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Mobilität Ein 3D-gedrucktes Elektroauto für unter 8.000 Euro

Redakteur: Stefan Guggenberger

Durch den Einsatz von 3D-Druck schafft es der italienische Hersteller Xev, den Yoyo für unter 8.000 Euro anzubieten. Schon jetzt liegen in Europa mehr als 30.000 Bestellungen für den Elektroflitzer vor.

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Der Yoyo zeigt, wie effektiv 3D-Druck im Fahrzeugbau eingesetzt werden kann. Entwicklung und Herstellung sollen bis zu 90 Prozent günstiger sein als mit herkömmlichen Verfahren.
Der Yoyo zeigt, wie effektiv 3D-Druck im Fahrzeugbau eingesetzt werden kann. Entwicklung und Herstellung sollen bis zu 90 Prozent günstiger sein als mit herkömmlichen Verfahren.
(Bild: Xev)

Beinahe alle großen Autobauer elektrifizieren aktuell ihre Flotte: Volkswagen startet noch 2020 mit der neu entwickelten Plattform für Elektrofahrzeuge in Serie. BMW schickt ab 2021 den I4 in den Kampf um die Vorherrschaft im Segment der elektrischen Sportlimousinen mit Tesla. Sogar Porsche – der Inbegriff für hochgezüchtete Verbrennungsmotoren – setzt mit dem Tycan neue Maßstäbe für akkubetrieben Sportwagen. Und was haben all diese Fahrzeuge gemeinsam (neben einem e-Antrieb)? Sie sind nicht unbedingt als Schnäppchen zu bezeichnen. Der ID 3 von VW ist beispielsweise ab 35.574,95 Euro zu haben. Im Vergleich zum neuen Golf 8, der ab 27.510 Euro vorbestellbar ist. Natürlich gibt es für die neuen E-Modelle noch staatliche Kaufanreize, günstig werden die meisten Modelle aber dennoch nicht sein.

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Ganz anders sieht das bei einem Elektrofahrzeug namens Yoyo aus: Der Zweisitzer des italienischen Herstellers Xev wird schon für unter 8.000 Euro erhältlich sein. Noch ist Xev hierzulande wohl weitgehend unbekannt, da für den Yoyo aber allein in Europa schon mehr als 30.000 Bestellungen vorliegen, könnte sich das bald ändern. Der Schlüssel für die günstige Herstellung des Elektroflitzer ist die additive Fertigung vieler Bauteile.

Herstellung per 3D-Druck bis zu 90 Prozent günstiger

Da der Yoyo zu großen Teilen aus dem 3D-Drucker stammt, geht XEV von wesentlichen Einsparungen aus: Konkret sollen Entwicklungszeit und Kosten gegenüber der konventionellen Herstellung um 90 Prozent niedriger sein. Unter anderem werden die Karosserie, die Felgen, das Armaturenbrett und das Chassis per additiver Schmelzschichtung hergestellt. Trotz des minimalistischen Designs und der geringen Kosten verfügt der Zweisitzer über einige Komfortfeatures: Klimaanlage, Touchscreen, elektrische Fensterheber und Servolenkung gehören zur Ausstattung. Insgesamt soll die Fertigung eines Fahrzeugs etwa drei Tage dauern.

Key Facts zum Xev Yoyo

  • 70 km/h Höchstgeschwindigkeit
  • 150 Kilometer Reichweite
  • 2, 5 Meter lang und 1,5 Meter breit
  • Gewicht von nur 750 Kilogramm

Ein weiterer Vorteil des 3D-Drucks sind die schnellen Iterationszyklen. So soll der Yoyo entsprechend der Marktnachfrage und dem Feedback der Nutzer ständig aktualisiert werden. Damit die Nutzer ihr Fahrzeug vor und nach dem Kauf individualisieren können, möchte Xev künftig eine Online-3D-Teilebibliothek anbieten.

Noch 2020 wird der Yoyo in Europa fahren – großes Interesse in Asien

Die Auslieferung der ersten Yoyos ist in Europa für Ende 2020 geplant. Wie lange die Produktion und Lieferung der 30.000 vorbestellen Fahrzeuge dauern wird, hat Xev noch nicht kommuniziert. Allerdings rechnet der Hersteller in den kommenden Jahren damit, mindestens 100.000 Fahrzeuge in Europa zu verkaufen. Um diese Nachfrage bewältigen zu können, sollen Showrooms in Amsterdam, Brüssel, Hamburg, Stockholm und Kopenhagen entstehen.

Noch größer ist allerdings das Interesse in Asien. Besonders in Chinas Megametropolen ist das Kleinfahrzeug gefragt. Deshalb ist auch ein Produktionsstandort in Shanghai geplant. Bisher gibt es Fertigungen in Italien und Hongkong.

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