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3D-Druck vs. Corona Michelin und Prolabs kooperieren bei der Herstellung von Gesichtsschutz

| Redakteur: Anna-Lena Dosch

Immer mehr Menschen, die in der 3D-Branche tätig sind, entwickeln Tools, welche gegen die Ausbreitung des Coronavirus von Nutzen sind. Michelin und Prolabs arbeiteten zusammen und fertigten dringend benötigten sterilisierbaren Gesichtsschutz für Krankenhäuser in Frankreich.

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Michelin und Prolabs arbeiteten zusammen und heraus kam ein Gesichtsschutz mit den zwei großen französischen Kliniken noch im April versorgt werden können.
Michelin und Prolabs arbeiteten zusammen und heraus kam ein Gesichtsschutz mit den zwei großen französischen Kliniken noch im April versorgt werden können.
(Bild: Michelin)

Das Unternehmen Michelin stellte in nur einem Monat, mit der Unterstützung von Protolabs, 10.000 sterilisierbare, wiederverwendbare Gesichtsschutzmasken her und lieferte diese an zwei große französische Kliniken. Die beiden Kliniken meldeten einen dringenden Bedarf von Gesichtsschutzschilden für ihre Mitarbeiter. Als Frédéric Pialot, Senior Fellow Processes bei Michelin, dies hörte, wurde nach einem geeigneten Design gesucht und die Kapazitäten des Unternehmens komplett auf die Fertigung von PSA umgestellt.

Die Gesichtsschutzschilde basieren auf der kostenlosen Druckdatei, zur Verfügung gestellt von Prusa. Das Modell zeichnet sich durch eine einfache Montage und einen hohen Tragekomfort aus. Von Michelin wurde dieses in verschiedenen Bereichen signifikant optimiert.

Michelin verwendete Polycarbonat anstatt eines der üblichen Materialien PLA oder PET. Durch den Materialwechsel können die Masken desinfiziert werden und sind somit wiederverwendbar. Das war Frédéric Pialot, Senior Fellow Processes bei Michelin, sehr wichtig.
Michelin verwendete Polycarbonat anstatt eines der üblichen Materialien PLA oder PET. Durch den Materialwechsel können die Masken desinfiziert werden und sind somit wiederverwendbar. Das war Frédéric Pialot, Senior Fellow Processes bei Michelin, sehr wichtig.
(Bild: Michelin)

Für den Gesichtsschutz aus dem 3D-Drucker werden meist die Materialien PLA oder PET verwendet. Frédéric Pialot wollte jedoch, dass der Gesichtsschutz wiederverwendbar ist, weshalb er nach jedem Tragen desinfiziert werden muss. Die Materialien PLA und PET eignen sich dafür nicht, da sie schnell verschleißen. Das Unternehmen entschied sich für das Material Polycarbonat, welches einem Desinfektionsprozess mit IPA standhält.

Durch die schnelle und unkomplizierte Kooperation von Michelin und Prolabs, können die 10.000 wiederverwendbaren Masken, die auch sterilisiert werden können, noch vor Ende April an die Universitätskliniken geliefert werden. Andere Unternehmen fragten Michelin schon wegen der Designs an, welche das Unternehmen an andere Firmen mit freien Kapazitäten weitergab.

Da der aktuelle Mangel nicht nur Schutzausrüstung betrifft, will Michelin sich nun auch anderen Projekten widmen. Auch Aderpressen, beispielsweise für die Blutentnahme, werden im Moment dringend benötigt. Damit will sich Frédéric Pialot, Senior Fellow Processes bei Michelin, als nächstes befassen.

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