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Luftfahrt In der ‚Factory of the Future‘ werden Flugzeuge mit 3D-Druck leistungsfähiger

| Redakteur: Stefan Guggenberger

Der britische Konzern BAE Systems setzt in seiner ‚Factory of the Future‘ auf 3D-Druck, um Kampfflugzeuge besser zu machen. Auf FDM-Druckern entstehen dafür additive Werkzeuge, Prototypen und Endbauteile.

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Die additive FDM-Fertigung von Stratasys kommt bei der Bodenausstattungen für das Kampfflugzeug Typhoon zum Einsatz.
Die additive FDM-Fertigung von Stratasys kommt bei der Bodenausstattungen für das Kampfflugzeug Typhoon zum Einsatz.
(Bild: Stratasys // Bae Systems)

Der britische Konzern Bae Systems betreibt in Samlesbury im Vereinigten Königreich die ‚Factory of the Future‘. Dabei handelt es sich um eine moderne Einrichtung, in der neueste Fortschritte in Technologie und Fertigung nahtlos mit dem menschlichen Anwenderpersonal vollständig miteinander verknüpft werden. Zu den additiven Anwendungen in der Factory zählen beispielsweise Endbauteile wie Bodenausstattungen für Flugzeuge, Fertigungswerkzeuge wie Bohrer, Raumfahrtmodelle und andere Prototypen. Dazu kommen hauptsächlich FDM-3D-Drucker von Stratasys zum Einsatz.

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Flugzeugbau wird durch additive Fertigung optimiert

Bae Systems zufolge gestaltet der Einsatz additiver Fertigung im Flugzeugbau die Produktion flexibler, schneller und kostensparender. Außerdem bietet Einsatz von FDM-3D-Druckern zur Erstellung von Produktionswerkzeugen eine „erhebliche Senkung der Kosten und Vorlaufzeiten“ im Vergleich zu denen, die mit traditionellen Fertigungsverfahren erstellt wurden. „In unserem Programm geht es darum, die Zukunft der Kampfflugzeugfertigung mit bahnbrechenden Technologien voranzutreiben. Die additive FDM-Fertigung von Stratasys spielt in dieser Initiative eine wichtige Rolle und unterstützt uns dabei, die allgemeinen Ziele des Unternehmens zur Senkung der Kosten und Verkürzung der Markteinführungszeiten zu erreichen“, sagt Greg Flanagan, Additive Manufacturing Operations Lead bei Bae Systems Air. Dazu wird die 3D-Druckkapazität beständig ausgebaut. Gleichzeitig sucht das Team nach neuen Hochleistungsmaterialien, wie dem kohlenstofffasern verstärkten Material FDM Nylon 12CF.

Wir können einzelne Bauteile für neue Produkte schnell drucken, Werkzeuge einfacher und kosteneffizienter ersetzen und den Produktionsbetrieb aufrechterhalten, wenn sich die Hardware verzögert. Sollte die Lieferkette unterbrochen werden, können wir als Unternehmen agiler reagieren und weiterhin unsere Kunden bedienen.

Greg Flanagan, Additive Manufacturing Operations Lead bei Bae Systems Air

Additive Bauteile oft wirtschaftlicher als traditionelle

Bisher war die Bauteilidentifikation für Bae Systems ein wichtiger Faktor. Traditionell hergestellte Anwendungen konnten durch Hochleistungs-3D-Druckmaterialien verbessert oder in einigen Fällen ersetzt werden. Dazu zählt auch der Einsatz von ABS und ASA im Bereich der Flugzeugbodenausstattung, wie beispielsweise bei Bodenbelägen für Cockpits des Kampfflugzeuges Typhoon. 3D-gedruckte Bodenbeläge werden beispielsweise schnellerer hergestellt als traditionell gefertigte Bauteile. Gleichzeitig sind die AM-Beläge viel leichter und vom Bodenpersonal einfacher zu bewegen. Das erhöht die Wirtschaftlichkeit bei Instandhaltung, Reparatur und Überholung. Ein zusätzlicher Vorteil ist, dass sie in Rot gedruckt werden können – das ist die Farbe für alle Komponenten, die vor dem Flug entfernt werden.

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