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Luftfahrt

3D-gedruckte Flugzeugteil von Marshall und Stratasys

| Redakteur: Stefan Guggenberger

Die Marshall Aerospace and Defence Group verwendet nun Stratasys Drucker, zur Herstellung flugtauglicher Bauteil für verschiedene militärische, zivile und kommerzielle Flugzeuge.

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Der finale und für den Flug zugelassene Kanalsystemadapter für die Luftzufuhr des Kühlsystems.
Der finale und für den Flug zugelassene Kanalsystemadapter für die Luftzufuhr des Kühlsystems.
( Bild: businesswire )
  • Wichtige Komponente des Kühlsystems wird 3D-gefertigt
  • 3D-Druck macht Flugzeuge leichter und effizienter
  • Additiver Werkzeugbau bietet viele Vorteile für die Luftfahrtindustrie

Marshall hat kürzlich den Prototypen eines Kanalsystemadapters für wichtige Bodengeräte hergestellt – ein Bauteil, das ausschlaggebend für die Luftzufuhr im Kühlsystem der Bordelektronik ist. Durch den 3D-Druck konnte Marshall die oft kostspielige Aluminiumfertigung für diese Komponente hinter sich lassen.

Ein 3D-gedrucktes Formwerkzeug, das bei Marshall zum Einsatz kommt.
Ein 3D-gedrucktes Formwerkzeug, das bei Marshall zum Einsatz kommt.
( Bild: businesswire )

Die Gruppe verwendet Stratasys 3D-Druck auch für Werkzeuganwendungen wie Bohrvorrichtungen, Markierungsvorlagen, Verbindungsvorrichtungen und Verbundformenwerkzeuge. Im Werkzeugbau sind additive Verfahren oft günstiger, schneller und einfacher umzusetzen als herkömmliche Verfahren. Vor allem bei kleinen Losgrößen kommen die Flexibilität und die Möglichkeit zur Individualisierung durch 3D-Druckverfahren voll zur Geltung.

Das Team bei Marshall produziert regelmäßig maßgeschneiderte Produktionswerkzeuge in kleiner Auflage. Mittlerweile schaffen sie es, innerhalb von 24 Stunden nach Auftragseingang das fertige Werkzeug abzuliefern. Bei Marshall sollen zukünftig additiv gefertigte Thermoplast-Werkzeuge die schweren Metallwerkzeuge ersetzen. Dadurch reduziert sich die Belastung für den Anwender sowie der Geld- und Zeitaufwand für die Werkzeugfertigung.

Für die Luftfahrt zugelassene 3D-Drucker helfen dabei, enge Zeitpläne einzuhalten und komplexen Fertigungsanforderungen gerecht zu werden. In Zukunft könnte additive Fertigung einen großen Einfluss darauf haben, wie Flugzeuge, Helikopter und andere Flugobjekte entwickelt und hergestellt werden.

Chris Botting, Ingenieur bei Marshall, kann das Potenzial der neuen Technik an einem Beispiel benennen. „Bei der Herstellung mit komplexen Konstruktionsprogrammen brauchen wir Verfahren, die präzise, komplexe, funktionale und leichtgewichtige Luftleitkanäle effizient zu minimalen Werkzeugkosten herstellen können – hier ist der 3D-Druck optimal geeignet. Gleichzeitig müssen wir auch sicherstellen, dass die so gefertigten Luftleitkanäle auch für den Luftverkehr zugelassen werden,”

Für viele Unternehmen war es zunächst schwierig die in der Luftfahrt geforderte Qualität mit 3D-gedruckten Teilen zu erzielen. Doch mittlerweile schaffen es immer mehr Hersteller ihre Anlagen und Bauteile für die extremen Anforderungen zu qualifizieren. Der Airbus-Konzern EADS führte zum Beispiel zusammen mit EOS positive Machbarkeitsstudien für Landeklappenscharniere durch. Der kalifornische Raketenhersteller Relativity hat sich im Juni 2019 einen Großauftrag der NASA gesichert. Darin geht es um die Herstellung von komplett 3D-gedruckten Raketen des Typs Terran 1. Der erste Orbitalstart der Terran 1 ist für Ende 2020 geplant.

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