Lasersintern Mobile Mini-Fabrik für Kunststoff-Ersatzteile

Redakteur: Dipl.-Ing. Dorothee Quitter

Daimler Buses hat mit seiner Service-Marke Omniplus ein mobiles 3D-Druck-Center in Form eines Containers geschaffen. Es soll dezentral Omnibus-Ersatzteile fertigen.

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Per Lkw kann der zwölf mal drei Meter große Container an jeden gewünschten Einsatzort transportiert werden. Vor Ort ist für den Betrieb des Containers lediglich Strom sowie eine Internet-Verbindung nötig.
Per Lkw kann der zwölf mal drei Meter große Container an jeden gewünschten Einsatzort transportiert werden. Vor Ort ist für den Betrieb des Containers lediglich Strom sowie eine Internet-Verbindung nötig.
(Bild: Daimler Truck AG)

Der mobile Container ist nach Angaben von Daimler Busses mit einem hochwertigen industriellen 3D-Drucker ausgestattet, der die Ersatzteile in Originalteil-Qualität produzieren kann. Die Bauteile werden aus Polyamid additiv gefertigt und sollen den von Daimler vorgegebenen Spritzguss- und Tiefzieh-Produktionsstandards entsprechen.

Die Mini-Fabrik beinhaltet auf 36 m² alle relevanten Stationen, die für die Fertigung von Ersatzteilen im 3D-Druck benötigt werden.
Die Mini-Fabrik beinhaltet auf 36 m² alle relevanten Stationen, die für die Fertigung von Ersatzteilen im 3D-Druck benötigt werden.
(Bild: Daimler Truck AG)

An einem CAD-Arbeitsplatz können die 3D-Druck-Daten vorab für den Druckprozess aufbereitet werden. Anschließend wird das benötigte Pulver vorbereitet und das gedruckte Ersatzteil im Nachgang vom Restpulver befreit. In einem Nebenraum befindet sich eine Strahlanlage und ein Druckluftkompressor. Die Stahlanlage sorgt für eine optimale Oberfläche der Bauteile. Hier können die gedruckten Ersatzteile auch in begrenztem Farbumfang lackiert werden, heißt es. Der Kompressor versorgt die Anlagen mit Druckluft. Darüber hinaus ist der Container mit einem Industriestaubsauger sowie einem Luftfilter und einer Klimaanlage ausgestattet.

Von physischer zu digitaler Lagerhaltung

Mit dem 3D-Druck kann Daimler Buses schnell und flexibel auf dringende Kundenbedarfe reagieren, so beispielsweise bei selten benötigten Teilen oder Kundensonderwünschen. Knapp 40.000 Omnibus-Ersatzteile sind bereits 3D-druckfähig. Ein Teil davon ist schon nach entsprechenden Digitalisierungsschritten, Freigabeprozessen und zahlreichen Produkttests ausschließlich als 3D-gedrucktes Ersatzteil erhältlich und mit allen notwendigen Informationen zum Druck im „Digitalen Lager“ hinterlegt.

Mit zertifizierten 3D-Druck-Centern möchte Daimler Buses nun das Geschäftsmodell weiter ausbauen und dezentralisieren: Kunden können dann über das Omniplus-On-Portal im Bereich „commerce“ 3D-Druck-Lizensen erwerben, um entsprechende Teile umsetzen zu lassen. Da solche Druck-Center heute noch wenig verbreitet sind, stellen die mobilen Mini-Fabriken eine Erweiterung dar. Der Pilot-Container soll am Bus World Home (BWH)-Servicestützpunkt in Hamburg zum Einsatz kommen.

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