Der VDMA zieht Bilanz Jahresabschluss 2020: sattes Minus mit Hoffnungsschimmer

Redakteur: Peter Königsreuther

Das letzte Jahr zog sich konjunkturell auch im Maschinen- und Anlagenbau wie ein unterkühlter Kaugummi dahin. Doch seit Dezember gibt es Lichtblicke, beruhigt der VDMA jetzt.

Firmen zum Thema

Durchstarten im Maschinenbau? Noch nicht ganz, sagt der VDMA. Dennoch spricht der Verband in Sachen Auftragseingang rückblickend auf Dezember 2020 von einem „versöhnlichen Ende“.
Durchstarten im Maschinenbau? Noch nicht ganz, sagt der VDMA. Dennoch spricht der Verband in Sachen Auftragseingang rückblickend auf Dezember 2020 von einem „versöhnlichen Ende“.
(Bild: Königsreuther)

Die Maschinen- und Anlagenbauer haben das schwierige, vor allem von der Corona-Pandemie geprägte letzte Jahr mit einem versöhnlichen Ausblick beendet, beginnt der VDMA seinen Rückblick. Im Dezember setzte sich der leicht positive Trend der Vormonate fort, nachdem erste Erholungen durch die Aufhebung der Reisebeschränkungen im Sommer 2020 bereits gefruchtet haben. Die Unternehmen verbuchten insgesamt ein Auftragsplus von real 7 % im Vergleich zum Vorjahresmonat. Dabei spielte einmal mehr die vergleichsweise niedrige Ausgangsbasis des Vorjahres eine wesentliche Rolle, erklären die Experten.

Lockdown-Effekte bremsen die Branche aus

Für das Gesamtjahr 2020 stehe aber mit einem Rückgang der Bestellungen um 11 % also ein zweistelliges Minus im Vergleich zum Jahr davor in den Büchern. Der VDMA betont, dass das der stärkste Dämpfer seit der Finanzkrise von 2008/09 bedeutet. „Die Erholung, die im Herbst 2020 begonnen hat, setzt sich fort, aber sie steht weiterhin auf wackeligen Füßen. Denn die Pandemie ist, wie wir alle wissen, nicht vorbei“, gibt VDMA-Chefvolkswirt Dr. Ralph Wiechers zu bedenken. Ernst zu nehmen und bremsend auf einen stabilen Aufschwung wirkten sich auch die immer wieder aufflammenden Diskussionen um Lockdowns sowie die verschärften Reiserestriktionen aus.

Trotz allem kam es zu einem Auftragsplus

Im Dezember, blickt Wiechers zurück, entwickelten sich die Bestellungen sowohl aus dem In- als auch aus dem Ausland gleichermaßen gut. Beide Märkte legten dabei im Vergleich zum Vorjahr real um 7 % zu. Während aus den Euro-Ländern ein Auftragsplus von rund 1 % gemeldet wurde, sprachen die Nicht-Euro-Länder von einem Mehr von 9 % in puncto Auftragseingänge. Durch diesen, man könne schon sagen, Jahresendspurt, konnte sich der Maschinen- und Anlagenbau im vierten Quartal 2020 faktisch über ein Auftragsplus von rund 4 % freuen.

Ob Wohl oder Wehe, wird die globale Nachfrage zeigen

Die globalen, von Corona verursachten, Schwierigkeiten aber spiegelten sich dennoch deutlich in der Jahresbilanz des Auftragseingangs wider. Während die Inlandsaufträge im letzten Jahr um 6 % unter dem Vorjahresniveau blieben, kamen aus dem Ausland 13 % weniger Bestellungen, sagt der VDMA-Chefvolkswirt. Der Blick auf die Euro-Länder (minus 11 %) und Nicht-Euro-Länder (minus 13 %) lässt bei beiden im Prinzip das gleiche Bild erkennen. „Für uns als exportorientierte Branche ist entscheidend, dass die globale Nachfrage in diesem Jahr wieder stärker in Schwung kommt und möglichst störungsfrei bedient werden kann“, äußert sich Wiechers in Sachen naher Zukunft des Maschinen- und Anlagenbaus.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf unserem Partnerportal MM Maschinenmarkt veröffentlicht.

Am Puls der additiven Fertigung bleiben!

Wollen Sie immer auf dem neusten Stand der additiven Fertigung sein? Mit unserem Newsletter erhalten Sie wöchentlich die wichtigsten News, Innovationen, Brancheninsights, exklusive Inhalte und vieles mehr.

>> Jetzt Newsletter abonnieren <<

(ID:47117652)