Dienstleister Drucken on demand

Autor: Simone Käfer

Replique ermöglicht OEMs, flexibel und günstig Endkunden-Produkte auf Abruf zu fertigen. Das Geschäftsmodell des BASF-Start-ups mit Drucken on demand funktioniert nur, wenn die Security stimmt.

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Das lässt Miele über Replique on demand drucken: Kaffeebeutel-Verschlussclip, Wertteilabscheider und Bohrlochreiniger. Das Material: PETG (mit Glykol modifiziertes PET)
Das lässt Miele über Replique on demand drucken: Kaffeebeutel-Verschlussclip, Wertteilabscheider und Bohrlochreiniger. Das Material: PETG (mit Glykol modifiziertes PET)
(Bild: Replique)

Zusatzprodukte für Staubsauger können sich Kunden künftig selbst drucken. Das war die Idee von Miele. Doch besitzen nicht sehr viele Privatleute einen 3D-Drucker und dann auch noch das passende Material. Mit Replique fand der OEM (Originalteilehersteller) eine bessere Umsetzung für seinen Ansatz. Replique ist ein Start-up aus dem Chemovator (Inkubator) der BASF. Es bietet eine digitale Plattform, mit der OEMs ihren Kunden Teile auf Abruf über ein globales, dezentrales und gesichertes 3D-Druck-Netzwerk bereitstellen können.

Da der Verschlussklipp Lebensmittelkontakt hat, wurde die komplette Produktion nach GMP (Good Manufacturing Process) zertifiziert.
Da der Verschlussklipp Lebensmittelkontakt hat, wurde die komplette Produktion nach GMP (Good Manufacturing Process) zertifiziert.
(Bild: Replique)

Wer beispielsweise einen Bohrlochreiniger für seinen Miele-Staubsauger erwerben möchte, bestellt diesen im Online-Shop von Miele. Die Bestellung geht bei Replique ein. Diese senden verschlüsselte Daten an einen Dienstleister der Additiven Fertigung. Der druckt das bestellte Produkt aus und versendet es direkt an den Endkunde. Im Schnitt wartet ein Kunde etwa sieben Tage auf sein Produkt – bei komplexeren Geometrien entsprechend länger. Miele muss von einem neuen Produkt keine großen Mengen einkaufen, auf denen es womöglich sitzen bleibt, und spart sich gleichzeitig die Lagerhaltung. So kann der Hausgerätehersteller sowohl schneller auf Kundenbedarfe reagieren als auch sein Produktportfolio mit geringerem Risiko erweitern.

Repliques Netzwerk an Auftragsfertigern aus der Additiven Fertigung umfasst derzeit vierundzwanzig Unternehmen. Davon sitzt eines in Südafrika, zwei in Südamerika, drei auf dem nordamerikanischen Kontinent und achtzehn in Europa. Zwischen Replique und seinem Netzwerk werden wettbewerbskritische Daten eines OEMs versendet. Das erfordert eine sehr gute Verschlüsselung der Daten.

Wie sichert Replique die Daten?

Miele legt sowohl sein geistiges Eigentum als auch die Qualitätssicherung in die Hände des als Hub fungierenden Replique. Das setzt ausgeklügelte Security-Maßnahmen des Start-ups voraus. Unser Partnerportal MM Maschinenmarkt sprach mit Replique-Mitgründer Max Siebert über die Verschlüsselungs-Strategie.

Sicher bis zur letzten Datenübertragung

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Über den Autor

 Simone Käfer

Simone Käfer

Redakteurin für Additive Fertigung