Beton-3D-Druck Erstes 3D-gedrucktes Betonhaus der Niederlande bezugsbereit

Redakteur: Dorothee Quitter

Das erste niederländische 3D-gedruckte Betonhaus steht in Eindhoven. Es ist das Erste von fünf Häusern, die im Rahmen des Projektes "Milestone" additiv gefertigt werden. Am 30. April erfolgte die Schlüsselübergabe.

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Sechs Projektpartner aus Regierung, Wissenseinrichtungen und Industrie haben das Haus realisiert. Die äußere Form soll an einen Felsbrocken erinnern.
Sechs Projektpartner aus Regierung, Wissenseinrichtungen und Industrie haben das Haus realisiert. Die äußere Form soll an einen Felsbrocken erinnern.
(Bild: Bart van Overbeeke)

Das einstöckige Haus ist wie ein großer unregelmäßiger Felsbrocken geformt, der sich gut in die natürliche Lage einfügt. Mit einer Nettogeschossfläche von 94 Quadratmetern besitzt es ein geräumiges Wohnzimmer und zwei Schlafzimmer. Dank einer extra dicken Isolierung und einem Anschluss an das Wärmenetz soll das Haus einem Energieeffizienzkoeffizienten von 0,25 haben. Das Milestone-Haus besteht aus 24 bedruckten Betonelementen, die Schicht für Schicht beim Fertiger in Eindhoven gedruckt wurden. Die Elemente wurden per LKW zur Baustelle transportiert und auf ein Fundament gestellt. Das Haus wurde dann mit einem Dach versehen.

Mit einer Nettogeschossfläche von 94 Quadratmetern besitzt das Milestone-Haus ein geräumiges Wohnzimmer und zwei Schlafzimmer.
Mit einer Nettogeschossfläche von 94 Quadratmetern besitzt das Milestone-Haus ein geräumiges Wohnzimmer und zwei Schlafzimmer.
(Bild: Bart van Overbeeke)

Beton-3D-Druck ermöglicht Formfreiheit

Die Projektpartner von "Milestone" haben in den letzten Jahren viel geforscht und entwickelt, um den Betondruck in allen möglichen Formen zu ermöglichen. Dabei war es besonders schwierig, die geneigten Wände zu drucken. Mit dem gewonnenen Wissen kann nun ganz anders konstruiert und gefertigt werden als bei üblichen rechteckigen Häuser, heißt es. So können gedruckte Häuser viel schneller mit mehr Flexibilität und personalisierten Designs gebaut werden. Das sei auch nachhaltiger, da weniger Beton benötigt wird. Das Ziel der Projektpartner: 3D-Betondruck soll irgendwann zu einer nachhaltigen Bauweise werden, die zur Lösung der Wohnungsnot beiträgt.

Zweistöckige Häuser in Planung

Die fünf Häuser von Project Milestone werden nacheinander gebaut, so dass jede neue Baurunde die Lernmöglichkeiten aus dem vorherigen maximieren kann. Demnächst werden die Projektpartner mit der Planung der nächsten Häuser beginnen, die mehrere Stockwerke haben werden und daher eine Weiterentwicklung der Technik erfordern.

Die sechs Projektbeteiligten

Eine Besonderheit des Projekts ist die "Triple Helix"-Zusammenarbeit zwischen Regierung, Wissenseinrichtungen und Industrie. Die Gemeinde war Mitinitiator, Innovationsförderer und Projektvorbeherrser. TU/e forcierte und entwickelte Modelle für den 3D-Betondruck, Saint-Gobain Weber Beamix entwickelte die speziellen Arten von Betonmörtel, die für den 3D-Druck benötigt werden, und sie arbeiteten zusammen, um die Drucktechnologie zu entwickeln. Witteveen+Bos arbeitete an den bautechnischen und baulichen Aspekten. Das Bauunternehmen Van Wijnen leitete das Projekt und baute das Haus. Das Haus befindet sich heute im Besitz des Wohnimmobilieninvestors Vesteda, der es an Privatpersonen vermietet.

Die Geschichte hinter dem Projekt

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