Instandhaltung Mit Additiver Fertigung bei Ersatzteilen Kosten sparen

Redakteur: Simone Käfer

Ersatzteile in 48 Stunden anstatt 45 Tagen – das schafft Alstom mit 3D-Druck. Sein Kunde spart dabei rund 6.000 Euro.

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Alstom hat Ersatzteile per 3D-Druck gefertigt, sein Kunde spart dadurch 80 % Fixkosten ein.
Alstom hat Ersatzteile per 3D-Druck gefertigt, sein Kunde spart dadurch 80 % Fixkosten ein.
(Bild: Atyaf)

Das französische Bahntechnik-Unternehmen Alstom bietet seinen Kunden Ersatzteile on demand an – per Additiver Fertigung. Das lohnt sich besonders für Notfälle, wie sein algerischer Kunde Sétif Tramways feststellen konnte. Denn nach einem Wartungsproblem konnte Alstom das benötigte Ersatzteil innerhalb von 48 Stunden liefern. Durch die schnelle Reparatur hat Sétif rund 6.000 Euro eingespart. „Die Agilität, die uns der 3D-Druck bietet, ist für Alstom als Unternehmen strategisch entscheidend”, erklärt Aurélien Fussel, Additive Manufacturing Programme Manager bei Alstom. „Wo unsere Kunden zur Aufrechterhaltung des Betriebs auf Ersatzteile angewiesen sind, können wir mit dieser internen Produktionskapazität unsere traditionelle Lieferkette umgehen und schnell und kostengünstig mit einer Lösung für ihre Bedürfnisse reagieren.“

Mit Materialextrusion 80 % gespart

Techniker hatten bei Wartungsarbeiten festgestellt, dass die Scheinwerfer der Straßenbahn kaputt gingen. Das passiert durch Wasser und Steine, die beim Fahren in kleine Löcher eindringen. Deshalb wurde Alstom dringend gebeten, Ersatzteile zu liefern, mit denen die Löcher verschlossen und weitere Schäden an den Straßenbahnen verhindert werden sollten. Also fertigte Alstom mit einem F370 von Stratasys Gummidrainagen und Abdichtungen für die Löcher in den Scheinwerfern. Ein Dutzend wurde innerhalb von 48 Stunden entworfen, produziert und ausgeliefert. Mit konventioneller Fertigung hätte Alstom eine mindestens dreiwöchige Produktionsvorlaufzeit benötigt. „Für einen Kunden wie Sétif bedeutet jede Minute Vorlaufzeit im Transportnetz einen Umsatzverlust. Jede Minute, die wir bei der Lösung von Wartungsproblemen zurückgewinnen können, reduziert diesen Verlust”, sagt Fussel. Abgesehen von diesen Kosten wurden teurere, arbeitsintensive Form- oder Gießverfahren eingespart. Eine Einsparung für Sétif von rund 80 % der Fixkosten. Insgesamt konnte der Alstom-Kunde durch das additive Verfahren der Materialextrusion (auch bekannt als FDM) rund 6.000 Euro an Fixkosten sparen.

Die Materialien sind entscheidend

Für Transportfahrzeuge wie Straßenbahnen sind robuste Materialien nötig, die den Anforderungen gewachsen sind. So druckte Alstom in seinem 3D-Druck-Zentrum in Barcelona die Gummidrainage-Stopfen für Sétif mit einem hochbeständigen Elastomer-Material von Stratasys namens FDM TPU 92A. Durch die Kombination von Flexibilität und Dehnbarkeit mit Abrieb- und Reißfestigkeit erwies sich dieses Elastomer-Material als ideal für die Anforderungen des dauerhaften Außeneinsatzes, wie Jaume Altesa, Barcelona 3D Printing Hub Manager, berichtet.

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