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3D-Druck vs Corona Volkswagen will Teile für Beatmungsgeräte drucken

| Redakteur: Stefan Guggenberger

Wegen der Corona-Pandemie stellen sich immer mehr Unternehmen in den Dienst der medizinischen Versorgung. Nun zieht mit VW auch der größte deutsche Autobauer nach.

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Um die medizinische Versorgung zu sichern, können dank 3D-Druck auch Unternehmen helfen, die sonst nicht in diesem Bereich tätig sind.
Um die medizinische Versorgung zu sichern, können dank 3D-Druck auch Unternehmen helfen, die sonst nicht in diesem Bereich tätig sind.
(Bild: Volkswagen AG)

Der Volkswagen-Konzern bereitet sich aktuelle darauf vor, Teile für medizinische Geräte auf hauseigenen 3D-Druckern herzustellen. Im Fokus dieser Bemühungen werden wohl Ersatzteile für Beatmungsgeräte stehen. Laut Unternehmensangaben hat VW bereits eine Taskforce gegründet, die mit Hochdruck an der Umsetzung dieser Maßnahmen arbeitet. Um die Qualität der Bauteile zu gewährleisten, müssen zunächst die Materialeigenschaften auf den Drucksystemen von Volkswagen getestet werden. Außerdem werden Beschaffungswege für das benötigte Material geprüft. Die tschechische VW-Tochter Skoda hat laut Konzernangaben bereits erste Versuchsteile für Beatmungsgeräte in ihren 3D-Druckern hergestellt und arbeitet mit einer lokalen Universität zusammen.

Unternehmen bieten Unterstützung an

Um die Corona-Krise zu bewältigen, beschäftigen sich aktuell viele Unternehmen damit, Lösungen zu finden, welche die Produktion von benötigten Geräten und Ersatzteilen beschleunigen. Außerdem wird nach Möglichkeiten gesucht, die Verbreitung von Viren zu verlangsamen. Durch die enorme Flexibilität des 3D-Drucks bieten sich additive Herstellungsverfahren besonders an. Materialise hat beispielsweise bereits einen 3D-gedruckten Türöffner entwickelt, der es ermöglicht, Türen mit dem Ellenbogen zu öffnen. Neben VW prüft auch die Opel-Mutter PSA, wie sie bei der Herstellung von Beatmungsgeräten helfen kann. Zur PSA-Group gehören unter anderem Peugeot, Citroën und Opel. Die Planungen sind allerdings noch in einem frühen Stadium.

Auch der PC- und Druckerhersteller HP lies per Pressemitteilung verlauten, Konstruktionsdateien zur Verfügung zu stellen, damit sie überall auf der Welt hergestellt werden können und dabei helfen, potenzielle Unterbrechungen der Lieferketten zu überbrücken. In den USA haben Autobauer wie Ford und Tesla angekündigt, ihre Produktion im Notfall auf medizinische Geräte umzustellen.

Auch Sie können helfen

Als Plattform für News rund um die additive Fertigung rufen wir auf, sich bei unserer Crowd-Innovation-Plattform zu beteiligen. Mit der Schwarmintelligenz der Masse wollen wir folgender Frage nachgehen:

Wie kann man mithilfe der additiven Fertigung Lösungen kreieren, die vorbeugend als auch akut die Verbreitung von Viren und deren Konsequenzen eindämmen?

Mögliche Ansatzpunkte könnten sein:

  • Welche “Virenschleudern” begegnen dir im Alltag? (zu Hause, im Büro, in den öffentlichen Verkehrsmitteln, im Supermarkt, etc.)
  • Welche Schwierigkeiten beobachtest du im Rahmen der aktuellen Pandemie (möglicherweise außerhalb deines eigenen Alltags), die mithilfe von 3D-Druck/der additiven Fertigung umgangen/erleichtert werden könnten?
  • Welche Materialien bieten den Viren weniger/keine Zeit zum Überleben?
  • Wie könnte 3D-Druck Ärzte, Pflegepersonal und Angestellte im medizinischen Bereich unterstützen?

So kann sich jeder, der Ideen hat und sonst keine Möglichkeit hätte diese zu verwirklichen, mit einem Lösungsvorschlag einbringen, der dann von einem Unternehmen in der 3D-Branche umgesetzt werden kann.

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