3D-gedrucktes Fleisch Redefine Meat sichert sich 29 Mio. US-Dollar und kommt nach Deutschland

Redakteur: Stefan Guggenberger

Das israelische Unternehmen Redefine Meat stellt Fleischalternativen per 3D-Druck her. Mit dem neuen Kapital wird jetzt die Markteinführung in Europa umgesetzt. In Deutschland soll das gedruckte Fleisch schon im ersten Halbjahr 2021 ankommen.

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Der Look stimmt und bei ersten Verkostungen konnten die 3D-gedruckten Steaks auch überzeugen. Nun strebt Redefine Meat die internationale Markteinführung an.
Der Look stimmt und bei ersten Verkostungen konnten die 3D-gedruckten Steaks auch überzeugen. Nun strebt Redefine Meat die internationale Markteinführung an.
(Bild: Redefine Meat)

In einer Pressemitteilung gibt Redefine Meat bekannt, dass sie die aktuelle Finanzierungsrunde mit 29 Millionen US-Dollar abschließen konnten. Das frische Kapital soll jetzt zur Entwicklung neuer Fleischalternativen und zur internationalen Markteinführung im Jahr 2021 genutzt werden. Noch in diesem Jahr soll eine große Produktionsanlage für die sogenannten Alt-Meat-3D-Drucker fertiggestellt werden. Läuft alles nach Plan, soll das additive erzeugte Fleisch schon im ersten Halbjahr 2021 in Deutschland erhältlich sein, wie Mitgründer Eshchar Ben-Shitrit der Wirtschaftswoche verraten hat. Danach planen die Israelis, ihre Produkte auch in Asien und Nordamerika anzubieten.

Redefine Meat wagt das 3D-gedruckte Steak

Bei einer Blindverkostung mit 600 Testessern waren 90 Prozent von den alternativen Steaks überzeugt.
Bei einer Blindverkostung mit 600 Testessern waren 90 Prozent von den alternativen Steaks überzeugt.
(Bild: Redefine Meat)

Fleischersatz gehört mittlerweile zum Standardsortiment jedes Supermarktes und wird zunehmend beliebter. Die vegetarischen und veganen Alternativen kommen dabei zumeist in der Form von Burgern, Hackfleisch oder Würsten daher. Die 3D-gedruckten Steaks aus pflanzlichen Bestandteilen sind dagegen ein Novum. Hergestellt werden die Alt-Steaks mit der patentierten Technologie von Redefine Meat, die sowohl den Geschmack als auch das Mundgefühl von tierischen Produkten möglichst genau imitieren sollen. Grundsätzlich bestehen die Steaks aus drei Pasten, die Muskeln, Fett und Fleischsaft (bei Steaks oft fälschlicherweise als Blut bezeichnet) nachahmen und Schicht für Schicht aufgetragen werden. Aber kann 3D-gedrucktes Fleisch auch überzeugen?

Bei einer kürzlich durchgeführten Blindverkostung konnte der Großteil der 600 Testesser überzeugt werden. Mehr als 90 Prozent sahen in den Punkten Geschmack, Textur und Mundgefühl keinen Unterschied zum Original. In Israel sollen im Frühjahr Restaurants und Feinkosthändler mit den Produkten versorgt werden.

Marktpotenzial von 140 Milliarden US-Dollar bis 2030

Die industriellen 3D-Fleischdrucker passen mit ihrem Look eher auf eine Raumstation als in eine Fertigungshalle.
Die industriellen 3D-Fleischdrucker passen mit ihrem Look eher auf eine Raumstation als in eine Fertigungshalle.
(Bild: Redefine Meat)

Gegenüber herkömmlichem Fleisch haben die 3D-gedruckten Alternativen einige entscheidende Vorteile: die Umweltbilanz ist besser, die Produktionszeiten sind kürzer und sie können ohne Tierleid erzeugt werden. Aber Redefine Meat und andere Hersteller treiben diese Technologie natürlich nicht nur aus altruistischen Gründen voran.

Der Markt für Fleischalternativen ist der am schnellsten wachsende Lebensmittelmarkt in den westlichen Industrieländern. Bis 2030 wird sein Volumen auf etwa 140 Milliarden US-Dollar pro Jahr geschätzt. Entsprechend ist es für Unternehmen wie Redefine Meat jetzt von großer Bedeutung, sich auf wichtigen Konsummärkten wie Deutschland zu etablieren. „Diese Finanzierung, die weitaus schneller und besser abgeschlossen wurde, als wir es uns vor einem Jahr noch vorstellen konnten, ist ein wichtiger Schritt, um bis 2030 einer der weltweit größten Hersteller von Fleischalternativprodukten zu werden“, erklärt Eshchar Ben-Shitrit, CEO und Mitbegründer von Redefine Meat.

"Wir haben alle notwendigen Bausteine"

Aber bevor das große Potenzial erschlossen werden kann, müssen die alternativen Steaks zunächst den Kunden schmecken. Bei dieser Hürde ist Ben-Shitrit jedoch zuversichtlich: „Wir wollen Menschen davon überzeugen, dass köstliches Fleisch nicht nur von Tieren stammen muss. Wir haben alle notwendigen Bausteine, um diese Überzeugung wahr werden zu lassen: qualitativ hochwertige Produkte, eine im Bau befindliche große Pilotanlage und die allerersten Alt-Meat-3D-Industriedrucker, die im späteren Jahresverlauf zum Einsatz kommen werden.“

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(Bildquelle: VCG)

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