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Mobilität Fahrzeugkonzept mit über 30 gedruckten Teilen

| Redakteur: Stefan Guggenberger

Rinspeed stellt auf der CES 2020 ein neu entwickeltes Konzeptfahrzeug vor, mit über 30 additiv gefertigten Innen- und Außenteilen. Der sogenannte Metrosnap soll die Zukunft der Mobilität darstellen - elektrisch, modular und autonom.

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Über 30 Endbauteile des Konzeptautos Metrosnap entstanden auf 3D-Druckern.
Über 30 Endbauteile des Konzeptautos Metrosnap entstanden auf 3D-Druckern.
(Bild: Dingo Photo // Rinspeed )

Wie wird die Mobilität der Zukunft aussehen? Eine Frage, die aktuelle scheinbar etliche Unternehmen weltweit beschäftigt. Der Verbrennungsmotor ist öffentlich angezählt und mittlerweile kündigen ihm auch immer mehr Autobauer die Treue auf. Neue Antriebswege, vor allem Elektroantriebe, drängen in das Rampenlicht und können immer mehr Unternehmen, Politiker sowie Kunden für sich gewinnen. Auch die, beim Verbrennungsmotor weltweit führende, deutsche Autoindustrie strebt zunehmend die Serienfertigung von Elektrofahrzeugen an. Aber werden die großen Automobilhersteller überhaupt die Zukunft der Mobilität formen?

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Betrachtet man aktuelle Entwicklungen, könnten Unternehmen, die bisher nicht als Fahrzeughersteller glänzten, einen größeren Einfluss auf die Zukunft der Mobilität haben, als gedacht. Auf der CES 2020 stellt beispielsweise der japanische Elektronikkonzern Sony ein eigene Elektrolimousine vor. Noch weiter geht das Schweizer Unternehmen Rinspeed: Sie stellen ein autonomes Elektrofahrzeug für den urbanen Verkehr vor, welches in Flotten durch die Stadt fahren soll. Der Metrosnap erinnert an ein Hightech-Skateboard, das mit einer Skiliftkabine beladen wird. Dahinter steckt ein modulares System, mit dem die sogenannten Pods individuell gestaltet werden können. Jeder Pod soll dabei eine andere Aufgabe übernehmen - vom Taxi-Abholservice über Paketesammelstelle bis hin zum Minisupermarkt.

AM ermöglicht Individualmobilität

Möglich wird die umfangreiche Individualisierung durch den Einsatz von 3D-Druck. Über 30 Innen- und Außenteile des Metrosnap wurden mit der 3D-Technologie von Stratasys gefertigt. Dazu zählen zum Beispiel Innenkonsolen, Anzeigefassungen, Steckdosen, Lüftungen und die Kennzeichen. Für Rinspeed waren die kurze Produkteinführungszeit, das flexible Design und die individuelle Produktion ausschlaggebend für die Nutzung der additiven Fertigungstechnologien.

Wichtig für die Entwicklung von Metrosnap war, dass die 3D-gedruckten Bauteile nicht nur funktionsfähig waren, sondern auch die nötigen Materialeigenschaften für eine Endanwendung im Automobilbereich aufweisen. Die Mittelkonsole des Pods ist ein gutes Beispiel hierfür. Diese muss strapazierfähig, aber auch leicht sein, um die Effizienz und Reichweite des Fahrzeugs zu verbessern. Außerdem müssen die Teile den strengen Designkriterien in Bezug auf individuelle ergonomische Formen und Farbästhetik genau entsprechen. Um diese Ziele zu erreichen, nutze Rinspeed die Multimaterial- und die Farbfunktionen der Anlagen von Stratasys.

Multifunktionalität und Shared-Mobility ebnen den Weg

Das Konzeptfahrzeug Metrosnap setzt also voll auf modulare Systeme, die mehrere Funktionen übernehmen, und die gemeinsame Nutzung im urbanen Raum. Zwei Trends, die auch bei anderen Mobilitätskonzepten, wie dem vollständig 3D-gedruckten Prototypen Loci von BigRep, im Fokus stehen. Wann wir die ersten autonomen Fahrzeugflotten auf deutschen Straßen sehen werden, ist noch unklar, aber dass 3D-Druck für diese Form der Mobilität entscheidende Vorteile mit sich bringt, zeichnet sich schon jetzt ab. "In diesem Projekt wurden beispielhaft die rasche Entwicklung von Hardware und Materialien gezeigt, die es den Herstellern ermöglicht, den Design- und Entwicklungsprozess von Fahrzeugen zu transformieren", meint Dominik Müller, Strategic Account Manager bei Stratasys.

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