3D-Druck Kolumne In 2020 wieder nicht mit 3D-Druck gestartet? – So klappt es in 2021

Autor / Redakteur: Johannes Lutz / Stefan Guggenberger

Die additive Fertigung kann ein großartiger Zugewinn im Unternehmen sein. Genau aus diesem Grund wird versucht, die Entscheidung für 3D-Druck so gut als möglich zu treffen. Sind die anfangs herangezogenen Parameter jedoch die richtigen für eine grundlegend gute Entscheidung für die Zukunft?

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Für den additiven Start in das neue Jahr 2021 hat unser Kolumnist Johannes Lutz die richtigen Tipps.
Für den additiven Start in das neue Jahr 2021 hat unser Kolumnist Johannes Lutz die richtigen Tipps.
(Bild: gemeinfrei // Pexels)

Die monatliche 3D-Druck-Kolumne entsteht in Kooperation mit unserem Autor Johannes Lutz von 3D Industrie. Mehr zum Autor finden Sie am Ende des Textes. Interessieren Sie sich noch für weitere Themen aus der Welt des 3D-Drucks? Dann hören Sie sich den 3D-Druck-Podcast von Johannes Lutz an.

Es ist schon wieder Mitte Dezember, das Jahr neigt sich dem Ende zu, Weihnachten ist schon in Sicht und das Thema 3D-Druck ist bei einigen Unternehmen immer noch ein offener Punkt auf der Aufgabenliste. Eigentlich sollte die Entscheidung dazu schon längst getroffen worden sein. Die Zeit drängt und es scheint, andere Unternehmen hätten schon längst damit begonnen und Vorteile aus der additiven Fertigung gezogen. Doch eher wird das Thema 3D-Druck ins Neue Jahr verschoben, denn zu Beginn des Jahres ist genügend Zeit verfügbar und zudem lassen sich neue Projekte dann frischer und leichter angehen.

Die aktuelle Situation sowie die vergangene Zeit hat gezeigt, wie leistungsfähig und problemlösend die Technologie sein kann. Es scheint auf einmal alles möglich zu sein, wenn es um schnelle Hilfe geht. Die Vorteile im Einsatz der additiven Fertigungstechnologie überwiegen. Jeder ist davon überzeugt und glaubt auch daran, das 3D-Druck Zeit und Geld spart sowie die Innovationskraft im Unternehmen stärkt.

Wenn zu all den Vorteilen von 3D-Druck nicht „Nein“ gesagt werden kann, warum wird die Entscheidung dafür dann immer wieder vor sich hergeschoben?

Zwei Gründe, wieso die 3D-Entscheidung immer wieder vertagt wird:

  • 1. Es gibt Unternehmen, denen reicht es aus, die Fantasie zu haben, was diese mit 3D-Druck leisten könnten. Dabei reicht der Glaube daran, dass man es irgendwann einmal macht vollkommen aus, umgesetzt wird jedoch nie etwas.
  • 2. Der Drang sowie der Wille sind vorhanden, jedoch überwiegt die Unsicherheit einen Fehler zu machen oder die falsche Grundlage für eine Entscheidung heranzuziehen. Man möchte starten, macht sich jedoch Sorgen alles richtig durchdacht zu haben. Schlussendlich ist man gefesselt in der Unsicherheit und verschiebt das Startdatum immer wieder.

Das Schlimmste ist jedoch, beim Nr.1-Anbieter einen 3D-Drucker in sechsstelliger Summe gekauft zu haben, weil man meint, genau das benötigt man jetzt. Dabei bestehen keine konkreten Anwendungsszenarien im Unternehmen.

Welche Parameter sind für 2021 zu betrachten, um eine gute Entscheidung für die Zukunft zu treffen?

Hier gilt es, wie bei jeder anderen neuen Technologie auch, die Basics zu kennen und sich zu Beginn die richtigen Fragen zu stellen. Bevor jetzt nach neuen Trends bei 3D-Druck für das Jahr 2021 Ausschau gehalten wird, sollten zuerst die Grundlagen sitzen. Oft wird auch das als Trend proklamiert, was aktuell auf dem Markt der additiven Fertigung verkauft wird. Bevor diese Grundlagen also nicht sitzen, sind Trends uninteressant.

Wichtig ist auf das Wesentliche zu achten und dies umzusetzen:

  • Basis-Wissen zu 3D-Druck aufbauen, z.B. mit einer Online Schulung
  • Die additive Denk- und Herangehensweise verstehen
  • Potenziale im Unternehmen herstellerneutral zu analysieren
  • Notwendige Werkstoffe für diese Potenziale zu bestimmen
  • Erste Testbauteile additiv von einem Dienstleister fertigen zu lassen
  • Die Grundlagen der additiven Konstruktion zu beherrschen
  • Die gefertigten Bauteile zu testen

Bis dort hin ist die Entscheidung für einen großen und teuren 3D-Drucker noch gar nicht notwendig, geschweige den möglich, da erst nach diesem äußerst ressourcenschonenden Vorgehen eine Tendenz zu erkennen ist.

Welchen Weg ein Unternehmen geht, um mit 3D-Druck zu starten ist diesem selbst überlassen. Es ist jedoch so, dass neue Technologien neue Denk- und Herangehensweisen benötigen, um diese erfolgreich einzusetzen und den Fokus auf gutsitzende Grundlagen immer gute Voraussetzungen vorweist.

Falls sich Unternehmen jetzt fragen, wann für 3D-Druck das beste Startdatum ist, wäre genau jetzt und heute die richtige Antwort. Der allerbeste Startzeitpunkt wäre jedoch vor einigen Jahren gewesen. Wann Sie mit 3D-Druck starten ist nicht relevant, es ist jedoch relevant, dass Sie eine Entscheidung treffen, ob Sie es tun wollen oder nicht.

Mission Additive Kolumnist Johannes Lutz

Johannes Lutz, Geschäftsführer 3D Industrie GmbH, Experte für industriellen 3D-Druck, Autor des 3D-Druck Profi-Wissen Buches
(Bildquelle: 3D Industrie GmbH)

Johannes Lutz war bereits 2014 neben seinem Maschinenbau & Wirtschaft Studium im technischen Vertrieb und der Anwendungsfindung für 3D-Druck aktiv und gründete dann 2016 das Unternehmen Mark3D GmbH. Dabei konzentrierte er sich gezielt auf den Vertrieb von 3D-Drucken für Betriebsmittel und Fertigungshilfen.

Da die Beratung von Unternehmen zum Thema 3D-Druck weiter zu nahm, traf er die Entscheidung sich hier klarer zu Positionieren und gründete 2019 die 3D Industrie GmbH. Heute hilft er Maschinenbauern um mit 3D-Druck erfolgreich zu starten und 3D-Druck-Dienstleistern mehr Druckaufträge zu generieren. Johannes Lutz ist Autor des Buches 3D-Druck Profi-Wissen und veröffentlicht jeden Dienstag eine neue 3D-Druck Podcast Folge.

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