Rückläufig Mittelständler verlieren nicht nur an Innovationskraft

Autor / Redakteur: dpa-AFPX / Peter Königsreuther

Digitalisierung und Innovation befruchten sich gegenseitig, sagt KfW Research. Nun hat man erkannt, dass es dem deutschen Mittelstand auch noch an Ideen fehlt. Das könnte fatal werden.

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Sand im Getriebe? KfW Research hat anhand eine Studie herausgefunden, dass es dem deutschen Mittelstand an Innovationskraft mangelt. Das tue auch der Digitalisierung nicht gut, denn beides hänge zusammen.
Sand im Getriebe? KfW Research hat anhand eine Studie herausgefunden, dass es dem deutschen Mittelstand an Innovationskraft mangelt. Das tue auch der Digitalisierung nicht gut, denn beides hänge zusammen.
(Bild: KfW)

Die Innovatorenquote im deutschen Mittelstand ist seit rund anderthalb Jahrzehnten rückläufig, gibt KfW Research zu bedenken. Seit ihrem Höchststand, im Zeitraum 2004 bis 2006, ging der Anteil innovativer Mittelständler von 2017 bis 2019 um 49 Prozent zurück, wie der KfW-Innovationsbericht Mittelstand offenbart, welche die Bankengruppe beim Leibniz-Institut für Europäische Wirtschaftsforschung beauftragt hat.

Kleine Unternehmen sind besonders paralysiert

Auch in der Corona-Krise schrumpften die Innovationen um weitere 27 Prozent. Vor allem kleine Betriebe mit weniger als 5 Beschäftigten gehörten dazu. (Verwundert eigentlich nicht, angesichts der Corona-Effekte). Auch ein Liquiditätsmangel sorgte kaum für neue Ideen. Nur 12 Prozent der Unternehmen steigerten die Arbeit in ihren Ideenschmieden. Die auch ohne Corona seit Jahren nachlassende Innovationskraft der KMU in Deutschland wirke sich demnach auch nachteilig auf deren Digitalisierungsfortschritte aus. Umgekehrt erfreuen sich Unternehmen, die sowohl Digitalisierungs- als auch Innovationsvorhaben umsetzen, eines höheres Wachstums, in Sachen Umsatz und Beschäftigung. Einen weiteren Bremsklotz stelle der stets herrschende Fachkräftemangel dar. Abhilfe könnte mehr Aus- und Weiterbildung schaffen, das Holen von externem Wissen sowie Verbesserungen der Arbeits- und Unternehmensorganisation. Denn Innovationen fußen laut KfW nicht nur auf Forschung und Entwicklung. Wer es konnte, hat in der Corona-Krise seine Innovationsanstrengungen erhöht. Diese Unternehmen können jetzt voll durchstarten.

Wer stetig digitalisiert, befruchtet das Feld der Innovationspotenziale

Die Studie mache deutlich, dass sich Digitalisierung und Innovation gegenseitig bedingen. Denn je innovationsaktiver Unternehmen seien, desto tiefgreifender und umfassender seien auch ihre Digitalisierungsmaßnahmen. Gleichzeitig stellen neue, digitale Möglichkeiten und damit vorliegende Daten eine wichtige Basis für die Durchführung der nächsten Innovationsaktivitäten dar, wie es weiter heißt. Und Unternehmen, die keine Innovationsaktivitäten betreiben, sondern nur auf Digitalisierungsmaßnahmen setzen, sind demgegenüber kleiner geblieben und wachsen langsamer. Auch beschränkten sie sich oft auf einzelne, weniger anspruchsvolle Digitalisierungsschritte. Wer es genauer wissen will: Hier geht`s zur KfW-Studie.

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