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Kunststofflösungen

Individuelle Kunststoffe für individuelle Bauteile

| Redakteur: Dorothee Quitter

Murtfeldt bietet neben dem Zerspanen der bei Murdotec hergestellten individuellen Kunststoffhalbzeuge seit letztem Jahr auch den industriellen 3D-Druck und Faserverbundbauteile an. Unser Partnerportal Konstruktionspraxis sprach über diese Entwicklung mit dem Geschäftsführer Detlev Höhner.

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(Bild: Murtfeldt)

konstruktionspraxis: Was verspricht sich Murtfeldt durch die Partnerschaften mit Jomatik im 3D-Druck und Carbo Fibretec bei den Faserverbundbauteilen?

Detlev Höhner: Murtfeldt und Murdotec sind Unternehmen, die daran interessiert sind, den Kunden ganzheitliche Lösungen aus technischen Thermoplasten anzubieten. Wir fertigen individuelle Kunststoffhalbzeuge, aber insbesondere Fertigteile und Baugruppen ab Stückzahl 1. Dabei soll der Werkstoff selber und auch das Fertigungsverfahren möglichst so sein, dass wir alle im Maschinenbau gängigen Werkstoffe und Fertigungsverfahren anbieten. Aus diesem Grund haben wir ein Netzwerk mit Partnern gebildet. Über das Tochterunternehmen Jomatik können wir nun additiv gefertigte Bauteile anbieten. Die Zusammenarbeit mit Carbo Fibretec ermöglicht die Fertigung von Faserverbundbauteilen.

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konstruktionspraxis: Welche Dienstleistungen werden für den 3D-Druck im Vorfeld bei der Produktentwicklung und im Nachgang des 3D-Drucks zur Oberflächenveredelung und Nachbearbeitung angeboten werden?

Höhner: Murtfeldt ist weder ein Dienstleister im Bereich der Zerspanung noch ein Dienstleister im Bereich des 3D-Drucks. Wir wollen vielmehr dem Kunden eine komplette Lösung bieten – angefangen von der Beratung über die auf Wunsch erstellte Konstruktion bis hin zum einbaufertigen Maschinenteil. Das beinhaltet auch entsprechende Oberflächennachbearbeitungen: Lackieren, Oberflächenbeschichtungen, Oberflächenbeschriftungen, gewünschte Montage von anderen Elementen – immer mit dem Ziel, dem Kunden komplette Baugruppen anzubieten. Wir versuchen auch hier, dem Kunden das Bauteil mit einer Oberfläche anzubieten, die für ihn optimal ist, d.h. in der gewünschten Oberflächenrauheit. Ebenso kann die Farbe gewählt werden.

konstruktionspraxis: Verfolgt Murdotec das Ziel, Filamente und Pulver seiner verschleißfesten und gleitfreudigen Kunststoffe für das FDM- und SLS-Verfahren zu entwickeln?

Höhner: Es ist das Ziel von Murdotec und Murtfeldt, die wichtigsten Werkstoffe für den Maschinenbau in Form von Pulver für den 3D-Druck, in Form von Filamenten für den 3D-Druck, aber auch als Halbzeuge, Zuschnitte oder fertig bearbeitete Bauteile zu liefern – egal ob zerspant oder gedruckt, mit oder ohne Nachbearbeitung oder durch die Komplettierung durch andere Bauteile.

konstruktionspraxis: Welchen Stellenwert hat der eigene 3D-Druck-Service?

Höhner: Der 3D-Druck ist ein Fertigungsverfahren, welches ergänzend zur Zerspanung in den nächsten Jahren für kleine bis mittlere Losgrößen einen größeren Stellenwert einnehmen wird. Insbesondere dann, wenn so konstruiert wird, dass Teile zusätzlich eingebaute Funktionalitäten besitzen oder mit Strukturen gearbeitet wird, die mit dem zerspanenden Fertigungsverfahren gar nicht mehr möglich sind. Wenn ich also an bionische Strukturen denke, wenn ich an Hinterschnitte denke, die ich mit einem Werkzeug gar nicht mehr erreichen kann, wenn ich an integrierte Bohrungen denke, die kurvenförmig verlaufen, dann kann ich das zerspanend gar nicht mehr fertigen.

konstruktionspraxis: Welche Services bietet Murtfeldt bei den Faserverbundbauteilen?

Höhner: Murtfeldt liefert unverstärkte technische Werkstoffe, gleichzeitig aber auch verstärkte Werkstoffe, Halbzeuge und Fertigteile. Das kann eine Glasfaserverstärkung, Glaspulververstärkung, Aramidfaserverstärkung oder Kohlefaserverstärkung sein. Letztere bieten wir als Halbzeuge und Fertigteile an. Hier wird sehr viel im eigenen Hause entwickelt aber auch im Murtfeldt-Partnernetzwerk, zu dem auch die Firma Carbo Fibretec als ein Unternehmen gehört. Die Partnerunternehmen arbeiten nach strengen Qualitäts- und Servicerichtlinien zusammen und Murtfeldt tritt hier als ganzheitlicher Anbieter auf.

konstruktionspraxis: Wo geht die Entwicklung bei den Technischen Kunststoffen und Hochleistungskunststoffen hin?

Höhner: Werkstoffe müssen immer höhere Festigkeiten besitzen, um im Maschinenbau größere Kräfte aufnehmen zu können. Ebenso sollen Maschinen schneller laufen, bei gleichzeitig verringertem Gewicht. Das heißt, es geht um Geschwindigkeit, um hohe Festigkeit, um Gewichts- und Energieeinsparung. Dahinter steht das ganz groß Ziel, diese Werkstoffe auch unter ökologischen Gesichtspunkten in Wertstoffkreisläufen verarbeiten zu können. Das ist seit Bestehen von Murtfeldt ein großes Thema. Wir arbeiten in geschlossenen Wertstoffkreisläufen und versuchen, dass die Werkstoffe nach der Nutzung oder auch die Reststücke, die bei der Verarbeitung anfallen, immer wieder in die Produktion einfließen können.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf unserem Partnerportal Konstruktionspraxis veröffentlicht.

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