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Marktprognose Einnahmen der 3D-Druckindustrie könnten bis 2024 um 155 Prozent steigen

| Redakteur: Stefan Guggenberger

Trotz der aktuellen Krise blicken die Marktprognosen für den industriellen 3D-Druck positiv in die Zukunft. Laut aktuellen Berichten könnten die Einnahmen der 3D-Druckindustrie in vier Jahren auf 40,8 Milliarden US-Dollar steigen.

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Obwohl die Industrie aktuell weltweit unter der Corona-Krise leidet, deuten Marktprognosen ein steiles Wachstum beim 3D-Druck bis 2024 an.
Obwohl die Industrie aktuell weltweit unter der Corona-Krise leidet, deuten Marktprognosen ein steiles Wachstum beim 3D-Druck bis 2024 an.
(Bild: gemeinfrei // unsplash)

Sich ständig weiterentwickelnde Wertschöpfungsketten, Marktinnovationen und neueste technologische Entwicklungen drängen den 3D-Druck auf den Mainstream-Markt. Diese Art der Produktion ist in den letzten Jahren sprunghaft angestiegen. Eine wachsende Zahl von Unternehmen verwendet 3D-Drucklösungen, die ihnen Schnelligkeit und Flexibilität bei gleichzeitiger Kostensenkung ermöglichen.

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Wie wir bereits berichteten geht die Corona-Krise auch an der additiven Industrie nicht spurlos vorbei. Vor allem die 3D-Druckerhersteller haben im ersten Quartal mit Umsatzeinbrüchen zu kämpfen. Aktuelle Marktprognosen gehen jedoch davon aus, dass sich die additive Industrie von diesen Rückschlägen erholen und in den nächsten Jahren stark wachsen wird. Die Finanzplattform LearnBonds hat ausführliche Marktdaten gesammelt und erwartet, dass der weltweite Umsatz der 3D-Druckindustrie um 155 % ansteigt und bis 2024 einen Wert von 40,8 Milliarden US-Dollar erreicht.

Hauptgründe für den Einsatz von 3D-Druckern bleiben Prototypen und Proof-of-Concept

Der 3D-Druck ermöglicht die Herstellung komplexer Formen mit weniger Materialeinsatz als herkömmliche Herstellungsmethoden, weshalb er für kleine Produktionsserien, Prototyping, kleine Unternehmen und den Einsatz im Bildungsbereich weit verbreitet ist. Im Jahr 2020 wird die weltweite 3D-Druckindustrie voraussichtlich einen Wert von 16 Milliarden US-Dollar haben, verriet der jährliche Bericht von Wohlers Associates über den Stand des 3D-Drucks. Für die nächsten zwei Jahre wird ein Marktumsatz von etwa 25,5 Milliarden US-Dollar prognostiziert. Statistiken zeigen, dass sich der starke Aufwärtstrend in den folgenden Jahren fortsetzen wird, wobei der Marktumsatz zwischen 2020 und 2024 um eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate von 26,4 % wachsen wird.

Der Fokus beim Einsatz von 3D-Drucktechnologien liegt 2020 auf der Beschleunigung der Produktentwicklung.
Der Fokus beim Einsatz von 3D-Drucktechnologien liegt 2020 auf der Beschleunigung der Produktentwicklung.
(Bild: VCG // Sculpteo)

Der Bericht 'State of 3D Printing' von Sculpteo zeigte auch, dass im Jahr 2020 der beliebteste Anwendungsfall des 3D-Drucks bei 68 % der Befragten das Prototyping war, was einem Anstieg von 34 % im Vergleich zu den Zahlen von 2017 entspricht. Weitere 59 % der Unternehmen und Betriebe setzten die Technologie für Proof-of-Concept-Zwecke ein, 36 % mehr als vor drei Jahren.

Die Statistik zeigt auch, dass 49 % der Unternehmen den 3D-Druck in der Produktion einsetzten, was einem Anstieg von 27 % gegenüber 2017 entspricht. Forschung und Ausbildung sowie die Herstellung von mechanischen Teilen und Ersatzteilen folgen mit 42 % bzw. 40 % der Befragten. Obwohl Rapid Manufacturing und Rapid Tooling mit additiven Technologien immer mehr Anwendungen findet, bleibt also der klassische Prototypenbau der Haupteinsatzzweck des 3D-Drucks.

Im Weiteren geht aus der Umfrage hervor, dass 41 % der Befragten angaben, dass die Beschleunigung der Produktentwicklung einer der Hauptgründe für den Einsatz von AM sei. Das Angebot maßgeschneiderter Produkte und begrenzter Serien wurde als zweitwichtigster Grund für die Anwendung des Verfahrens genannt. Die Erhöhung der Produktionsflexibilität stand bei 12 % der Befragten an dritter Stelle.

HP und General Electric führend bei Patenten für den 3D-Druck

Betrachtet man die Anzahl der Patente für den 3D-Druck in den letzten zehn Jahren, so ist HP mittlerweile weltweit führend auf diesem Gebiet. Das an der New-Yorker-Börse notierte multinationale US-Unternehmen für Informationstechnologie richtete seine 3D-Druckeinheit 2014 ein. Heute verfügt es über insgesamt 454 veröffentlichte Patente für den 3D-Druck. Zunächst richtete HP seinen Fokus auf den 3D-Kunststoffdruck und stieg hier schnell zu einem der führenden Unternehmen auf. Ähnlich gehen die Amerikaner nun beim Einstieg in den 3D-Metalldruck vor und konnten sich bereits beachtliche Marktanteile sichern. Nach einem Bericht des englischen Marktforschungsunternehmens Context war HP bereits 2019 der Hersteller von 3D-Metalldruckern mit dem dritthöchsten Umsatz weltweit.

Bei der Anzahl der 3D-Patenten steh das US-Konglomerat General Electric mit insgesamt 408 Patenten in den letzten zehn Jahren an zweiter Stelle. Im Jahr 2018 meldete der US-Multi beispielsweise ein Patent an, um die Blockchain-Technologie zur Validierung und Verifizierung von 3D-Druckteilen in seiner Lieferkette einzusetzen. Diese Technologie ermöglicht die transparente, sichere und funktionelle Speicherung und Übertragung von Informationen ohne eine zentrale Kontrollinstanz.

Auf die beiden US-Unternehmen folgen das japanische Unternehmen Seiko Epson (251 Patente) und Siemens aus Deutschland (231 Patente).

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