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Event Wie 3D-Druck die Zukunft und das Patentrecht verändert

| Redakteur: Stefan Guggenberger

Auf der digitalen Konferenz ‚Shaping Tomorrow – 3D Printing and its Impact on IP‘ des Europäischen Patentamts sprachen Branchenexperten über die vielfältigen Einflüsse des 3D-Drucks auf die industrielle Fertigung.

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Die ‚Shaping -Tommorrow‘-Konferenz befasste sich mit vielen Teilbereichen der additiven Fertigung und legten ihren Schwerpunkt auf Veränderungen im Bereich des geistigen Eigentums, die durch die Verbreitung des 3D-Drucks auftreten.
Die ‚Shaping -Tommorrow‘-Konferenz befasste sich mit vielen Teilbereichen der additiven Fertigung und legten ihren Schwerpunkt auf Veränderungen im Bereich des geistigen Eigentums, die durch die Verbreitung des 3D-Drucks auftreten.
(Bild: gemeinfrei // unsplash)

Erst kürzlich veröffentliche das Europäische Patentamt (EPO) eine Studie, die sich mit dem Boom der additiven Fertigung in Europa befasst. Zwischen 2015 und 2018 stiegen die europäischen Patentanmeldungen im Bereich 3D-Druck durchschnittlich um 36 % pro Jahr. Vor allem in den Bereichen Gesundheit, Energie, Transport und Fertigungswerkzeuge wächst die Zahl der eingereichten Patente rasant. Nun hat das EPO und das EUIPO (European Union Intellectual Property Office) der additiven Fertigung eine viertätige, digitale Konferenz gewidmet. Die Highlights der Konferenz und der Branchenexperten haben wir für Sie zusammengefasst. Alle Beiträge in ungekürzter Form finden sie als Video auf der Website des Europäischen Patentamts.

Die ‚Shaping -Tomorrow‘-Konferenz befasste sich mit vielen Teilbereichen der additiven Fertigung und legten ihren Schwerpunkt auf Veränderungen im Bereich des geistigen Eigentums, die durch die Verbreitung des 3D-Drucks auftreten. „Die AM-Technologie bringt auch erhebliche Herausforderungen, insbesondere im Hinblick auf digitale Konstruktionsdatein, die AM so agil machen, mit sich. Da konventionelle Materialien, Produkte und Prozesse verdrängt werden, sind ein ganzheitlicher Ansatz für die Rechte an geistigem Eigentum (IP) und die Harmonisierung von Standards wichtiger denn je.“, erklärt António Campinos, Präsident EPO.

Der Einfluss des 3D-Drucks auf Europas Industrie // Chuck Hull im Interview

Ist das Patenrecht bereit für die additive Fertigung?

Wie man es für das Europäische Patentamt erwartet, lag ein Schwerpunkt der Konferenz auf den Herausforderungen, die AM an das Patenrecht stellt. Am zweiten Tag erläuterte Thomas Prock, Patentanwalt bei Marks & Clerk, wie sich Unternehmen auf veränderte rechtliche Rahmenbedingungen einstellen können. Im Zentrum des Wandels stehen dabei die Digitalisierung und neue Fertigungsmethoden wie die additive Fertigung. Im Anschluss diskutierte das mit Patentexperten besetzte Panel, die Herausforderungen des 3D-Drucks an das IP-System. Hierzu meint Grant Philpott, Chief Operating Officer, Mobility & Mechatronics, EPO, dass „das aktuelle IP-System gut auf die additive Fertigung reagieren kann. In Zukunft werden aber Anpassungen nötig sein.“

Wie Start-Ups ihr intellektuelles Eigentum schützen können

Die additive Fertigung ist eine neue und dynamische Branche. Demnach gibt es viele Start-ups und junge Unternehmen. Diese verfügen in der Regel nicht über eigene Rechtsabteilungen, die sicherstellen, dass eigene Patente gewahrt und fremde nicht verletzt werden. Wie Unternehmen und vor allem Start-ups mit geistigem Eigentum umgehen können, erklärte Johannes Homa, Geschäftsführer von Lithoz. Anhand seiner eigenen Geschichte als Firmengründer verdeutlicht Homa, wie der richtige Umgang mit Patenrechten den Grundstein für seinen Erfolg legte.

„Wir sind noch in der ersten Stunde des ersten Tages von AM“

AM letzten Tag der ‚Shaping-Tomorrow‘-Konferenz blickt Patrick Dixon, Gründer von Global Change, in die Zukunft. Für Dixon ist klar, dass uns die großen Revolutionen der additiven Fertigung noch bevorstehen. Diese großen Innovationen ergeben sich aber erst durch die Fusion von verschiedenen Technologien und Ansätzen. Dixon nennt im Besonderen Nanotechnologie, Digitalisierung und Biotechnologie als Treiber von AM. Mit dem rapiden Fortschritt der Technik werden aber auch neue Herausforderungen auf Unternehmen weltweit zukommen. So geht Dixon davon aus, dass Unternehmen, die ihre Patente schneller anmelden können, in Zukunft einen erheblichen Wettbewerbsvorteil haben werden. Zum Schluss schildert Cristian Fracassi, Gründer von Isinnova, wie er während der schlimmsten Phase der Corona-Pandemie ein italienisches Krankenhaus mit 3D-gedruckten Ventilen für Beatmungsgeräte entlastete. Innerhalb kürzester Zeit entwickelte Fracassi mit seinem Partner das Ventil und stellte es der Öffentlichkeit zur Verfügung.

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