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Markt Auf ein schwaches 2020 in der Additiven Fertigung soll Wachstum folgen

Redakteur: Simone Käfer

Die AG Additive Manufacturing des VDMA hat seine Mitglieder gefragt, wie sie die Zukunft ihrer Branche in den nächsten Monaten einschätzen.

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Die Mitglieder der VDMA AG AM rechnen mit Wachsum für die Additive Fertigung.
Die Mitglieder der VDMA AG AM rechnen mit Wachsum für die Additive Fertigung.
(Bild: gemeinfrei: Gerd Altmann / / Pixabay )

In den kommenden 24 Monaten erwarten über zwei Drittel der befragten Unternehmen aus der Additiven Fertigung eine Markterholung und steigende Umsätze. Das ergab eine Umfrage der Arbeitsgemeinschaft Additive Manufacturing (AG AM) des VDMA. Von den vierzehn Fertigungsdienstleistern, die sich an der Umfrage beteiligten, gehen über 90 % von einer baldigen Besserung der Lage aus. „Unsere aktuelle Mitgliederumfrage belegt, wie klar die Unternehmen der Additive-Manufacturing-Branche trotz des momentan schwierigen Marktumfeldes auf ihre Zukunftschancen fokussiert bleiben“, fasst Dr. Markus Heering, Geschäftsführer der AG AM, die Umfrageergebnisse zusammen.

Im ersten Halbjahr 2020 verzeichneten viele der knapp 70 Unternehmen, die an der Umfrage teilnahmen, rückläufige Umsätze. Bei 56 % der Befragten gingen die Umsätze teils deutlich zurück. Ein Fünftel musste über 20 % Rückgang verkraften. Dagegen blieb in den ersten sechs Monaten des Jahres nur jedes fünfte Unternehmen auf Wachstumskurs. „Die schwache Konjunktur infolge der Corona-Pandemie wirkt sich auch auf die Geschäftslage im Additive Manufacturing aus“, erläutert Heering. Anbieter von Beratung, AM-Materialien und Fertigungsdienstleister sind laut Befragung am stärksten betroffen. Dass auch viele Anwender von AM-Verfahren und Nutzer von AM-Teilen rückläufige Umsätze meldeten, passe ins Bild. „Viele Projekte werden aktuell verschoben. Zudem sind die Auslandsgeschäfte wegen der Reisebeschränkungen deutlich erschwert“, fügt er an.

Zuversicht basiert auf Exporterwartungen

Fast 40 % der Befragten erwarten jedoch in den nächsten zwölf Monaten steigende Exporte; weitere 46 % zumindest gleichbleibende Geschäfte im Ausland. Richten sie den Blick 24 Monate voraus, dann gehen sogar mehr als zwei Drittel der Unternehmen von wachsenden Exporten aus. Als wichtigsten Exportmarkt geben neun von zehn Befragten die EU an. Für 40 % haben auch Ausfuhren in die USA hohe Relevanz und immerhin ein Fünftel aller Befragten nennt auch China als bedeutenden Zielmarkt für Produkte und Dienstleistungen. Heering sieht in dieser Exportorientierung einen Beleg für die zunehmende Reife der AM-Branche. „Zugleich deuten die großen Unterschiede der 12- und 24-monatigen Vorausschau auf eine gewisse Skepsis hin, was eine schnelle Rückkehr zur Normalität ohne pandemie-bedingte Einschränkungen betrifft“, erklärt er.

Mehr Investitionen sind geplant

Dennoch habe die Investitionsbereitschaft der Unternehmen im Vergleich zur letzten Befragung im April 2020 zugenommen. So geben nun 35 % an, ihre Investitionen ausweiten zu wollen. In der Aprilumfrage lag dieser Wert bei 24 %. Und gegenüber 32 % im April geben nun nur noch 18 % der Befragten an, mit geringeren Investitionen im AM-Bereich zu planen. „Auch nach dem sehr schwierigen ersten Halbjahr agieren unsere Mitgliedsfirmen mit Blick voraus auf ihre Wachstumschancen“, betont Heering. Das zeige sich auch darin, dass ein Großteil der Unternehmen die aktuelle Ruhephase nach eigenen Angaben für Produktentwicklungen und Mitarbeitertrainings nutzt. „Sie wollen bereit sein, wenn die Konjunktur wieder anspringt“, interpretiert er.

Dieser Beitrag ist ursprünglich auf unserem Partnerportal MM MASCHINENMARKT erschienen.

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