser Beitrag wurde ursprünglich in unserem Partnermedium Next Industry veröffentlicht.

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