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3D-Druck vs. Corona Initiative formt Task Force gegen den Coronavirus

| Redakteur: Anna-Lena Dosch

Mitte März hat sich spontan die Task Force Corona gegründet: Hier handelt es sich um eine Initiative der Technischen Universität Berlin und des Verbands 3DDruck, der sich noch andere Unternehmen anschlossen.

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Bei der Task Force Corona handelt es sich um eine Initiative der Technischen Universität Berlin und des Verbands 3DDruck, der sich die Unternehmen IFA 3D Medical Solutions GmbH aus Berlin und Canto GmbH aus Lüdenscheid sowie die Charité Berlin angeschlossen haben.
Bei der Task Force Corona handelt es sich um eine Initiative der Technischen Universität Berlin und des Verbands 3DDruck, der sich die Unternehmen IFA 3D Medical Solutions GmbH aus Berlin und Canto GmbH aus Lüdenscheid sowie die Charité Berlin angeschlossen haben.
(Bild: gemeinfrei // unsplash )

Mit dem Ausbruch der Corona-krise wurde persönliche Schutzausrüstung für medizinisches Personal an vorderster Front weltweit Mangelware. Mitte März gab es daraufhin sogar einen Aufruf der EU-Kommission, welche die 3D-Druckbranche um Hilfe bat. Daraufhin wurde spontan die Task Force Corona gegründet. Dabei handelt es handelt sich um eine Initiative der Technischen Universität Berlin und des Verbands 3DDruck, der sich die Unternehmen IFA 3D Medical Solutions GmbH aus Berlin und Canto GmbH aus Lüdenscheid sowie die Charité Berlin angeschlossen haben.

Als erster Schritt wurden mittels eines Aufrufs verfügbare 3D-Druck-Kapazitäten und Kompetenzen ermittelt. Es gab Hilfsangebote von etwa 40 Unternehmen und Organisationen. Diese wurden mit einer Initiative des Berliner Software-Unternehmens 3yourmind GmbH vernetzt. Parallel dazu wurde bereits an Lösungen von Schutzausrüstung gearbeitet, die additiv gefertigt werden können: Einmalmasken für den privaten Gebrauch und wiederverwendbare Masken für den medizinischen Bereich, ebenso einzelne Bauteile und ganze Baugruppen von Beatmungsgeräten.

Der Verband 3DDruck versteht sich als Impulsgeber, daher wurden der Politik die Punkte übermittelt, bei denen es derzeit hakt und die die Additive Fertigung hindern, einen noch aktiveren und effektiveren Beitrag zum Überwinden der Corona-Krise zu leisten:

  • 1. Es fehlt eine zentrale Informationsstelle, die valide Information über Bedarf und benötigte Produkte und Liefermengen veröffentlicht. Eine solche Stelle sollte die vielen Initiativen vernetzen und das erworbene Wissen bündeln. Diese Arbeit könnte beim Bundesministerium für Wirtschaft erbracht und für eine europaweite und abgestimmte Kampagne zur Verbesserung der Versorgung mit medizinischer Ausrüstung während der deutschen EU-Ratspräsidentschaft genutzt werden.
  • 2. Es mangelt an sicheren, zertifizierten oder zertifizierbaren Bauteilgeometrien, Prozessen und Materialien. Zügiges Prüfen und eine zumindest grundsätzliche Freigabe hierfür sind elementar wichtig. Hilfreich wäre eine künftige zentrale und frei verfügbare Liste geeigneter Bauteilgeometrien und empfohlener Materialien und Fertigungstechnologien. Diese könnte durch das Bundesministerium für Gesundheit oder eine beauftragte Institution erarbeitet werden.
  • 3. Zudem gibt es Unsicherheit bei den Unternehmen der Additiven Fertigung hinsichtlich der Kosten und dem Erzielen fairer Preise. Ideal wäre es, wenn es in der Krise die Möglichkeit gäbe, dass Auftraggeber und Auftragnehmer Vereinbarungen direkt miteinander abschließen könnten.

Die identifizierten Punkte wurden zusammengefasst und an verschiedene Mitglieder des Bundestags und zuständige Ministerien übermittelt. Außerdem steht die Task Force Corona, laut Dr. Stefan Kamlage (Verband 3DDruck, Vorstand für Technik), auch mit der Kassenärztlichen Vereinigung in regelmäßigen Austausch.

Ein Übersicht additiver Hilfsangebote zur Bewältigung der Corona-Pandemie finden sie hier.

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