Rapidtech 3D Über 3D-Druck-Anwendungen im Automobil- und Flugzeugbau informieren

Redakteur: Dorothee Quitter

Vom 22.-23. Juni 2021 findet in Erfurt die digitale Konferenzmesse Rapidtech 3D statt. Welche Potenziale und Anwendungen der industrielle 3D-Druck für eine nachhaltige Mobilität bietet, wollen die Foren Automobil & Mobilität sowie Luftfahrt aufzeigen.

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Wie gut sind additive Verfahren bereits in Richtung Serienproduktion unterwegs? Anworten auf diese Frage geben die Foren Automobil & Mobilität sowie Luftfahrt zum Rapid.Tech 3D-Fachkongress am 22. und 23. Juni 2021.
Wie gut sind additive Verfahren bereits in Richtung Serienproduktion unterwegs? Anworten auf diese Frage geben die Foren Automobil & Mobilität sowie Luftfahrt zum Rapid.Tech 3D-Fachkongress am 22. und 23. Juni 2021.
(Bild: D. Quitter/VCG)

Additive Manufacturing (AM) hat mittlerweile einen festen Platz im Technologieportfolio des Automobilbaus gefunden und kommt über den Sport- und Premiumbereich hinaus zunehmend bei massentauglichen Verkehrsmitteln zum Einsatz. Doch wie gut sind additive Verfahren bereits in Richtung Serienproduktion unterwegs? In der Eröffnungs-Keynote des Fachkongresses berichten Ralf Anderhofstadt und Janis Kretz von Daimler Buses zum Stand der Implementierung additiver Fertigung in die Bus-Herstellung der Marken Mercedes-Benz und Setra.

Forum Automobil & Mobilität

Dieses Forum zeigt, wo die Automobilindustrie bereits generative Fertigungsverfahren einsetzt und wie sich die Branche durch Additive Manufacturing in Zukunft verändern wird. Im Fokus steht der gesamte automobile Entwicklungs-, Fertigungs- und Lebenszyklus – von der Prototypen- und Vorserienfertigung über die automobile Serienproduktion einschließlich generativer Fertigung von Werkzeugen und Formen bis hin zur Ersatzteilfertigung anhand von aktuellen Fallbeispielen.

Das Forum startet mit der „AM-Umsetzungs-Reise“ des Automobilzulieferers Schaeffler. Carsten Merklein zeigt die Entwicklung der AM-Anwendung im Unternehmen vom ersten Einsatz für Visualisierungsmodelle über Funktionsprototypen und Werkzeuge bis hin zur Vorbereitung einer Serienfertigung auf. Die Möglichkeiten additiver Technologien werden beim Entwicklungsdienstleister EDAG bereits in der Konzeptions- und Konstruktionsphase mitgedacht. Effekte wie Leichtbau, aktive Aerodynamik, Funktionsintegration und ansprechendes Design können sich somit in einem neuartigen Heckflügelsystem vereinen, erläutert Sebastian Flügel. Ausgelegt ist es für eine Kleinserienanwendung.

Wege zu einer wirtschaftlichen Serienfertigung mit AM-Technologien addressieren die Vorträge von BMW, Volkswagen und trinckle 3D. Paul Oswald von BMW thematisiert die Optimierung der Prozesskette bei pulverbasierten additiven Fertigungsverfahren mit Hilfe eines maschinellen Lernmodells. Anwar Shad von VW rückt die Nutzung des Metall-3D-Drucks im Automobilbau in den Vordergrund. Er spricht über mögliche Anwendungsfälle, aber auch über noch auszumerzende Schwachstellen auf dem Weg zu einer kostengünstigen Serienproduktion. Dr. Ole von Seelen von trinckle 3D zeigt auf, wie sein Unternehmen Ford bei der Automatisierung des Konstruktionsprozesses für additiv hergestellte Werkzeuge unterstützt und damit deutliche Zeit- und Kosteneinsparungen erreicht.

Forum Luftfahrt

Der Einsatz additiv gefertigter Bauteile ist gerade im Bereich der Luft- und Raumfahrt auch vor dem Hintergrund des Leichtbaus mittlerweile weitverbreitet. Das Forum Luftfahrt fokussiert sich auf Technologien und Anwendungen von additiven Fertigungsverfahren im Bereich der zivilen und militärischen Luft- und Raumfahrt. Anhand von praxisnahen Beispielen zur Herstellung von technisch anspruchsvollen Bauteilen für Kleinserien, sowohl aus Kunststoff als auch aus Metall, werden die Relevanz und der Kundennutzen dargestellt. Auch die Fertigung von Ersatzteilen spielt hierbei eine wesentliche Rolle. Des Weiteren betrachtet das Forum auch die aktuellen Herausforderungen in der Luftfahrt, angefangen von der Qualitätssicherung bis hin zur Qualifizierung von Lieferanten mit allen dazugehörigen Aspekten.

Effekte bringt der Einsatz additiv gefertigter Bauteile zum Beispiel bereits in Flugzeuginnenräumen und Klimasystemen. Die auf diese Weise hergestellten Kunststoffkomponenten tragen durch Bauteilintegration, verringertem Material- und Energieeinsatz bei, das Gewicht und damit den Treibstoffverbrauch zu verringern. Über solche und weitere sinnvollen Anwendungen von AM in der Luftfahrt für Prototypen, Produktionswerkzeuge und Serienanwendungen wird Sonja Rasch von Materialise sprechen.

Wie die Vorteile additiver Fertigung bei der Herstellung metallischer Großstrukturen genutzt werden können, zeigt Markus Axtner von MT Aerospace auf. Das Unternehmen appliziert die Verfahren Additives Rührreibschweißen und die 3D-Metalldrucktechnologie Directed Energy Deposition, um höchstbelastete Großstrukturen aus Aluminium- bzw. Titanlegierungen wirtschaftlich zu produzieren.

Die Kombination additiver und subtraktiver Technologien für eine ressourceneffiziente Herstellung von Flugzeugturbinengehäusen stellt Stefan Polenz vom Fraunhofer IWS vor. Dr. Martina Zimmermann vom gleichen Institut demonstriert neue Methoden zur schnelleren Qualitätsprüfung additiv gefertigter Bauteile, u. a. zur Dauerfestigkeit von Titanlegierungen.

Die gesamte Kette hybrider additiver Prozesse haben Martin Schäfer von Siemens und Stefan Polenz vom Fraunhofer IWS im Blick. Sie sprechen über die Planung und Optimierung solcher hybrider Prozessketten sowie Standardisierungsmöglichkeiten im Wertschöpfungsnetzwerk am Beispiel der ressourceneffizienten Fertigung von Flugzeugturbinengehäusen.

Aktuelle Themen der additiven Fertigung in der Raumfahrt addressieren weitere Vorträge. Robuste und zuverlässige Prozesse sind auch bei geringeren Stückzahlen Voraussetzung für eine hohe Bauteilqualität, beispielsweise bei AM-gefertigten Satellitenstrukturen. Über Erfahrungen bei der Herstellung solcher Strukturen berichtet Dr. Marco Mulser von OHB System. Die zerstörungsfreie Qualitätsprüfung eines AM-Satelliten-Bauteils mittels industrieller Computertomographie präsentiert Dr. Thomas Kleinteich vom TPW Prüfzentrum.

Die beiden Fachforen überschneiden sich nicht und können nacheinander besucht werden.

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