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Elektronenstrahl-Technologie Pro-Beam steigt in die Additive Fertigung ein

Redakteur: Katharina Juschkat

Pro-Beam, Spezialist für Elektronenstrahl-Technik, bietet ab sofort 3D-Druck-Technologien an – als Draht-Auftragschweißen und als Pulverbett-Verfahren. Die Verfahren sollen kürzere Produktionszeiten als bisherige Verfahren aufweisen.

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Pro-Beam bietet jetzt zwei Verfahren der Additiven Fertigung zur industriellen Herstellung an.
Pro-Beam bietet jetzt zwei Verfahren der Additiven Fertigung zur industriellen Herstellung an.
(Bild: Pro-Beam)

Pro-Beam bietet bisher Elektronenstrahl- und Lasertechnologie für die Bereiche Schweißen, Härten, Mikrobohren und Beschichten an. Jetzt steigt das Unternehmen in die Additive Fertigung ein und spezialisiert sich auf zwei Verfahren für die industrielle Anwendung:

  • „Webam“ (Wire Electron Beam Additive Manufacturing) – Draht-Auftragschweißen
  • „EBM“ (Electron Beam Melting) – Elektronenstrahlschmelzen innerhalb eines Pulverbetts

Dem voraus gingen Forschungs- und Entwicklungsarbeit im Markt für Additive Fertigung. Die Tochtergesellschaft Pro-Beam Additive GmbH ist für die zwei 3D-Druck-Prozesse zuständig.

Industrielle 3D-Druck-Anwendungen möglich

Die Verfahren sind für die industrielle Fertigung angekündigt und sollen Metallbauteile unterschiedlicher Größe von Losgröße 1 bis zur industriellen Serienfertigung abdecken.

Das Pulverbett-Verfahren ist vor allem für Bauteile ausgelegt, die filigrane Strukturen aufweisen. Pro-Beam verspricht, einen schnelleren und industrialisierteren Produktionsprozess anzubieten, als bisher auf dem Markt üblich. Das ist unter anderem durch wegfallende Stützstrukturen möglich. Außerdem verspricht das Unternehmen eine hohe und wiederholbare Qualität. Für das EBM-Verfahren will Pro-Beam vornehmlich eigene Anlagen verkaufen.

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Bei dem Draht-Auftragsschweißen entstehen dreidimensionale Industrie-Bauteilen durch das kontinuierliche Aufschmelzen eines Metalldrahts im Vakuum der Elektronenstrahlanlage. Es eignet sich für große Bauteile von Losgröße 1 bis zur Serienfertigung und bietet gegenüber konventionellen Herstellungsmethoden Vorteile. Dazu gehört eine kürzere Produktionszeit, höhere Verfügbarkeit und die Möglichkeit, auch anspruchsvolle Metalle sowie Legierungen einzusetzen. Hier will Pro-Beam Anwender vor allem kundenspezifisch bei der Entwicklung beraten und unterstützen.

Interessant ist die Ankündigung von Pro-Beam, die Verarbeitung von bislang als schwierig geltenden Materialien anzubieten. Mit dem Draht-Auftragsschweißen kann das Unternehmen aktuell Kupfer, Titan, Edelstahl und Kupfer-Legierungen verarbeiten. In der Entwicklung befinden sich Prozessparameter für weitere Materialien wie Inconel. Materialien wie Wolfram, Niob und Speziallegierungen sollen in Zukunft denkbar sein.

Erste Einblicke auf der Formnext Connect

Die 3D-Druck-Prozesse können in bestehende Produktionsprozesse eingegliedert werden, verspricht Pro-Beam. Das ist möglich, da das Unternehmen die komplette Prozesskette von der Entwicklung über Auftragsfertigung bis hin zum Anlagenbau im eigenen Haus anbietet.

Erste Einblicke in das neue Geschäftsfeld der Additiven Fertigung will das Unternehmen auf der Formnext Connect geben, der digitalen 3D-Druck-Messe, die vom 10. bis 12. November stattfindet.

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