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Arbeitsmarkt Nachfrage nach Konstrukteuren bricht ein: So nutzen sie die Krise als Chance

| Autor: Sebastian Hofmann

Immer weniger Betriebe schreiben Stellen für Entwickler aus. Welche Industriezweige es besonders trifft und was Unternehmen jetzt tun sollten – das erklärt uns ein Arbeitsmarktexperte.

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Im zweiten Quartal 2020 suchten Betriebe nur noch 500 Konstruktionsingenieure – mehr als die Hälfte weniger als noch Anfang 2018 (damals 1.100).
Im zweiten Quartal 2020 suchten Betriebe nur noch 500 Konstruktionsingenieure – mehr als die Hälfte weniger als noch Anfang 2018 (damals 1.100).
(Bild: ©bnenin - stock.adobe.com)

2018 war ein gutes Jahr für Entwickler. Das zeigt der Fachkräfte-Index des Personaldienstleisters Hays. Denn damals suchten Betriebe so viele Konstruktionsingenieure wie noch nie. Aber: Wer sich die vierteljährliche Erhebung heute ansieht, dem bietet sich ein ernüchterndes Bild. Inzwischen sind fast 650 Stellen weniger ausgeschrieben als noch im ersten Quartal 2018. Es ist ein Rückgang von fast 60 %.

„Kein Wunder in Zeiten von Corona“, denkt sich da jetzt mancher. Doch das ist ein Trugschluss. „Die Pandemie ist bloß ein Brandbeschleuniger, meint Oliver Kowalski, Director Technologie & Ingenieurwesen bei Hays. Seit Jahren berät der Experte Mittelständler zu Personalfragen. „Die wirtschaftliche Lage im Maschinenbau und der Elektrotechnik war vorher schon schlecht.“ Das wirke sich auch auf die Nachfrage nach Spezialisten aus. Ein Lichtblick ist die additive Fertigung. „Aktuell entstehen hier viele neue Berufsbilder“, erklärt der Personalberater, „Dieser Sektor wird sich in den nächsten Jahren rapide weiterentwickeln.“

Fachkräften rät Kowalski deshalb, sich auf diese Zukunftsfelder zu konzentrieren. Dazu gehört für ihn neben der Additiven Fertigung auch die Digitalisierung. Seine Empfehlung: „Diejenigen, die noch in klassischen Ingenieursberufen tätig sind, sollten sich ein digitales Know-how aufzubauen.“ Konkret heißt das: Sich in der Krise weiterbilden – dazu zum Beispiel Kurzarbeitstage nutzen. „Hilfreich sind das Erlernen einer Programmiersprache oder betriebswirtschaftliche Fortbildungen“, meint der Experte.

Wie Betriebe von der Rezession profitieren

Doch auch für Unternehmen bietet die Krise eine Chance, weiß Kowalski – etwa wenn es um die Rekrutierung von Spezialisten geht. „Weil die Nachfrage nach Fachkräften insgesamt zurückgeht, lichtet sich auch der Wettbewerb um Hochqualifizierte.“ Unternehmen sollten sich deshalb nun antizyklisch verhalten, rät er, und trotz der schwierigen Wirtschaftslage einstellen. „Irgendwann erstarkt die Konjunktur und dann zieht auch der Fachkräftemangel wieder an. Dem kann man jetzt schon vorbeugen.“

Eine weitere Lösung könnten flexible Arbeitsmodelle sein, denkt Kowalski: „Gerade der Mittelstand ist bislang noch zurückhaltend was den Einsatz von frei angestellten Ingenieuren und Beratern angeht“, sagt er. Doch solche Beschäftigungsverhältnisse brächten einen entscheidenden Vorteil. „Geschäftsführer können diese Mitarbeiter flexibel zu Projekten hinzunehmen oder einsetzen, wenn es Engpässe gibt – allerdings ohne dass damit lange Kündigungsfristen einhergehen, wie es bei Festen der Fall wäre.“

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Über den Autor

 Sebastian Hofmann

Sebastian Hofmann

Journalist, Vogel Communications Group