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3D-Scan

Wie der Schokohase zur Verpackung kommt

| Autor/ Redakteur: Lilli Bähr / Stefan Guggenberger

Wie der Schokoladenhase in seine maßgeschneiderte Hülle kommt, zeigt ein Schweizer Verpackungsspezialist. Dieser erstellt Lebensmittelverpackungen mithilfe eines 3D-Scanners und einer 3D-Scansoftware – und spart damit Zeit und Geld.

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Ein Verpackungsspezialist aus der Schweiz setzt auf 3D-Technologie, um Schokohasen effektiv zu verpacken.
Ein Verpackungsspezialist aus der Schweiz setzt auf 3D-Technologie, um Schokohasen effektiv zu verpacken.
( Bild: Bachmann Forming AG )

Wie kommt der Schokoladenhase eigentlich in seine Verpackung? Die Verpackungen von Süßigkeiten spielen bei der Kaufentscheidung eine wichtige Rolle: Nur was lecker aussieht, landet im Warenkorb. Der Trend geht zu nachhaltigen, maßgeschneiderten Hüllen, die einfach in der Handhabung sind und per 3D-Technologie entstehen.

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3D-Scanner ersetzen Handarbeit

Und das funktioniert so: Der Schokohase wird vom Hersteller von allen Seiten gescannt – mit allen seinen Unebenheiten. Hierfür sind beispielsweise 3D-Scanner wie der Space Spider von Artec geeignet, der den Hasen rein nach Farbe und Geometrie erfasst. Viele 3D-Scanner arbeiten mit Klebepunkten als Orientierung für den Scan – diese würden auf Schokolade allerdings nicht halten.

Der Space Spider benötigt keine Klebepunkte oder Vorbereitungen. Der Anwender führt den hochauflösenden, auf Blaulicht-Technologie basierenden Scanner um das Objekt herum. Anschließend werden die 3D-Dateien am Rechner in einer 3D-Modellierungssoftware zusammen aufbereitet. So entsteht ein präzises 3D-Modell.

Wie der 3D-Scan mit dem Space Spider funktioniert, ist in folgendem Video beispielhaft zu sehen:

Urmodell mittels CAD und CNC-Steuerung

Im nächsten Schritt erstellt der Verpackungsspezialist zunächst ein sogenanntes Urmodell aus dem 3D-Modell des gescannten Schokoladenhasen. Früher erfolgte dies komplett in Handarbeit – vom Bauen über Schleifen bis zum Gießen mit Epoxidharz oder Fräsen von Holz. Das daraus entstandene Negativ musste weiter händisch bearbeitet werden – ein großer Aufwand.

Heute entwirft man Urmodelle mittels CAD und fertigt sie auf CNC-gesteuerten Fräsmaschinen aus einem Hartschaumblock. Das dauert einen Bruchteil der Zeit und kann bei einem Verpackungsspezialisten im Haus erledigt werden.

Verpackung via Thermoformverfahren

Die Verpackung erstellt man dann via Tiefzieh- oder Thermoformverfahren. Bei diesem wird eine Kunststofffolie erhitzt, um sie zu erweichen. Mithilfe von Unterdruck (Vakuum) wird die Folie über das Urmodell gezogen, das kleine Löcher aufweist, mit deren Hilfe die Folie angesaugt wird. Sie schmiegt sich an das Modell an und nimmt dessen Form an. Anschließend muss die Folie abkühlen, bis sie wieder abgezogen werden kann. Auf diese Weise entsteht eine perfekt sitzende zweite Haut für den Hasen.

Dieser Artikel ist ursprünglich auf unserem Partnerportal konstruktionspraxis erschienen.

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