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Strategie Marie Langer will EOS beschleunigen

Autor: Simone Käfer

Den ersten familiären Generationenwechsel in der Additiven Fertigung hat Familie Langer vollzogen. Wer ist die neue CEO von EOS und was hat sie mit dem Unternehmen vor?

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Marie Langer, Vorsitzende der Geschäftsführung von EOS
Marie Langer, Vorsitzende der Geschäftsführung von EOS
(Bild: EOS)

Sie will die Strukturen verändern, damit EOS schneller wird. Schneller in seiner Entwicklung, schneller am Kunden und eine zuverlässigere Serienproduktion soll sichergestellt werden. Als ich Marie Langer, seit Oktober 2019 Vorsitzende der Geschäftsführung von EOS und Tochter des Unternehmensgründers Hans J. Langer, zum Interview auf der Formnext 2019 treffe, hat sie bereits einen langen Tag und viele Gespräche hinter sich. Trotzdem sprüht sie vor Energie.

EOS sieht sich selbst in einer führenden Position am Markt. Wie wollen Sie diese halten, Frau Langer?

Wir bringen mehr Verantwortung in die Vertriebsregionen und in kleinere Entwicklungsteams. Dafür strukturieren wir uns derzeit um, dezentralisieren uns weiter und ich gebe Verantwortung an eigenständige Teams ab.

Was versprechen Sie sich von einer dezentralen Struktur?

Dass wir dynamischer und schneller werden. Denn dadurch kann direkt in der jeweiligen Region an Kundeninnovationen gearbeitet werden. Außerdem haben wir für alle wesentlichen Produktlinien bereits Teams etabliert, die fokussiert und eigenständig an dem Produkt arbeiten. Ich glaube, dass uns das wesentlich schneller macht.

Das erfordert von Ihrer Seite Vertrauen in die Mitarbeiter.

Ja, das tut es. Und wenn ich viel Vertrauen schenke und Verantwortung abgebe, muss ich natürlich auch viel informieren. Deswegen fördere ich auch eine transparente Kommunikation.

Wenn Sie Entscheidungen für das Unternehmen treffen, was steht für Sie im Vordergrund?

Die Kunden und ihren Erfolg im Blick zu haben; zu verstehen, was unsere Kunden wirklich wollen.

Wer sind denn die Kunden von EOS?

Wir sehen gar nicht so stark nur auf die großen OEMs, sondern auf die Zulieferer und Auftragsfertiger, darauf, wie ihnen Additive Fertigung hilft, den Herausforderungen ihrer Kunden besser zu begegnen. Es geht darum, die Supply Chain zu qualifizieren. Deswegen legen wir auch Wert auf End-to-End Solutions, auf das Pre- und Postprocessing. Das wurde in den letzten Jahren bereits verfolgt, aber wir werden uns intern für den Kunden neu aufstellen.

Sie haben doch bestimmt noch mehr Themen für Ihre Kunden auf der Agenda?

Ja, sicher! Unter dem Motto „great service to the customer” wollen wir unsere Serviceorientierung in der Organisation weiter verbessern, damit wir schneller reagieren können. Außerdem werden wir auf unserer Technologiereife aufbauen und eine zuverlässige Serienproduktion sicherstellen – gemeinsam mit strategischen Partnern. Und wir wollen mehr in nachhaltige Materialien investieren. Einige haben wir schon. Um das am Markt besser bekannt zu machen, haben wir einen Head of Sustainability eingeführt, der schon bei DHL für die Nachhaltigkeitsstrategie verantwortlich war.

Frau Langer, Sie sind erfrischende 33 Jahre und diplomierte Psychologin. Warum sind Sie eine gute Geschäftsführerin für ein Maschinenbau-Unternehmen?

Ich bin schon immer gerne an der Front rumgesprungen, habe gerne Dinge gestaltet und entschieden. Mein Vater und meine Mutter haben mich dazu erzogen, mutig zu sein, meine Meinung zu sagen und für Dinge einzustehen.

Sie sind nicht ohne Vorbereitung in Ihre Führungsaufgabe gestartet, sondern waren auf einer Business School.

Das war durchaus hilfreich. Was mir aber wirklich geholfen hat, war, in einem unternehmerischen Haushalt aufzuwachsen. Die Eltern meiner Mutter waren schon selbstständig. Mein Vater hat EOS gegründet, als ich drei Jahre alt war. Ich habe gesehen, wie er das Unternehmen aufgebaut hat, und habe in dieser Zeit selbst verschiedene Funktionen in der Organisation um die EOS GmbH wahrgenommen. Das Denken und Handeln, das man mir in meinem Elternhaus mitgegeben hat, wird mir helfen, EOS auf Kurs zu halten.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf unserer Partnerplattform MM Maschinenmarkt veröffentlicht.

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Über den Autor

 Simone Käfer

Simone Käfer

Redakteurin für Additive Fertigung und Werkstoffe