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FDM für Rapid Tooling Smart Factory wird durch 3D-Druck unabhängiger und flexibler

| Redakteur: Stefan Guggenberger

Durch den Einsatz von Inhouse-FDM-3D-Druck kann Schneider Electric die Effizienz und Flexibilität im Werkzeugbau verbessern. Gleichzeitig sind die additiv hergestellten Tools günstiger als herkömmliche.

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Im Rahmen des Smart-Factory-Projekts setzt Schneider Electric auf die Vorteile des FDM-3D-Drucks im Werkzeugbau.
Im Rahmen des Smart-Factory-Projekts setzt Schneider Electric auf die Vorteile des FDM-3D-Drucks im Werkzeugbau.
(Bild: gemeinfrei // pixabay)

Der weltweit tätige Anbieter für Energie- und Automatisierungslösungen Schneider Electric setzt in seinem Werk im spanischen Puente la Reina (Navarra) auf den strategischen Einsatz von FDM-Fertigung mit Anlagen von Stratasys. Insgesamt beschäftigt Schneider Electric weltweit mehr als 135.000 Menschen und erzielte 2019 einen Umsatz von 27,2 Mrd. Euro.

Mit dem ‚Smart Factory‘-Projekt strebt das Unternehmen nun nach der strategischen Integration neuer Technologien in die Fertigungsprozesse. Die Prozesse sollen vor allem durch die Vorteile des industriellen Internets der Dinge (IIoT) verbessert werden. Also durch digital vernetzte, intelligente Maschinen oder Anlagen im industriellen Kontext, insbesondere in der Fertigung. Am Standort in Puente la Reina zeigt sich nun, dass die Verbindung von additiver Fertigung mit dem IIot zusätzliche Synergieeffekte mit sich bringt: Das Werk verzeichnet eine nach Unternehmensangaben erhebliche Effizienzsteigerung im Rahmen seines Werkzeugbaubetriebs. Allein durch die inhouse 3D-gedruckten Montagewerkzeuge sparte das Werk im letzten Jahr etwa 20.000 Euro. Außerdem können Produktionswerkzeuge innerhalb von nur einem Tag 3D-gedruckt werden. Früher hat die externe Beschaffung eines vergleichbaren Tools etwa eine Woche gedauert. „3D-Druck reduziert unsere Abhängigkeit von Lieferanten erheblich und bietet uns sehr viel mehr Kontrolle über den Werkzeugbau, der aufgrund der allgemeinen Flexibilität unseres Fertigungsverfahrens gestiegen ist und die Zeit bis zur Marktreife unserer Produkte beschleunigt hat“, sagt Manuel Otamendi, Manager für Industrialisierung und Instandhaltung – Global Supply Chain bei Schneider Electric im Werk Puente la Reina.

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Werkzeugbau wird durch 3D-Druck effizienter

Mit den 3D-Druckern von Stratasys werden in Puente la Reina unter anderem Montagebandwerkzeuge, Betriebsmittel und Vorrichtungen, Robotergreifer und sonstige Roboterarmaufsätze hergestellt, die vorher von externen Lieferanten bezogen wurden. Durch den Einsatz von Rapid Tooling fallen in dem Werk weniger Kosten im Werkzeugbau an, weil die Umsetzung von geringen Stückzahlen und Kleinserien auf 3D-Druckern häufig günstiger ist als per Spritzguss- oder CNC-Verfahren. Allein die Kosten für die Herstellung von Formen für den Spritzguss übersteigen unter Umständen die der gesamten additiven Fertigung des Werkzeugs.

„Um ein Gefühl für die Kosteneinsparungen zu vermitteln: Das Outsourcing eines zerspanten Greifers kostete uns normalerweise etwa 200 Euro pro Werkzeug. Jetzt können wir es bedarfsgerecht für etwa 100 Euro pro Stück 3D-drucken. Die Möglichkeit, die Komplexität unserer Lieferkette zu vereinfachen, ist uns derzeit sehr wichtig. Es ist daher von wesentlicher Bedeutung für uns die bedarfsgerechte Fertigungskapazität intern zu haben.“, erklärt Otamendi.

„Additive Fertigung hat unsere Arbeitsweise verändert“

Da am Standort Puente la Reina pro Jahr etwa 100 neue Fertigungswerkzeuge entwickelt werden, gehört der Umgang mit additiver Technologie mittlerweile zum Betriebsalltag. „Additive Fertigung hat unsere Arbeitsweise verändert – und unsere gesamte Einstellung in Bezug auf unser zukünftiges Handeln“, sagt Otamendi. In Zukunft soll FDM-3D-Druck auch bei Endproduktanwendungen zum Einsatz kommen. Für Schneider Electric ist die additive Fertigung von Endbauteilen ein weiterer Schritt zur ‚Smart Factory‘, die flexibel, unabhängig und kosteneffizient arbeitet.

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