Forschungsprojekt Geschützte Datenplattform für den industriellen 3D-Druck

Redakteur: Dipl.-Ing. Dorothee Quitter

Das Forschungsprojekts „ProCloud3D“ will ein Konzept für die intelligente Produktion erstellen. Dabei soll die additive Fertigung im industriellen Maßstab so genutzt werden, dass sie auch bei nicht vertrauenswürdigen Produzenten erfolgen kann. Die immateriellen Vermögenswerte, Entwürfe und Produktionsdaten sind dabei sicher geschützt.

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Die Technologie von Wibu-Systems spielt eine wichtige Rolle bei der Verwirklichung der Vision einer neuen Industriewirtschaft.
Die Technologie von Wibu-Systems spielt eine wichtige Rolle bei der Verwirklichung der Vision einer neuen Industriewirtschaft.
(Bild: Wibu-Systems)

Mit Hilfe intelligenter vernetzter Maschinen können heutzutage individualisierte Produkte sowohl in großen Produktionsserien als auch in Kleinstserien hergestellt werden, denn aufgrund der Vielseitigkeit der Maschinen entfällt ein Großteil der arbeitsintensiven Umrüstung und der Konfiguration. Bisher war es für Fabriken lange Zeit rentabel, nur ein Produkt in großen Stückzahlen herzustellen. Die industriellen 3D-Drucker bieten jetzt neue Möglichkeiten der Individualisierung, was die bisherigen, oft Jahrzehnte existierende Kalkulationen und Geschäftsmodelle nicht erlaubt haben.

Ganzheitliche Plattform für die intelligente Fertigung

Diese Möglichkeit der Individualisierung bedeutet, dass die Abhängigkeit von großen Materialmengen sinkt und gleichzeitig die Abhängigkeit von Software, Daten und Konnektivität steigt. Damit die auf Industrie 4.0 basierten neuen Geschäftsmodelle funktionieren, benötigen die Anbieter von Manufacturing-as-a-Service und ihre Kunden neue Plattformen und Infrastrukturen, sodass die für das System notwendigen Datentransaktionen verarbeitet werden können.

Bei ProCloud3D soll eine ganzheitliche Plattform für die intelligente Fertigung und intelligente Dienstleistungen entwickelt werden, wobei die additive Fertigung als Beispiel dient. Bei der industriellen additiven Fertigung können 3D-Drucker nahezu jede geometrische Form aufgrund eines Datenstroms erschaffen. Diese Daten bestehen aus Designs und Betriebsanweisungen für die Maschinen – ein wesentlicher Vermögenswert in der neuen Industriewirtschaft. Die im Projekt ProCloud3D geplante Plattform soll zeigen, wie diese Daten gemeinsam genutzt, verarbeitet und dabei effektiv und sicher in der Cloud gehandhabt werden können.

ProCloud3D ist ein wichtiger Musterfall für das Potenzial der industriellen additiven Fertigung, offener Datenmarktplätze und Manufacturing-as-a-Service.

Alvaro Forero, Consultant und Sicherheitsexperte bei Wibu-Systems

Die Plattform besteht aus einem Web-Frontend, um die Technologiedatenbank nutzen zu können. Diese Datenbank enthält grundlegende Daten, Designs und den Programmcode, der für die Produktion der Teile vor Ort notwendig ist. Diese Daten werden in einer ganzheitlich automatisierten Prozesskette übertragen und verarbeitet, bis sie beim 3D-Drucker ankommen, der möglicherweise am anderen Ende der Welt steht. ProCloud3D deckt den gesamten Ablauf ab: vom Kunden, der eine Produktionsdienstleistung bestellt, über die sichere Verarbeitung und Übertragung der notwendigen Daten bis hin zu deren Umsetzung in konkrete Arbeitsanweisungen für den Anbieter der additiven Fertigungsdienstleistung.

Datenschutz ermöglicht freien Markt und Kontrolle

Mit der Expertise von Wibu-Systems in den Bereichen Schutz und Lizenzierung von Software nehmen die Karlsruher Spezialisten eine wichtige Rolle im Projekt ProCloud3D ein: Der Schutz des gesamten Prozesses vor Bedrohungen aus verschiedenen Richtungen. Die Daten müssen auf jedem Schritt vom Ursprung bis zum Ziel geschützt werden, um Diebstahl, Fälschung und Industriespionage zu verhindern, und das Geschäftsmodel basiert darauf, dass alle Beteiligten den Umgang mit den Daten kennen: die Nutzung nur für den vorgesehenen Zweck und Umfang. Auf diese Weise sollen bedenkenlose Hersteller abgehalten werden, zusätzliche Produkte für den Graumarkt zu produzieren. Auf dem Schutz der Daten basiert das ganze System: Dadurch wird es möglich, konkrete Aufträge auf einem offenen und freien Markt für Produktionsdienstleistungen zu erteilen und gleichzeitig die Kontrolle zu behalten und die Sicherheit bei der Abwicklung korrekter Rechnungen zu gewährleisten.

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