Laserschmelzen Zwei neue Werkstoffe für den Metall-3D-Druck

Redakteur: Lena Sattler

Das Unternehmen 3D-Systems nimmt zwei neue Metalle für den 3D-Druck in sein Programm auf. Gedacht sind die Materialien für additive Anwendungen unter anderem in der Luft- und Raumfahrt, der Automobilindustrie und im Formenbau.

Firmen zum Thema

Aufhängungsschwinge, hergestellt aus zertifiziertem Scalmalloy (A) auf dem 3D-Metalldrucker DMP Flex 350 von 3D-Systems. Wegen der hohen Festigkeit des Aluminiumwerkstoffs können Kunden laut Unternehmen die Masse von Metallbauteilen weiter reduzieren.
Aufhängungsschwinge, hergestellt aus zertifiziertem Scalmalloy (A) auf dem 3D-Metalldrucker DMP Flex 350 von 3D-Systems. Wegen der hohen Festigkeit des Aluminiumwerkstoffs können Kunden laut Unternehmen die Masse von Metallbauteilen weiter reduzieren.
(Bild: 3D-Systems)

3D-Systems hat die Werkstoffe Scalmalloy (A) und M789 (A) zertifiziert. Laut Unternehmen wurden die Materialien für industrielle, hochfeste und korrosionsbeständige Teile für additive Anwendungen entwickelt. Sie können in Bereichen wie der Luft- und Raumfahrt, dem Motorsport und Automobilbau, der Halbleiterindustrie, der Energie und dem Formenbau verwendet werden.

Der Hersteller hat mit den zwei Materialherstellern APWorks und Voestalpine Böhler Edelstahl kooperiert, um die Werkstoffe für die Verwendung mit der 3D-Metalldruck-Technologie des Unternehmens zu zertifizieren. Kunden sollen jetzt mit der Application Innovation Group (AIG) von 3D-Systems zusammenarbeiten können, um die Materialien für die Verwendung mit den Druckern DMP Flex 350 und DMP Factory 350 zu zertifizieren.

Bildergalerie

Aluminiumlegierung mit hoher Festigkeit

Scalmalloy ist eine Aluminiumlegierung mit einer Zugfestigkeit von 520 Megapascal und einer Streckdehnungsgrenze von 480 Megapascal, die deutlich höher ist als die des Referenzmaterials AlSi10Mg. Durch seine hohe Festigkeit soll das Material dem Unternehmen zufolge für die additive Fertigung gewichtseffizienter, tragender Komponenten geeignet sein.

Die Produktion hochfester, korrosionsbeständiger Aluminiumteile wird durch die Druckmethoden unterstützt, die in der Software 3DXpert für die 3D-Metalldrucker DMP Flex 350 und DMP Factory 350 verfügbar sind. Während der Nachbearbeitung können die mit Scalmalloy hergestellten Teile chemisch gereinigt werden und so Oberflächenrückstände entfernt werden.

Das Material ist laut Hersteller unter anderem für Anwendungen in der Luft- und Raumfahrt für passive HF-Komponenten, wie Filter oder Wellenleiter, und leichte Strukturkomponenten gedacht. Im Motorsport und Kfz-Bereich eignet sich der Werkstoff für Metallstrukturkomponenten, wie die Aufhängung und das Getriebegehäuse, und für das Energie- und Flüssigkeitsmanagement. In der Halbleiterindustrie kann er beim Flüssigkeitsstrom, beispielsweise für Verteiler, und im Wärmemanagement für Kühlungsdüsen und Wafer-Tische verwendet werden.

Material für Anwendungen im langfristigen Einsatz

Mit M789 können Kunden hochfeste Formen und Werkzeuge herstellen, die bis zu 52 HRC gehärtet werden können und frei von Kobalt sind. 3D-Systems hat die Zertifizierung von des Werkstoffs für seine Direktmetalldruck-Plattform (DMP) durch Zusammenarbeit mit seinem Partner GF Machining Solutions erworben. Das Material basiert auf einem harten, korrosionsbeständigen Werkzeugstahl für fortschrittliche Anwendungen. Die aus M789 gefertigten Teile eignen sich nach Firmenangaben für den langfristigen Einsatz bei sich wiederholenden Fertigungsprozessen und für die Anwendung in Regionen mit hoher Luftfeuchtigkeit.

Der Werkstoff ist laut Hersteller unter anderem verwendbar im Formenbau für Formeinsätze mit konturnaher Kühlung, in der Energie für Bohrer und Schneidwerkzeuge und im Kfz-Bereich für Reifenformen, Teile des Antriebsstrangs und Achsenkomponenten.

(ID:47625481)