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3D-Druck vs. Corona Mark3D bietet Schutzausrüstung im Kampf gegen Corona

| Redakteur: Stefan Guggenberger

Immer mehr Menschen, die in der 3D-Branche tätig sind, entwickeln Tools, welche gegen die Ausbreitung des Coronavirus von Nutzen sind. Mark3D hat seinem europaweiten Netzwerk nun 3D-Druckdateien für Corona-Hilfsmittel zur Verfügung gestellt. Auch Sie können helfen oder Schutzausrüstung anfragen.

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In der Corona-Krise kann jeder helfen! Mit den Druckvorlagen von Mark3D können auch Sie Hilfsmittel und Schutzausrüstung herstellen.
In der Corona-Krise kann jeder helfen! Mit den Druckvorlagen von Mark3D können auch Sie Hilfsmittel und Schutzausrüstung herstellen.
(Bild: Mark3D)

Während sich die COVID19-Epidemie weltweit ausbreitet, haben sich innerhalb der 3D-Druck-Community mehrere Initiativen gebildet. Die 3D-Druck-Technologie ist eine der leistungsstärksten und flexibelsten Möglichkeiten, die sie in diesen Kampf einbringen können. In der aktuellen Zeit zeigen sich wahre Helden: Ärzte, Pfleger und Helfer arbeiten täglich stundenlang und am Rande Ihrer Kräfte für andere.

In dieser Zeit hat sich Mark3D dazu entschlossen, die Helfer mit 3D-gedruckten Teilen zum Selbstschutz zu unterstützen. Schnell zeigte sich aber, dass die Nachfrage an Verbrauchsmaterialien wie Gesichtsschutzmasken und anderen Hilfsmitteln zu groß ist, um von Mark3D alleine gedeckt zu werden. Vor allem in Krankenhäusern und Arztpraxen besteht ein regelmäßiger Bedarf an Schutzausrüstung.

Druckfertige Dateien zur freien Verfügung

Um die enorme Nachfrage bedienen zu können, hat Mark3D ein Set aus mehreren nützlichen und druckfertigen STL-Dateien erstellt, damit jeder die benötigen Hilfsmitteln in seiner Umgebung drucken kann. In diesem Set waren u.a. eine Maskenhalterung, eine Gesichtsschutzmaske und weitere nützliche Teile für den Selbstschutz.

Kurzerhand hat Mark3D ihrem gesamten Netzwerk aus Kunden und Partnern die Dateien zur Verfügung gestellt. Insgesamt stehen diesem Netzwerk mehrere zehntausend 3D-Drucker in Europa zur Verfügung.

Selbst Hilfsmittel drucken oder anfragen:

Wer ebenfalls unterstützen möchte oder dringend gedruckte Teile benötigt, kann sich diese auf der Webseite von Mark3D herunterladen oder in eine Liste eintragen:

>> Jetzt mitmachen! <<

Vom kleinen Maschinenbauer bis zum Autokonzern

Das positive Feedback und die vielen Hilfsangebote nach Veröffentlichung der 3D-Druckdateien haben dann auch Mark3D überrascht. Vom kleinen Maschinenbauer bis hin zum Automobil-, Technologie- oder Rüstungskonzern – alle helfen mit!

So konnte das Netzwerk zahlreiche Krankenhäuser, Arztpraxen, das Rote Kreuz, aber auch Büro-Gebäude deutschlandweit versorgen. Möglich war das, weil Industrieunternehmen in der Corona-Krise, von der sie selbst maßgeblich betroffen sind, ihre Kapazitäten der Gesellschaft zur Verfügung gestellt haben. Das Engagement der vielen Unternehmen hat also dazu beigetragen, eine Überforderung der medizinischen Einrichtungen weitgehend zu verhindern.

Diese Hilfsmitteln finden Sie im Set

Im 3D-Druck-Set finden Sie Schutzausrüstung und andere Hilfsmittel, die in der Corona-Krise dringend benötigt werden. Unter anderem sind diese Teile enthalten:

Maskenhalterung

Maskenhalterungen entlasten die Ohren von Menschen, die stundenlang Gesichtsschutz tragen müssen.
Maskenhalterungen entlasten die Ohren von Menschen, die stundenlang Gesichtsschutz tragen müssen.
(Bild: Mark3D)

Durch das stundenlange Tragen des Mundschutzes führt dies bei vielen Pflegekräften und Ärzten zu starken Schmerzen an den Ohren, da sich die Haltegummis in die Haut schnüren oder Druckstellen im Gesicht auftreten. Mit Hilfe einer einfachen Tragehilfe, werden die Ohren entlastet und er Druck verteilt sich. Mit kleinen Widerhaken kann sogar die Festigkeit angepasst werden.

Gesichtsschutzmaske

Der wiederverwendbare Gesichtschutz kann an die Kopfform des Träger angepasst werden.
Der wiederverwendbare Gesichtschutz kann an die Kopfform des Träger angepasst werden.
(Bild: Mark3D)

Die Ingenieure von Markforged haben einen wiederverwendbaren Gesichtsschutz entwickelt, der mit jedem 3D-Drucker hergestellt werden kann. Es besteht aus einem 3D-gedruckten Rahmen, einem aus PET geschnittenen Gesichtsschutz, einem Stück Schaumstoffband und einem handelsüblichen Gummiband. Die durchsichtigen Gesichtsschutzschilde können in weniger als 30 Sekunden ausgetauscht werden. „Die Schilde passen sich ideal jeder Kopfform an. Da rutscht nichts.“ Erklärt David Schlawer von der Mark3D GmbH

Bei Engpässen kann 3D-Druck schnell helfen

Insbesondere bei Lieferengpässen, überwiegt die Verfügbarkeit und Flexibilität des 3D-Drucks, den Kostenfaktor bei unerwartet hoher Nachfrage und geringem Angebot bei weitem. Seit mehreren Jahrzehnten verweisen Experten auf den 3D-Druck als Lösung für die Probleme der Lieferketten hin. In der industriellen Massen- und Serienfertigung sind herkömmliche Fertigungsmethoden (Spritzguss, ...) aber meist wirtschaftlicher als additive Fertigung. Wenn es darum geht, schnell auf unerwartete Probleme zu reagieren, kann mit 3D-Druck in der Regel schneller eine Lösung gefunden werden. Dieses Potenzial hat AM kürzlich während der Corona-Krise gezeigt: Als Krankenhäuser beispielsweise Ventile für Beatmungsgeräte brauchten, konnte diese binnen kürzester Zeit für 3D-Drucker entwickelt und hergestellt werden.

Ein Übersicht additiver Hilfsangebote zur Bewältigung der Corona-Pandemie finden sie hier.

Weitere Informationen zur Anwendung der 3D-Druckdateien finden Sie in diesem Video:

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