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Marktnews // November 2019 // 3 3D-News auf einen Blick

| Redakteur: Stefan Guggenberger

Neuigkeiten rund um Produkte, Marktentwicklungen und Projekte.

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Die wichtigsten News der Additiven Fertigung auf einen Blick.
Die wichtigsten News der Additiven Fertigung auf einen Blick.
(Bild: unsplash)

In unserem Format Marktnews stellen wir Ihnen jede Woche immer donnerstags Neuigkeiten rund um neue Produkte, relevante Entwicklungen am Markt und spannende Projekte vor. Heute mit folgenden Themen:

  • 1. Trumpf zeigt neuen 3D-Drucker für die Medizintechnik
  • 2. Desktop Metal bringt die erste Binder-Jetting-Anlage für Metall auf den Markt
  • 3. Marktforschung: 3D-Druck – wo steht die deutsche Industrie?
  • 4. Autonomes Fahrzeug aus dem 3D-Drucker
  • 5. Additive Fertigung mit reinem Kupfer

1. Trumpf zeigt neuen 3D-Drucker für die Medizintechnik

Bei der TruPrint 2000 befreit der Mitarbeiter das gedruckte Teil noch innerhalb der Anlage von überschüssigem Metallpulver.
Bei der TruPrint 2000 befreit der Mitarbeiter das gedruckte Teil noch innerhalb der Anlage von überschüssigem Metallpulver.
(Bild: Trumpf)

Auf der Leitmesse für additive Fertigung Formnext in Frankfurt zeigte Trumpf mit der TruPrint 2000 einen neuen 3D-Drucker, der sich besonders gut für Branchen mit hohen Qualitätsstandards wie die Medizintechnik eignen soll.

Bei der Anlage hat Trumpf das Strömungskonzept überarbeitet. Das Schutzgas strömt nun gleichmäßiger von hinten nach vorne durch die Anlage. Außerdem ist es dem Mitarbeiter möglich, das Bauteil noch innerhalb der Anlage vom überschüssigen Pulver zu befreien. Das Maschinenkonzept der neuen Anlage ermöglicht es, das Druckpulver „inert“ aufzubereiten, also unter Schutzgas. Dadurch gelangen keine Kontaminationen in den Pulverkreislauf. Für sensible Branchen wie die Medizintechnik ist das ein wichtiger Vorteil.

Die TruPrint 2000 ist mit dem Multilaser-Prinzip ausgestattet. Zwei 300 Watt starke Laser beleuchten parallel den gesamten Bauraum des 3D-Druckers. Ebenso wie bei der TruPrint 1000 wurde ein kleiner Fokusdurchmesser von 55 Mikrometern für die Laser verwendet. Dies soll dazu beitragen, dass Bauteile mit glatter Oberfläche sowie filigrane Gitterstrukturen aufgebaut werden können. Für die Medizinbranche dürfte es auch interessant sein, dass die Anlage nach Unternehmensangaben sehr gut Titan verdrucken soll.

2. Desktop Metal bringt die erste Binder-Jetting-Anlage für Metall auf den Markt

Auf der Formnext 2019 präsentierte der amerikanische Maschinenhersteller das neue Shop Systems und ist damit der erste Hersteller der eine Binder-Jetting-Anlage für Metall auf den Markt bringt. Das sogenannte Shop System ist für industrielle Anwender bestimmt und ab 150.000 Dollar erhältlich. Mit dem Shop System sollen mittelgroße Aufträge beziehungsweise Serien von komplexen Metallteilen umgesetzt werden können.

Das Shop System hat eine native Auflösung von 1600 x 1600 DPI, diese soll nach Unternehmensangaben 33 % höher sein als die des nächsten Konkurrenten.
Das Shop System hat eine native Auflösung von 1600 x 1600 DPI, diese soll nach Unternehmensangaben 33 % höher sein als die des nächsten Konkurrenten.
(Bild: Desktop Metal, Inc)

Desktop Metal sieht das neue System als eine kostengünstige Alternative zu herkömmlichen Herstellungsverfahren wie CNC-Maschinen. Außerdem sollen die Analgen dazu beitragen, bisherige Grenzen bei der Umsetzung von komplexen Metallstrukturen zu überwinden.

Laut dem Hersteller braucht das Shop System für den Aufbau eines Bauraums komplexer Metallteile zwischen sechs und 12 Stunden und kann bis zu 70 kg Stahl pro Tag herstellen. Da die Teile auf dem System in ihrem Pulverbett gelagert sind und über handabnehmbare Sintereinrichter verfügen, sollen weniger Stützstrukturen und damit auch Nacharbeiten notwendig sein.

3. 3D-Druck – wo steht die deutsche Industrie?

Der Hype um additive Fertigung scheint trotz einiger kritischer Stimmen ungebrochen. Die Hersteller überschlagen sich mit Lobeshymnen über die Möglichkeiten des industriellen 3D-Drucks. Doch wo steht die additive Fertigung in Industrieunternehmen heutzutage wirklich? Mission Additive hat rund 600 Industrie-Entscheider aus 14 unterschiedlichen Branchen dazu befragt und einen Realitätscheck vorgenommen.

Alles zur Marktforschung und wie sie die Ergebnisse erhalten, finden Sie hier:

4. Autonomes Fahrzeug aus dem 3D-Drucker zeigt die Zukunft der Mobilität

Das selbstfahrende Mobilitätskonzept von Bigrep war eines der Highlights auf der Formnext 2019. Die Berliner wollen mit ihrer Studie zeigen, wie 3D-Druck die Mobilität allgemein und speziell die „letzte Meile“ revolutionieren kann. Bigrep präsentierte auf der Formnext das vollständig 3D-gedruckte, selbstfahrende Elektro-Podfahrzeug „Loci“. Der Designprototyp kommt im zukunftsweisenden Gewand daher und soll die derzeitige Bandbreite industrieller Anwendungen für die Additive Fertigung demonstrieren - vom Rapid Prototyping und Design zu funktionsfähigen Verkehrslösungen, gedruckt auf großformatigen Anlagen von Bigrep.

Loci zeigt, wie AM die Mobilität der Zukunft beeinflussen kann.
Loci zeigt, wie AM die Mobilität der Zukunft beeinflussen kann.
(Bild: Bigrep)

Der Prototyp überzeugt nicht mit erstaunlicher Reichweite, wie der neue Cypbertruck von Tesla, sondern mit Flexibilität und intelligenten Lösungen. Loci ist als „last mile transportation“-Lösung für urbanen Verkehr – von und zu Flughäfen, Bahnhöfen, im täglichen Pendlerverkehr wie auch innerhalb von großflächigen Geländen sowie für Lieferdienste gedacht.

5. Additive Fertigung mit reinem Kupfer

Im Technologiedemonstrator „Flow-Field XXL“ ist die Hybride Fertigung mit reinem Kupfer über SEBM auf Edelstahl dargestellt.
Im Technologiedemonstrator „Flow-Field XXL“ ist die Hybride Fertigung mit reinem Kupfer über SEBM auf Edelstahl dargestellt.
(Bild: Fraunhofer IFAM)

Kupferbauteile mit der Technologie des Selektiven Elektronenstrahlschmelzen (SEBM) haben Forscher am Fraunhofer IFAM erstmals so gefertigt. Mit dem Technologiedemonstrator Flow-Field XXL wird die hybride Fertigung mit reinem Kupfer dargestellt. Insgesamt wurden knapp 200 Pins mit einer Höhe von 20 mm in neun verschiedenen Designs gefertigt. Das Bauvolumen von ca. 150 cm³ wurde in 18 Stunden auf der Maschine Q20+ des schwedischen Herstellers Arcam EBM generiert.

Mit dem Selektiven Elektronenstrahlschmelzen entstehen vollständig dichte Strukturen, die dem Kupfer die notwendigen Leitfähigkeiten für den Einsatz als Wärmeübertrager geben. Um die Details im Design gut sichtbar zu machen, wurden die Pins mit Dicken von 6 bis 12 mm gefertigt. Technologisch sind jedoch wesentlich kleinere Strukturen mit bis zu 600 µm möglich, die das potenzielle Anwendungsspektrum der Kupferstrukturen noch deutlich erweitern.

Das Innovative Center Additive Manufacturing, kurz ICAM, wurde im März 2019 eingeweiht. Hier vereint das Dresdner Forschungsinstitut verschiedene Technologien für die Additive Fertigung in einer neu errichteten Technologiehalle, um zukünftig Partnern und Anwendern unter einem Dach vielfältige Möglichkeiten zur generativen Fertigung von dreidimensionalen Bauteilen demonstrieren zu können.

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